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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Geißel - Gelz.
der göttlichen Offenbarung vornimmt, und anch wohl einem Gegenstande, welchem keine göttliche Vereh-rnng gebührt, erweist. Geistlichkeit der Engel., ib. v. 18. (S. Engel H. 28. sxtr. S. 320.) Andere: in englischer Andacht, in einer so reinen und hohen Frömmigkeit, wie sie Engel haben. Das sind Heuchler, welche sich von Christo, dem Mittler, wenden, und unter ihrer heuchlerischen Demnth bei ihrem selbst erwählten Gottesdienst v. 23. ihre Sünden versöhnen wollen.
Geißel
z. 1. 01)368. Ein Pfandmann, der zu KriegZ-zeiten dem Feinde statt eines Pfandes gegeben wird, bis Alles sich vertragen, 1 Macc. 1, 11. c. 8, 7.
§. 2. I'iaFßiwui. eine Peitsche von Riemen, Stricken :c. auch wohl mit Draht durchflochten. Die Geißeln, welche bei Sklaven und niederen Verbrechern angewandt wurden, waren nicht von Rn-thcn, sondern von Lederricmen; ob auch Knochen oder Bleikugeln darin sich befanden; ^a<5r^ tta-r^a-/a/lcrir^, und P06na pinnibatarum; -ist nicht zu bestimmen. (S. XMn zu ^oi/un OuomaZt. 1. X. c. 12. ^>. 1210 Usuisterü.)
Dem Roß eine Oeißel, Sprw. 26, 3.
Die Geißel machet Striemen, Sir. 28, 21.
Dem Esel gehöret sein Futter, Geißel und Last, Sir. 33, 25.
Wie kann der der Lehre warten, der pflügen muß, und der gerne die Ochsen mit der Geißel treibet? Sir. 38, 26.
IEsus machte eine Geißel von Stricken, Joh. 2, 15.
Etliche haben Spott und Geißeln erlitten, dazn Bande und Gefängniß, Ebr. 11, 36.
Er wird dich verbergen vor der Geißel der (verliimuderifchm, liöstn, höhnischen) Zungen, Hiob 5, Li.
Geißeln
War eine der schwersten Strafen bei den Juden. Der Nebelthätcr wurde au eine Sänle gebuudeu, A.G. 22, 25. und nackend mit einer Geißel, krnmm gebogen, von einem Gerichtsdicuer, so stark er kouute, gestrichen. Matth. 20, 19. A.G. 22, 25. Bei den Juden stieg dieser Staupenschlag nicht über 39 Streiche, bei den Römern aber war keine gewisse Anzahl, worans denn zu schließen, wie unbarmherzig man mit dem Heiland umgegangen, Marc.' 10, 34. Luc. 18, 33. Weuu GOtt geißelt, so drückt es die zeitlichen Züchtigungen aus.' Wmn er anhebet zu geißeln, so dringet er fort bald zum Tode,
Hiob 9, 23. Und werden euch geißeln in ihren Schulen, Matth. 10, 17.
c. 23, 34. Pilatus ließ IEsum geißeln, Matth. 27, 26. Marc. 15, 15.
Joh. 19, 1.
Geiz
§. 1. I) Ist eine unordentliche und unersättliche Begierde nach Geld und Gcldeswerth, ohne Absicht ans die Erhaltnng eines wirklichen und wahren Nutzens, Esa. 33, 15. c. 57, 17. Ier. 22, 17. c. 51, 13. Ezech. 22, 12. 13. 27. Nd'm. 1, 29. II) Eine Gabe, welche kärglich und mit Verdruß, wie die Geizigen zu thun Pflegen, gereicht wird, 2 Cor. 9, 5. vergl. 1 Sam. 25, 27. Siehe dich aber um unter allem Volk nach redlichen Leuten -
die dem Geiz seind sind, 2 Mos. 18, 21. Samuels Söhne neigeten sich zum Geiz, 1 Sam. 8, 3. Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen, und nicht zum Geiz,
Pf. 119, 36.
Wer den Geiz hafset, der wird lange leben, Sprw. 28, 16. Um Gewalt, Unrecht und Geizes Willen kommt ein Königreich
von einem Volk auf das andere, Sir. 10, 8. Ein vortheilischer Mensch - kann nicht gedeien vor Geiz, Sir»
14, 9. Von innen, aus dem Herzen der Menschen gehen heraus Geiz,
Marc. 7, Li. 28.
Sehet zu, un^ hütet euch vor dem Geiz; denn Nlemand lebet
davon, daß er viel Güter hat, Luc. 13, ib. Welche ruchlos find, und ergeben sich der Unzucht, und treiben
allerlei Umeinigkeit fammt dem Geiz, Eph. 4, 19. Hurerei aber und alle Unreinigteit oder Geiz lasset nicht von
euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet, Eph. 5, 3. So tödtet nun eure Glieder, die auf Erden find - Geiz, welcher ist Abgötterei, Col. 3, 5. Denn wir nie mit Schmeichelworten sind umgegangen, wie ihr
wifset, noch dem Geiz gestellct, 1 Thefs. 2, 5. Der Geiz ist eine Wurzel alles Uebels, 1 Tim. 6, 10. Und durch den Geiz mit erdichteten Worten werden sie an euch
Handthieren, 2 Petr. 2, 3. Haben Augen voll Ehebruchs - ein Kerz durchtrieben mit Geiz,
v. 14. Der Wandel sei ohne Geiz, und lasset euch begnügen an dem,
das da ist, Ebr. 13, 5.
§. 2. Diese Art der Cigct (Vlntigel als Bild des Geizigen), Sprw. 30, 15. änßert sich in a) einem schändlichen Mißtranen gegen GOttes Vorsorge, wider Ebr. 13, 5. b) eitclu Vertrauen auf Geld und Gnt, Luc. 12, 19. Marc. 10, 24. c) unersättlichen Begierde, mehr zu haben, 1 Tim. 6, 8. 9. d) in der Gelbsucht wider Ps. 62, 11. e) in einer unnöthigen Banchsorge, Lnc. 12, 22 ff. f) in Gcschenknehmeu, und Beugung des Rechts wider 2 Mos. 23, 8. 5 Mos. 16, 19. Sprw. 15, 27. g) schändlicher Gewinnsucht, Weish. 15,12. h) wenn mau sich in fremde Händel mischt, Sir. 11, 10. 11. Pred. 9, 11. i) in Verderbung der Armen, Amos 8, 4 ff.
§. 3. Er hat seinen Sitz im Herzen, Marc. 7, 21. 22. und tritt in die Augeu, Splw. 27, 20. und läßt sein: bringe her! im Handel und Wandel spüren durch Scbarreu und Kratzen, es mag recht oder unrecht sein. Der Geiz reM das Her) von dem wahren GOtt zu dem Mammon (wider Matth. 6, 24.) mit allem seinem Vertrauen und seiner Begierde, die der Geizige allesammt dem vergänglichen Reichthum opfert, und zur Anbetung desselben mit tä'qlichem Seufzen mederkniet, s. Hiob 31, 24.
§. 4. Ein solches schändliches und schädliches (§. 3.) heidnisches, Matth. 6, 32. Röm. 1, 29. und thörichtes Laster, Sir. 14, 6. welches dem Menschen die Hände bindet, daß er, wie Nabal, Andern, 1 Sam. 25, 3. 10. N. ja sich selber nicht gern giebt, Pred. 6, 2. 3. soll ein Christ in seinem Herzen keine Statt finden lassen, weil es a) GOtt verboten, Eph. 5, 2. b) es eine verdammte Mutter vieler und grober Sünden, 1 Tim. 6, 10. 1) der Abgötterei, Col. 3, 5. 2) Ungerechtigkeit, Mich. 6, 12. 3) Betrügerei und Vevortheilung, Mich. 2, 1. c) weil der Reichthnm nichtig, Matth. 6, 19. Iac.
5, 1. Hiob 27, 18. 5) den Menschen in Unruhe setzt, Sir. 31, 1. e) den Fluch, Ier. 17, 5. Sprw. 11, 26. f) und ewige Veroammniß bringt, 1 Cor.
6, 10. 1 Tim. 6, 9.
z. 5. Dessen ohngeachtet sind mit dieser Seuche behaftet geweseu:
Laban, 1 Mos. 31, 41. Vileam, 4 Mos. 22, 18. c. 24, 13. Achan, Ios. 7, 22. Delila, Nicht. 16, 5. Samuels Söhne, 1 Sam. 8, 3. Gehasi, Z Kön. 5, 20. Ähab, 1 Kon. 21, 15. der Rath zu Jerusalem, Neh. 5, 7. Iojakim, Icr. 22, 13. die Hohenpriester, Matth. 21, 12, Pharisäer, Luc. 16, 14. Judas, Luc. 22, 5. 6. Felix, A.G 24, 26. Jener Jüngling, Matth. 19, 21. 22. Ananias und Saphira, A.G. b, 1 2c. ;c.
8. 6. Vor dem Geiz kanu man sich verwahren, a) durch Betrachtung des göttlichen Worts, uno besonders der darin enthaltenen beweglichen Warnungen, Ps. 119, 36. 37. b) durch Ausrottung der giftigen Wurzel selbst, welches bei einer gründlichen Bekehrung und täglichen Erneuerung erfolgt, c) durch Anerkennung der Würde und Bedürfnisse nn-