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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Cortices. Rinden.

Platten oder rinnenförmigen, seltener gerollten Stücken vor. Zimmtgelb, gelbröthlich, allmälig dunkler werdend, Bruch kurz, splittrig, faserig. Die mehr rinnenförmigen Stücke sind oft mit einem weisslichen Korb bedeckt, die flachen nicht, dagegen zeigen diese häufig muldenförmige Vertiefungen vom Abwerfen der Borke herrührend. Geschmack rein bitter, wenig adstringirend. Hauptsächlich Chinin und Cinchonin enthaltend.

Die wichtigsten von ihnen sind:

Cortex chinae Calisayae oder regius von Cinchona Calisaya Peru und Bolivien. Ueber Arica und Cobija, in Seronen von ca. 65 kg oder in Kisten von 75 kg in den Handel kommend. Verschieden grosse, ziemlich schwere Platten, nur stellenweise Borke, dagegen fast immer muldenförmige Vertiefungen zeigend. Innenfläche durch wellenförmigen Verlauf der Fasern charakterisirt.

Cortex chinae Chartagena oder flava dura. Gewöhnlich rinnenförmig, bis zu 30 cm lang, 4-5 cm breit, aussen ockergelb, theilweise mit weisslichem, leicht ablöslichem Kork bedeckt. Bruch langfaserig, Innenfläche gelb bis bräunlich mit gerade verlaufenden Fasern.

Cortex chinae Maracaibo. Gross, flach, selten rinnenförmig, aussen mit schwammigem, grubigem, braunem Kork bedeckt; innen grobfaserig, rauh, braungelb; mehr Chinidin als Chinin enthaltend.

Braune Rinden. Sie stammen nur von Zweigen und Aesten. Gerollte oder geschlossene, aussen von einem grauen oder weisslichen Kork bedeckte Röhren. Innen nelkenbraun. Geschmack mehr adstringirend, weil sie neben weniger Alkaloiden (vorwiegend Cinchonin) viel Chinagerbsäure enthalten. Die wichtigste dieser Rinden ist:

Cortex chinae Loxa. Röhren spiralig eingerollt 1 ½-2 ½ cm dick. Aussen dunkelgrau mit schwarzen und weisslichen Flecken, oft mit Flechtenbüscheln versehen. Innen dunkel, zimmtbraun, Querrisse mit wenig gewulsteten Rändern. Querbruch bei dünnen Rinden eben, bei stärkeren innen faserig.

Hierher gehören ferner noch: Cort. chinae regius convolutus, Cort. chinae Huanuco, Cort. chinae Guajaquil u. a. m.

Rothe Rinden. Von den amerikanischen rothen Chinarinden kommt jetzt fast gar nichts mehr in den Handel; hierher gehörte früher die so hochgeschätzte Cort. chinae Peruvianus in oft sehr derben Stammrindenstücken, auch Cort. chinae rubr. durae genannt.

Ostindische Rinden. Diese jetzt von dem Deutschen Arzneibuch allein aufgeführten Rinden stammen alle von Cinchona succiruba oder doch deren Varietäten und Kreuzungen mit C. officinalis etc. Die Holländer, welche die werthvollsten derselben in den Handel bringen, benennen sie stets nach ihrer Stammpflanze, z. B. China Ledgeriana, Succirubra, Haskarliana, Pahudiana etc. Das Deutsche Arzneibuch giebt folgende Charakteristik derselben. Zweig- und Stammrinden kultivirter Cinchonen häufig