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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Geschäftliche Praxis.

Fett: Benzin, Aether, Magnesia usta oder Bolus in Breiform aufgetragen; für Säuren: Salmiakgeist; für Laugen: Essig; für Tinte: Kleesalz, Oxalsäure, Citronensäure; für Obst- und Weinflecke (bei Weisszeug): vorsichtiges Behandeln mit Eau de Javelle; für Spak- und Moderflecke: Lösungen von Natrium bisulfurosum; für Schmutzflecke im Allgemeinen: Mischungen von Seifenspiritus, Salmiakgeist und Hoffmannstropfen, oder Quillajarindenauszug mit etwas Hoffmannstropfen u. a. m. Bei allen farbigen Stoffen ist selbstverständlich darauf Rücksicht zu nehmen, ob die Reinigungsmittel die Farben angreifen oder nicht.

Bleichen und Bleichmittel. Als Bleichmittel können dienen unterchlorige Säure in Form von Chlorkalk oder von unterchlorigsaurem Natron (Eau de Javelle), oder unterchlorigsaurem Kali (Eau de Labaraque). Ferner schweflige Säure entweder für sich oder in Form von sauren Salzen (Natrium bisulfurosum, Calcium bisulfurosum) und endlich Wasserstoffsuperoxyd, oder die Einwirkung des direkten Sonnenlichtes.

Das Bleichen organischer Stoffe beruht stets auf einer gewissen Umsetzung derselben, meist auf einer Sauerstoffentziehung, bei der Chlorbleiche auf Wasserstoffentziehung. Die Bleichung am Sonnenlicht erfolgt um so leichter bei Gegenwart von Feuchtigkeit.

Die Darstellung von Eau de Javelle geschieht am besten durch Umsetzung von Chlorkalklösung mittelst Natriumcarbonat; das hierbei entstehende Calciumcarbonat fällt, als vollkommen unlöslich, gänzlich aus. Wird, wie dieses vielfach geschieht, Natriumsulfat zur Umsetzung angewandt, so bleibt Calciumsulfat zum Theil in Lösung; man muss dann den gelösten Kalk mit ein wenig Kleesalz ausfällen.

Desinfektion und Desinfektionsmittel. Zur Desinfektion können eine grosse Reihe von Stoffen verwandt werden, deren Auswahl sich selbstverständlich nach der Natur des zu desinfizirenden Körpers richten muss. Es kommen zum Gebrauch Chlor und Brom in Gasform und in Lösung, schweflige Säure, Sublimat, Karbolsäure, Karbolschwefelsäure, Kreolin, Lysol, Borsäure, Salicylsäure, Kaliumpermanganat u. a. m. Alle diese Stoffe wirken mehr oder minder stark vernichtend auf die verschiedenen Mikroorganismen; einige von ihnen sind auch zugleich geruchzerstörend. Handelt es sich um diesen letzten Zweck allein, so können ausser dem Chlor und Kaliumpermanganat auch solche Stoffe verwandt werden, welche die riechenden Gase chemisch binden. Dieses sind für Kloaken und Schmutzwässer namentlich Kalk, Thonerdeverbindungen und Eisenvitriol. Im Grossen dient als wichtigstes Desinfektionsmittel für Kleider, Betten und Gebrauchsgegenstände die Anwendung ziemlich bedeutender Hitzegrade, bez. die Einwirkung von strömendem, überhitztem Wasserdampf.

Flammenschutzmittel. Die hierzu dienenden Mittel sollen nicht etwa bewirken, dass die damit getränkten Stoffe im buchstäblichen Sinne des Wortes unverbrennlich werden, sondern nur, dass sie nicht mehr mit Flamme brennen können. Derartig präparirte Stoffe glimmen nur und