Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Zweiter Theil

Die Herstellung der gebräuchlichen Handverkaufsartikel.

Schlagworte auf dieser Seite: Ammoniakalische Parfüms; Prestonsalz; Riechsalz

204

Parfümerien.

statt des verdünnenden Spiritus eine Pulvergrundlage mit den Riechstoffen durchtränkt und verreibt.

Zur Herstellung der Riechkissen selbst verfährt man folgendermassen: Es werden zuerst kleine Säckchen aus farbigem Atlas oder farbiger Seide hergestellt, deren eine Seite vorläufig offen bleibt; dann wird das betreffende Pulver zwischen dünne Wattenschichten eingebettet, das Ganze in ebenfalls dünnes Seidenpapier eingeschlagen und so ein Couvert gebildet, welches in das Seidensäckchen möglichst genau hineinpasst und letzteres schliesslich zugenäht oder zugebunden.

Ammoniakalische Parfüms.

Hierher gehören vor Allem die sog. Riechsalze und Riechfläschchen etc. Sie sind dazu bestimmt, durch Einathmen des ammoniakalischen Parfüms belebend auf die Nerven zu wirken. Für die Riechsalze benutzt man entweder Salzmischungen, welche Ammoniak entwickeln, wie Chlorammonium und gebrannter Kalk oder Chlorammonium und Kaliumcarbonat oder direkt das Ammoniumcarbonat selbst. Die Mischung resp. das Ammoniumcarbonat wird stark parfümirt, dann in kleine weithalsige und gutschliessende Fläschchen gefüllt. Oberhalb des Pulvers pflegt man noch einen Wattenpfropfen anzubringen, der das Verstäuben des Pulvers beim Oeffnen der Flasche verhindert.

Prestonsalz n. Bartlet.

Chlorammonium 45,0

Kaliumcarbonat 50,0

Kampher 3,5

Ammoniumcarbonat 10,5

Nelkenöl 0,5

Bergamottöl 0,5

Riechsalz.

Chlorammonium 50,0

Kalk, gebrannt und zun Pulver gelöscht 50,0

werden gemischt und parfümirt mit

Bergamottöl 3,0

Geraniumöl 1,0

Nelkenöl 5 Trpf.

Macisöl 5 Trpf.

Riechsalz. Smelling salt.

In einem verschlossenen Gefäss werden 3 Th. krystallisirtes Ammoniumcarbonat (Ammoniumsesquicarbonat) mit 11 Th. Salmiakgeist übergossen und einige Tage bei Seite gestellt. Das jetzt entstandene Ammoniummonocarbonat wird gröblich zerrieben und wie oben parfümirt.