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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Fel tauri; Graphit; Ochsengalle; Reissblei; Rohdrogen aus dem Mineralreiche

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Rohdrogen aus dem Mineralreiche.

Castoreum erinnernd; Geschmack ekelhaft, bitter. In Wasser fast ganz, in Alkohol und Aether nur zum Theil löslich.

Bestandtheile. Ein saures Harz; Fett; Gallen- und Mineralstoffe.

Die Waare kommt in Blechdosen von 0,5 kg Gewicht in den Handel, wurde als Ersatz des Castoreum anempfohlen, hat sich aber wenig eingebürgert.

Fel tauri (inspissátum). **

Ochsengalle.

Besteht aus dem bis zur Extraktkonsistenz eingedickten Inhalt der Gallenblase des Rindviehes und bildet ein grünbraunes zähes Extrakt von anfangs süssem, hinterher stark bitterem Geschmack und eigenthümlichem, unangenehmem Geruch.

Bestandtheile. Dieselben wie die der frischen Galle; taurocholsaures und gallensaures Natron; Cholesterin; Gallenfarbstoff und verschiedene Salze.

Anwendung. Medizinisch als Mittel gegen verschiedene Verdauungsstörungen etc. Die Galle hat im thierischen Organismus die Aufgabe, den Magensaft resp. den Speisebrei, wenn er in die Dünndärme tritt, abzustumpfen und die in denselben enthaltenen Fettsubstanzen zu lösen. Auf dieser fettlösenden Eigenschaft beruht auch die technische Verwendung der Galle zum Waschen wollener und farbiger Gewebe. Die für diesen Zweck vielfach hergestellte Gallseife darf nur mit völlig neutraler laugenfreier Kernseife fabrizirt werden, da sie andernfalls dem Zwecke, die Farbe der Gewebe intakt zu lassen, nicht entspricht.

Gruppe XXIII.

Rohdrogen aus dem Mineralreiche.

Aus dem Mineralreiche sind es im Ganzen nur wenige Körper, die in unverarbeitetem Zustände für uns in Betracht kommen; desto grösser ist die Zahl der Handelswaaren, welche daraus bereitet werden. Diese gehören zu den sogenannten Chemikalien, welche in der folgenden Abtheilung des Buches besprochen werden sollen. Eigentliche Mineralien, d. h. natürlich vorkommende, anorganische Körper, die roh oder nur gepulvert im Drogenhandel vorkommen, sind ausser den Erdfarben (siehe III. Abtheilung):

Graphit oder Plumbágo.

Reissblei, Bleiglanz, Wasserblei, Pottloth, Ofenschwärze.

Der Graphit, welcher in vollkommen reinem Zustände aus einer krystallinischen Modifikation des Kohlenstoffs besteht, findet sich mehr