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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Semina. Samen.

Stärkemehl 45 %. Alles nur in den Samenlappen; die Schalen sind wirkungslos.

Anwendung. Die Calabarbohnen finden in Substanz so gut wie niemals Anwendung, auch das früher gebräuchliche spirituöse Extrakt weicht mehr und mehr dem Gebrauch des aus ihm dargestellten Eserins (s. d.). Letzteres findet in der Augenheilkunde vielfache Anwendung, da es die Pupillen erweiternde Wirkung des Atropins und des Hyosciamins aufhebt. Es ist ferner ein Gegengift gegen das Strychnin und dessen Starrkrampf hervorrufende Wirkung.

Der von den Engländern gegebene Name Ordealbean hat darin seine Begründung, dass bei den Negerstämmen der Calabarküste das Essen einer solchen Bohne in zweifelhaften Fällen bei dem betreffenden Verbrecher als Gottesurtheil angewandt wird. Bleibt der Angeklagte nach dem Genuss einer Bohne leben, so gilt er als unschuldig.

In letzter Zeit sind vielfach unter den Namen "wilde Calabarbohnen" oder auch "Kali-Nüsse" aus Afrika Samen in den Handel gekommen, welche allerdings den Calabarbohnen ähnlich, aber doch bei genauer Vergleichung, namentlich bei der Betrachtung der Form des Nabels, welcher für die echten Calabarbohnen ungemein charakteristisch ist, leicht von diesen zu unterscheiden sind. Sie enthalten kein Eserin und stammen von Entada-Arten, sowie von Mucuna urens.

Dagegen sind die als "lange Calabarbohnen" aus Angola kommenden Samen von Physostigma cylindros perma den echten gleichwerthig. Oberfläche dunkelbraun, fein gerunzelt, ca. 4 cm lang, mehr cylindrisch oder walzen-^[folgende Seite]

^[Abb:Fig. 160. Physostigma venenosa mit den Schoten. ½ nat. Gr.]

^[Abb:Fig. 161. Calabarbohne in nat. Gr.]