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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Samen

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Theoretisches über die Hauptorgane der Phanerogamen-Pflanzen.

die Fruchtschuppen, so entstehen Zapfenfrüchte, wie bei den Koniferen. Werden die Fruchtschuppen fleischig und verwachsen mit einander, so entsteht die sogenannte Zapfenbeere (Wachholderbeere).

Vielfach sind die Früchte mit Anhängsel versehen, z. B. einer Haarkrone, wie bei den Distelfrüchten. Die Frucht heisst geschnabelt, wenn der Griffel lang und starr ist; geflügelt, wenn das Fruchtgehäuse flügelartig ausgebreitet ist.

Von den Samen unterscheiden sich die Früchte dadurch, dass sie bei genauerer Untersuchung Spuren von Griffel oder Narben zeigen, sowie durch eine Fruchtwand, die einen oder mehrere Samen einschliesst.

Bei den Drogen, welche unter die Klasse der Früchte gehören, kommen alle möglichen Fruchtformen vor; wir nennen Sammelfrüchte (Fruct. anisi stellati. Fruct. sabadillae); einfache echte Früchte (Fruct. cardamomi, Siliqua dulcis), Beeren (Fiper nigrum, Fruct. myrtillorum); Steinfrüchte (Fruct. cubebae); Spaltfrüchte (Fruct. anisi, Fruct. foeniculi, Fruct. carvi) (s. Fig. 57); Scheinfrüchte (Fruct. rubi Idaei).

Samen. Semina.

Der Samen ist das in Folge der Befruchtung zur Reife gelangte Eichen. Der Stempel, das weibliche Befruchtungsorgan der Blüthe, entwickelt sich zur Frucht, und die in ihm befindlichen Eichen reifen zu Samen. Der Samen besteht zunächst aus dem Samenkern, dem wesentlicheren Theile und der Samenhülle. Letztere besteht wiederum aus mehreren Schichten; der äusseren, meist derben und lederartigen, der sog. Samenschale, und der inneren häutigen, welche den Samenkern

^[Abb:Fig. 54. Juniperus communis. 1. weibliches Kätzchen (vergr. ). 2. dasselbe von den Deckblättern befreit, mit den ausgebreiteten Carpellblättern. 3. Zapfenbeere. 4. ein mit Oeldrüsen besetzter Same (vergr. ). 5. Querdurchschnitt der Zapfenbeere (vergr. ), o Eichen, c Carpellblätter, b Beacteen. An der Spitze der reifen Frucht (3) sind die Spitzen der verwachsenen Cartellblätter noch zu erkennen.]

^[Abb:Fig. 55. Die an den Seiten geflügelte Spaltfrucht (Fructus latuibus alatus) vom Feldahorn (Acer campestre).]

^[Abb:Fig. 56. Balgkapsel von Illicium anisatum Loureiro (Sternanis).]