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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Mutterkorn; Secale cornútum

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Drogen aus der Abtheilung der Lagerpflanzen.

Pflanzengattungen, die oft nur, wie bei den Gährungspilzen, aus einzelnen Zellen bestehen.

Zu den Kryptogamen gehören Pilze, Algen, Moose, Flechten und Farrenkräuter.

Gruppe I.

Drogen aus der Abtheilung der Lagerpflanzen.

Lagerpflanzen oder Thallophyten heisst die niedrigste Gruppe der Kryptogamen ohne eigentliches Zellgewebe. Statt der Wurzel haben sie ein sog. Lager, Thallus; Blatt- und Stengelbildung im botanischen Sinne fehlt ebenfalls. Geschlechtsorgane sind theils nicht vorhanden, theils unvollkommen. Es gehören hierher Pilze (Fungi), Flechten (Lichenes), Algen (Algae).

Secale cornútum. **+

Mutterkorn.

Ist das Dauerlager (Mycelium) eines Pilzes: Claviceps purpurea, wie es in der Roggenblüthe entsteht und bei der Entwickelung derselben die Stelle der Frucht einnimmt. Es soll vor der vollständigen Reife des Roggens gesammelt werden, bildet meistens etwas gekrümmte, körnerartige Gebilde 2-3 cm lang, circa 3 mm dick, aussen blauschwarz, innen schmutziggrau, zuweilen mehr violett, Geruch schwach, gepulvert eigenthümlich dumpfig, mit Kalilauge einen ekelhaften Geruch, ähnlich der

^[Abb:Fig. 58. Längsdurchschnitt des Samens des Leins (Linum usitatissimum). ep Epithelium, t Samenhaut (testa), pe Ausseneiweiss (perispermium), k Samenblätter (cotylase s. cotyledones), g Knöspchen (gemmula), r das Würzelchen (radicula) des Embryo.]

^[Abb:Fig. 59. Junge Leinpflanze. A Stengel- (Oberstock). B Wurzel (Unterstock), f Samenblätter, g Knospe (gemma).]