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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Blätter; Knospe

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Theoretisches über die Hauptorgane der Phanerogamen-Pflanzen.

bedingten nicht peripherischen Wachsthums gehen die Stämme monokotyledonischer Gewächse weniger in die Breite als in die Länge. Ein Palmstamm, der ein gewisses Alter erreicht, wird nicht mehr dicker, sondern wächst nur an der Spitze, d. h. er wird länger.

Knospe. Gemma.

Die Knospe ist ein Reproduktionsorgan der Pflanze. Wir unterscheiden drei Arten derselben, je nach ihrem Standpunkt. 1. Axillarknospen, aus den Blattachsen entspringend. 2. Terminal- oder Endknospen, an den Spitzen der Zweige oder des Stammes entspringend. 3. Adventivknospen, an beliebigen Stellen des Stammes oder der Zweige entspringend. (S. Fig. 24. )

Die Knospe fällt nicht, wie die Blätter, im Herbst ab, sondern ist bleibend und aus ihr entwickelt sich im Frühjahr ein neuer Trieb, der entweder ein blätter- oder blüthentragender ist. Im Innern der Knospe unterscheidet man den noch völlig unentwickelten Stengeltheil und die auf einander liegenden Blattorgane.

Blätter. Folia.

Blätter sind die oberirdischen, meist flach ausgebreiteten und in den meisten Fällen durch Chlorophyll grün gefärbten Ernährungsorgane der Pflanzen, durch welche sie aus der atmosphärischen Luft Kohlensäure, Feuchtigkeit und wahrscheinlich auch Ammoniak aufnehmen. Der Kohlensäure entziehen sie den Kohlenstoff, welchen sie zum Aufbau ihrer Organe verwenden, während sie Sauerstoff ausathmen. Auf dieser Eigenthümlichkeit beruht die grosse Wichtigkeit der Pflanzenwelt im Haushalte der Natur. Sie verbrauchen die von den Thieren ausgeathmete Kohlensäure und führen dafür den letzteren neue Mengen von Sauerstoff zu. Ohne diese Wechselwirkung würde die atmosphärische Luft nach und nach derart mit Kohlensäure bereichert werden, dass dadurch das Leben der Thierwelt zur Unmöglichkeit würde. Die Blätter werden, von der Wurzel nach der Spitze des Stengels fortschreitend, nach ihrer Stellung und ihrer Ausbildung unterschieden.

^[Abb: Fig. 23. 1. Längsdurchschnitt einer Knospe, schematische Form. 2. Längsdurchschnitt einer männlichen Blüthenknospe der Kiefer, a Knospenaxe, v k Vegetationskegel, b vorgebildete Blätter einer Knospe, t Knospendecken (tegmenta), s g sekundäre oder Nebenknospe, m Mark, l Holz, k Kambium, c Rinde.]