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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Gummi elasticum; Kautschuk; Kautschukkörper

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Kautschukkörper.

oder Patent Scammonium (in England sehr gebräuchlich) ist das aus demselben dargestellte Harz. Im Aussehen und in der Wirkung etwa dem Jalappenharz gleich. In Frankreich hat man ein Scammonium de Montpellier; es ist dies der ausgepresste und eingetrocknete Saft von Cynanchum Monspeliacum, weit schwächer von Wirkung als das echte. Geruchlos; von unangenehmem, kratzendem Geschmack.

Bestandtheile. Harz, in guten Sorten bis 80 %; Gummi.

Anwendung. In kleinen Gaben als drastisches Purgirmittel.

Gruppe XV.

Kautschukkörper.

Während die in der vorigen Gruppe genannten Pflanzenfamilien Milchsäfte enthalten, welche beim Eintrocknen Gummiharze liefern, giebt es wieder andere Familien, deren oft sehr reichlicher Milchsaft nicht wie bei jenen zu Gummiharzen eintrocknet, sondern sich beim Stehen oder Erwärmen in eine wässerige und eine zähe, harzartige Masse trennt. Letztere ist allerdings den Harzen in mancher Beziehung ähnlich, unterscheidet sich aber doch in physikalischer und chemischer Beziehung von ihnen. Diese Stoffe sind mit dem Gesammtnamen Kautschukkörper bezeichnet; sie gehören ihrer chemischen Zusammensetzung nach zu den Kohlenwasserstoffen, wohin Benzin und zahlreiche ätherische Oele gehören; physikalisch unterscheiden sie sich von diesen auf das Charakteristischste dadurch, dass sie sich nicht unzersetzt verflüchtigen lassen. Sie liefern bei der Destillation allerdings auch Kohlenwasserstoffe, aber von ganz anderer Zusammensetzung. Die Kautschukkörper sind im Wasser, Alkohol, Fetten vollständig unlöslich, sie lösen sich nur allmälig in Schwefelkohlenstoff, Chloroform, absolutem Aether und einigen Kohlenwasserstoffen. Sie zeichnen sich durch eine ungemeine Widerstandsfähigkeit gegen atmosphärische und andere chemische Einwirkungen aus, und hierin, sowie in ihrer Elastizität ist ihre grosse Wichtigkeit für die Technik begründet.

Kautschuk findet sich in geringen Mengen in sehr vielen Pflanzensäften, aber nur wenige Familien enthalten ihn in so grossen Mengen, dass sich die Gewinnung daraus lohnt. Es sind vor Allem die Familien der Urticeen, Euphorbiaceen, Ficoideen, Apocyneen, welche uns in ihren tropischen Mitgliedern den Stoff liefern. Bis jetzt hat man in der gemässigten Zone trotz vieler Versuche noch keine Pflanze gefunden, aus welchen sich Kautschuk in nennenswerther Menge herstellen liesse.

Kautschuk.

Gummi elasticum, Resina elastica. Indian rubber.

Die Schreibweise von Kautschuk, welches Wort indianischen Ursprunges, ist eine sehr verschiedene. Alle nur irgend möglichen Schreib-^[folgende Seite]