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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Córtex Quebracho blanco; Córtex salicis; Quebrachorinde; Weidenrinde

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Cortices. Rinden.

artikel, der schon jetzt in ganzen Schiffsladungen nach Europa von Chile und Peru importirt wird. Die Rinde besteht aus der eigentlichen Splint- oder Bastschicht, da die mittleren Rinden- und oberen Korkschichten entfernt sind. Sie bildet flache oder nur wenig gebogene Stücke von sehr verschiedener Länge, ca. 3-8 mm Dicke und bis zu 15 mm Breite, von schmutzig weissgelber Farbe (auf der Oberfläche noch hier und da Spuren der eigentlichen Rinde zeigend) und von sehr grobfaseriger Struktur. Oberfläche meistens rauh, Innenfläche mehr glatt und etwas heller. Auf dem Bruch und Schnitt sind mittelst der Lupe zahlreiche Krystalle erkennbar, welche aus oxalsaurem Kalk bestehen. Die Rinde ist geruchlos, doch reizt der Staub die Schleimhäute in heftiger Weise und ruft Niesen und Husten hervor (Folge des Saponingehaltes). Geschmack zuerst fade, hinterher scharf kratzend.

Bestandtheile. Saponin (auch Quillajin genannt) und zwar in weit grösseren Mengen als in der zu gleichen Zwecken angewendeten Seifenwurzel; der wässerige Auszug schäumt wie Seifenwasser.

Anwendung. In der Wäscherei, namentlich bei wollenen und farbigen Stoffen, da sie die Farben gar nicht angreift, um so mehr als ihr Preis ein sehr billiger ist und 1 kg als gleichwirkend mit 3 kg; Schmierseife angegeben wird. Hauptimportplatz Hamburg.

Córtex Quebracho blanco.

Quebrachorinde.

Aspidospérma Quebrácho. Argentinien, Brasilien.

Unter dem Namen Quebracho blanco kommt seit einigen Jahren die Rinde obigen Baumes in den Handel. Sie und ein aus ihr dargestelltes Alkaloid, Aspidospermin, wurden als ein ausgezeichnetes Mittel gegen Fieber angepriesen, scheinen sich aber doch nicht Bahn zu brechen. Dagegen wird das Holz als ein stark gerbsäurehaltiges Surrogat der Eichenlohe vielfach in der Gerberei verwendet; weniger für sich allein, als in Mischung mit Lohe zusammen. Das Leder soll mit diesem Zusatz weit schneller lohgar werden als mit reiner Lohe.

Córtex salicis.

Weidenrinde.

Sálix purpúrea, S. frágilis, S. rubra u. A. Salicinéae. Europa.

Die Rinde der jüngeren Zweige; bandartige Streifen, zäh, biegsam, aussen glatt, glänzend, grünlichgrau mit zerstreuten Korkwarzen, innen glatt, gelblich bis hell zimmtbraun. Geschmack herb, bitter.

Bestandtheile. Salicin und Gerbsäure. Ziemlich obsolet.