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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Ignatiusbohnen; Sémina St. Ignátii

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Semina. Samen.

Sémina St. Ignátii (Fabae Ignatii). **+

Ignatiusbohnen.

Strychnos Ignátii. Strychnéae.

Philippinen.

Die Frucht des kletternden Strauches ist kürbisartig; unter der harten Schale liegt ein bitteres Fruchtfleisch, in welchem die zahlreichen Samen dicht aneinander eingebettet sind. Diese sind meist 3 eckig, 2-2 ½ cm lang, bis zu 2 cm breit, sehr verschieden gestaltet. Aussen grau bis braun, fein gerunzelt; innen hornartig, grau grünlich. Geruchlos; Geschmack sehr bitter.

Bestandtheile. Dieselben wie bei den Nuces vomicae, nur weit mehr Strychnin, bis zu 1 ½ %, weniger Brucin.

Anwendung. Medizinisch so gut wie gar nicht, dagegen vielfach in den chemischen Fabriken zur Darstellung des Strychnins. Da sie noch giftiger wie die Nuces vomicae sind, ist die grösste Vorsicht bei ihrer Verarbeitung geboten.

Sémina (Fabae) tonko. Tonkabohnen.

Dipterix odoráta, D. oppositifólia. Papilionacéae. Angostura, Guyana.

Die Bohnen der Angostura und der sog. holländischen Sorte sind 3-4 cm lang, bis zu 1 cm breit, ca. 8-10 mm dick; meist etwas gekrümmt, an beiden Enden stumpf; mit dünner, zerbrechlicher, schwarzer, fettglänzender, runzeliger Samenhaut. Samenlappen gelbbräunlich, meist durch einen mit Cumarinkrystallen bedeckten Spalt getrennt. Die sog. englischen Tonkabohnen, aus Englisch-Guyana, sind bedeutend kleiner, aussen mehr braun als schwarz, innen ebenfalls heller, selten krystallisirt.

Um das Krystallisiren der Bohnen zu verstärken, soll man sie nicht gänzlich reif in Fässer packen und schwitzen lassen.

Geruch vanille- und melilotenartig; Geschmack bitter, gewürzhaft und ölig.

Bestandtheile. Cumarin (s. d.); Fett; Stärke.

Anwendung. Zu Parfümeriezwecken und als Ersatz des Waldmeisters bei der Maiweinessenz.

In den letzten Jahren wird als Ersatz der zeitweilig sehr theuren Tonkabohnen eine neue Droge unter dem Namen Vanilla-Root in den Handel gebracht. Es sind die Stengel und Blätter von Liatris odoratissima.

Die Waare riecht ungemein stark nach Cumarin und wird namentlich von den Tabaksfabrikanten sehr gesucht.