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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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GotteZdlenst.
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a) lnnerlich in Ansehung 1) des Verstandes, da wir GOttes Wesen, Vollkommenheiten, Personen und Wohlthaten gläudig erkennen; 2) des Willens, da wir eine mit Liebe verknüpfte Furcht vor ihm haben, und nnsre Hoffnung und Vertrauen gläubig auf ihn allein setzen; b) äußerlich, da wir ihn allein anrufen, seinen göttlichen Namen mit Lob und Dank, und seine Wohlthaten preisen und verherrlichen. Wie denn dieser äußerliche Gottesdienst theils aus ordentlichen, theils aus außerordentlichen Pflichten besteht. Die ordentlichen sind das Gebet, mit seinen verschiedenen Arten, ferner die Betrachtung, Lesung und Anhörung des Wortes GOttes, heilige Gespräche, geistliche Lieder, und der Gebrauch der Sacramente. Die außerordentlichen Pflichten aber sind die Eidschwüre und Gelübde. <Man nennt auch diese letzten oder äußere Art des Gottesdienstes den unmittelbaren, da er sich direct ans GOtt bezieht; und den durch das Leben und die Pflichterfüllung sich erweisenden den mittelbaren, weil hier der Ausoruck der Gesinnung gegen GOtt durch das Mittel des Thuns bewirkt wird.) Die Schrift will, daß das ganze Leben des Christen ein anhaltender Gottesdienst sei, Röm. 12,1. Eph. 5, 19. 20. 1 Petr. 5, 11. S. Frömmigkeit, Gott-seligkeit. *
z. 2. Wie ein Kind seiner Mntter einen Dienst erweist, wenn es die Milch aussaugt, und das Alles aus Liebe; so thun seine vernünftigen Geschöpfe GOtt, der die Liebe selbst ist, gleichsam einen Dienst, wenn sie in solcher Beschaffenheit sich von ihm finden lassen, daß er sie seine Liebe genießen lassen und sich ihnen mittheilen kann.
§. 3. Im alten Testament war es ein symbolischer Gottesdienst, ein Vorbild und Zeugniß des Messias in äußerlichen Ceremonien, welche nach dem Buchstaben des Gesetzes verrichtet werden mußten, Ebr. 9, 6. 9. In solchen Bildern sahen die Iudcn den Messias gleichsam von ferne, und die an ihn glaubten, wurden selig. Im neuen Testament, da Cbristus vom Flnch und Zwang des Ge-setzcs, Gal 3. 13. von jüdischen Ceremonien, Gal. 5, 1. den oürftig/u Satzungen, Gal. 4, 8. (er hat das ganze moralische uno ceremonialische Gesetz erfüllet, siehe Ende z. 16.) uus befreit, ist der Gottesdienst nicht mehr äußerlich in figürlichen Ceremonien, sonoern innerlich im Geist und Wahr-beit, d. i. im Glauben an Christum, s. Geist
An den Gottesdienst der Hütte des Stifts legen, 2 Mos.
30. is. lAndere: Sollst es, die Unkosten der Stiftshiitte da-
nnt ;n bestreikn, anlegen.) Wenn mich der HErr wieder nach Jerusalem bringen wird,
so will ich dem HErrn einen Gottesdienst thun, 2 Sam. 15, 8. Ich will den Gottesdienst (den Rath) Iuda ? zerstören, Ier.
19, 7. Denn ich bin ein Pharisäer gewesen, welches ist die strengste
Secte unsers Gottesdienstes, A.G. 26, 5. EZ hatte zwar auch daS erste seine Rechte des Gottesdienstes
und äußerliche Heiligkeit, Ebr. 9. 1. (S. 2 Mos. 35, 24.
c. 36, 21. 3 Chr. 25, 10. 16. Ier. 52, 18.)
§. 4. Wer mit seinem, nach dem Fall verfinsterten Verstande und verderbten Willen nach seinem Gutdünken GOtt dienen will, der hat einen erdich-teten Gottesdienst, welchen GOtt aj verboten, 4 Mos. 15, 39. 5 Mos. 32, 18. b) sein Mißfallen daran bezengt, Esa. 29, 13. und c) solchen ernstlich straft, Ps. 106, 39. 40. vgl. 2 Mos. 32,10. z. B. an den Söhnen Elis, 1 Sam. 2, 12. c. 4, 11. 18. an Sa-lomo, 1 Kön. 11, 4. 9. Ioas, 2 Chr. 24, 18. Ma-nasse, c. 33, 7 2c. (S. Abgötterei.) Noch jetzt giebt Nüchner' s Hand-Concord.
es einen falschen Gottesdienst; der entweder leichtsinnig, gedankenlos geschieht, Matth. 6, 7.; oder mit falschem, heuchlerischem Herzen, wo man den äußern Dienst allein schon für die ganze Religion hält, oder durch denselben meint, den Mangel wahrer Herzensbesscrung und gewissenhafter Pflichterfüllung ersetzen zu 'können, Matth. 15, 8. 9. Beide, Propheten und Priester, lehren allesammt falschen Gottesdienst, Ier. 6, 13. Sie halten so hart an dem falschen Gottesdienst, daß sie sich
nicht wollen abwenden lassen, Ier. 8, 5. Ein Holz (als GOtt ehren) muß ja ein nichtiger Gottesdienst
sein, Ier. 10, 6.
In Ephraim ist allenthalben Lügen wider mich, und im Hause Israel falscher Gottesdienst. Aber Iuda hält noch fest an GOtt, und am rechten heiligen Gottesdienst, Hos. 12, 1. (Den äußerlichen Anstalten nach, dns Qden wnr schon veroo» ben, v. 3.)
Dergleichen wurde der Diana erzeigt, A.G. 19, 27. So aber sich Jemand unter euch läßt diucken, er diene GOtt, und hält seine Zunge nicht im Zaum, fondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel, Iac. 1, 26.
§. 5. DeS allmächtigen Schöpfers 1) ernster Wille, Mich. 6, 8. 5 Mos. 4, 2. Matth. 4, 10. c. 26, 39. 2) ftin Wohlgefallen, Ps. 143, 10. 3) und die darauf gesetzten Gnadenbelohnnngcn, 2Mos. 23, 25. I Sam. 7, 3. (Gottesfurcht z. 2. *) erfordern von den, zu einem uuendlichen Endzweck geschaffenen Creaturen einen nach der Norm des göttlichen Wortes genau abgemessenen Dienst; und da ein äußerlicher ohne den innerlichen wie ein Km per ohne Leben ist^ so dürfen wir nicht mit der Welt die Hülsen und den Schein eines gottseligen Wesens erwählen, und dessen Kraft vcrlengnen, sondern sollen in herzlicher Buße, licbethäligem Glauben und Gehorsam von ganzein Herzen, 1 Sam. 12, 20. 24. mit Freuden. Ps. 100, 1. ohne Furcht, Luc. 1, 74. und in aller Demuth, A.G. 20, 19. GOtt allein dienen, 2 Mos. 23, 25. 5 Mos. 6, 13. und in einem solchen geheiligten Wandel bis ans Ende beharren. Zur Theilnahme insonderheit all dem öffentlichen und gemeinschaftlichen Gottesdienst sind wir deshalb verbunden, weil es Pflicht jedes Menschen ist, in die allgemeine Hnloigung, die GOtt dargebracht wird, einzustimmen, die innere Gesinnung der Eh: furcht auszusprechen; weil dieser Gottesdienst ein unentbehrliches Foroeruugs-mittel des ganzen rcliqiöscn Lebens ist, und ohne ihn bald alle Sittlichkeit und Religion sinken würde, mithin jeder Verächter des Cultus so handelt, als sei es ihm gleichgültig, ob Religion da sei oder nicht: vorzüglich aber, weil der Gottesdienst das wichtigste, ja fast einzige Mittel der Erhaltnng und Bczengung der christlichen Gemeinschaft, und fo das Band mit der unsichtbaren Gemeine der Heiligen, und Vorbild, ja Vorschmack der himmlischen Feier ist.
Die Furcht des HErrn ist der rechte Gottesdienst, Sir. 1, 17.
Wer GOtteZ Wort ehret, der thut den rechten Gottesdienst, und wer es lieb hat, den hat der HErr auch lieb, Sir. 4, 15.
Von Sünden lassen, das ist ein Gottesdienst, der dem HErrn gefällt, Sir. 35, 5.
Ich ermähne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit GOttes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und GOtt wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger (anf GOttes Wort, und liesonÄers auf fo kräftige bisher «nnesittirle viele Ursachen und Wohlthaten gegrUndlter) Gottesdienst, Röm. 12, 1. .
Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor GOtt, dem Vater, ist der, die Waisen und Wittwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten, Iac. 1, 27. (Hier fordert Iacobus zu dem fortgehenden Gottesdienst im Leben zwei Stücke, die den ganzen PflichtkreiZ umfassen: Förderung des Wohles der besonders bedürftigen Menschheit, und Sorge M eigne Heiligung.)
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