Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Verachter ? Verachtung.
Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg,
Esa. 53. 3. Marc. 9, 12. Wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet,
der verachtet den, der mich gesandt hat, Luc. 10, 16. Wer mich verachtet und nimmt mein Wort nicht auf, der hat
schon, der ihn richtet, Joh. 12, 48.
H. 3. c) GOttes Wort. Welche nach dieser Norm ihr Thun und Lassen nicht einrichten, daranf nichts geben, spöttisch und ohne Ehrfurcht davon reden, die Vernunft znr Richterin setzen wollen, thnn eine schwere Sünde, dawider GOtt eifert, 2 Sam. 12, 10. Esa. 5, 24. Gzech. 20, 13. 16. zu strafen drohet, 3 Mos. 26, 15. 43. 4 Mos. 15, 31. und sie wirklich bestraft, 2 Kon. 17, 15. 18. 2 Chr. 36, 16. Amos 2. 4.
Die Pharisäer verachteten (hinderten) GOttes Rath wider (an)
sich selbst, und ließen sich nicht taufen, Luc. 7, 30. Die Weissagung verachtet nicht, i Thess. 5, 20.
§.4. d) Seinen Nächsten, wenn man ihm wegen seines geringen Standes, oder weil es ihm an Gaben, Ansehn, Vermögen 2c. gebricht, oder wegen seiner Jugend oder Fehler die Achtung, die ihm als Menschen und Christen gebührt, versagt, geringschätzig ihn ansieht, spöttisch über ihn redet. Die Kleinen insonderheit verachten geschieht, wenn man ihre Unschuld und ihr Seelenheil so wenig berücksichtigt, daß man ihnen ein Aergerniß giebt; e) die Eltern, das vierte Gebot vergessen; f) gute Zucht ?c. in Wind schlagen und an sich nicht verfangen lassen 2c. (Einen Ekel an etwas haben, Ezech. 16, 5.)
Esau seine Erstgeburt, 1 Mos. 25, 34. Etliche lose Leute den
Saul, i Sam. 10, 27. Goliath den David, 1 Sam. 17, 43.
Michal den David, 2 Sam. 6, 16. Haman den Mardachai,
Esth. 3, 6. Ich bin gering und verachtet; ich vergesse aber nicht deines Ve-
sehls, Pf. 119, 141.
Die Ruchlosen «erachten Weisheit und Zucht, Sprw. 1, 7. Wer das Wort (der Ermahnung) verachtet, der verderbet sich
selbst, Sprw. 1Z, 13.
Der Sünder verachtet seinen Nächsten, Sprw. 14, 21. Wer seinen Weg verachtet (unbedachtsam dahin lebt), wird sterben,
Sprw. 19, 16. Er (der Nnrr) verachtet die Klugheit deiner Rede, Sprw.
23, 9.
Verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird, Sprw. 23, 22. Sir. 3, 13.
Ein Auge, das den Vater verspottet, und verachtet der Mutter zu gehorchen lc., Sprw. 30, 17.
Wenn du des VerachtcnZ ein Ende gemacht hast, so wird man dich wieder verachten, Esa. 33, 1.
Alle ihre Nächsten verachten sie, Klagel. 1, 2.
Vatcr und Mutter verachten sie, Gzech. 22, 7.
Der Sohn verachtet den Vater, Mich. 7, 6.
Warum verachten wir denn Einer den Andern (werden untren)? Mal. 2, 10.
So sehet euch vor vor eurem Geist (Hffectrn, Zorn), und verachte keiner (lehne sich keiner auf wider) das Weib seiner Jugend (das er in seiner Jugend gtheirathet, nun aber alt ge-worden), Mal. 2, 15. 16. (S. Decke.)
Wer die Weisheit und die Ruthe verachtet, der ist unselig, WeiZH.
3, 11.
Verachte den Hungrigen nicht, Sir. 4, 2. das Alter, c. S, 7.
was die Weifen reden, v. 9. Du sollst Niemand ? verachten um seines geringen Ansehens
willen, Sir. 11, 2. Ein vernünftiger Mann verachtet nicht guten Nath, Sir. 32, 22.
nicht die Arzenei, Sir. 38, 4. 9. Der Gottlosen Kinder ? Nachkommen müssen verachtet sein,
Sir. 41, 9. Sehet zu, daß ihr nicht Jemand von diesen Kleinen verachtet,
Matth. 18, 10. Oder du Anderer, wa3 verachtest du deinen Bruder? Näm.
14, 10.
Ihr herrlich, wir aber verachtet, 1 Cor. 4, 10.
Niemand verachte deine Jugend, i Tim. 4, 12. Tit. 2, 15.
§. 5. Von solcher, einen pharisäischen Hochmuth, Lnc. 18, 11. verrathenden Verachtung des Nächsten sollten wir uns zurück halten lassen: a) weil es GOtt verboten, Matth. 18, 10. Sir. 11, 2. b) weil wir Alle einen Vater haben, Mal. 2, 10. s) weil
die Liebe des Nächsten damit nicht bestehen kann, und d) wir uns dadurch versündigen, Sprw. 14, 21. Röm. 14, 10.
z. 6. II) a) GOtt «erachtet den heuchlerischen Gottesdienst; hat einen Abscheu davor, Amos 5,21. b) die Menschen verachtet er nicht, indem er nie aufhört, sich ihrer zu erbarmen und ihr Gebet zu erhören. Er hat nicht verachtet noch verschmähet das Elend der Armen,
Pf. 22, 2b. Ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst du, GOtt, nicht
verachten, Ps. 51, 19. Der HErr ? verachtet seine Gefangene nicht, Ps. 63, 34.
Verächter
Ebr. Treulose, Vundbrüchige, welche wider GOtt und ihren Nächsten untreu handeln, und weil sie innerlich ohne wahre Ehrfnrcht und Liebe gegen GOtt, ohne Aufrichtigkeit gegen den Nächsten sind, auch die göttlichen Gebote freventlich übertrete«, und sich über Alles leichtsinnig hinwegsetzen, Sprw. 21, 18. c. 22, 12. Röm. 1. 30.
Zu Schanden müssen sie werden, die losen Verächter, Ps.
25, 3. Ich sehe die Verächter, und thut mir wehe, daß sie dein Wort
nicht halten, Ps. 119, 153.
Die Verächter werden aus dem Lande vertilget, Sprw. 2, 22. Die Bosheit wird die Verächter verstören, Sprw. 11, 3. 6. Die Verächter denken nur zu freveln, Sprw. 13, 2. Der Verächter Weg bringet Wehe, ib. v. 15. Die Hoffnung des Verächters zur Zeit der Noth ist wie ein
fauler Zahn, Sprw. 25, 19.
Ein Verächter (Tyrnun) kommt wider den andern, Esa. 21, 2. Wehe mir! denn die Verächter (trotzige Heiden) verachten, ja die
Verächter verachten, Esa. 24, 16. Warum gehet es doch den Gottlosen so wohl, und die Verächter
haben Alles die Fülle? Ier. 12, 1. Warum siehest du denn zu den Verächtern? Hab. 1, 13. Ihre Propheten sind leichtfertig und Verächter, Zeph. 3, 4. Iuda ist ein Verächter (untren und abtrünnig) geworden, Mal.
2, 11.
Da werden alle Verächter ? Stroh sein, Mal. 4, i. Sehet ihr Verächter, und verwundert euch und werdet zu nichte,
A.G. 13, 41.
Verachtet, Verächtlich"
Weil Christen nicht von der Welt sind, Joh. 15,19. und meist unter den Kreuzdornen sitzen, so sind sie den Weltkindern ein Lied lein. Getrost! ihr Heiland war der Allerverachtetfte^ Esa. 53, 3. für Schmach und Verachtung sollen sie Ehre und Herrlichkeit haben, Röm. 8, 17. 18. Und ist ein verachtetes Lichtlein in den Augen der Stolzen, Hiob
12, 5. S. Esa. 49, 7. Ier. 22, 28. Siehe, ich habe dich gering gemacht unter den Heiden, und sehr
verachtet, Obad. 2. Ier. 49, 15. Und das Verachtete hat GOtt erwählet, i Cor. i, 28. * Meine Brüder gehen verächtlich (untreu) vor mir über, Hiob
6, 15. Du hast die Furcht fahren lassen, und redest zu verächtlich von
GOtt, Hiob 15, 4. Die Rede (des Paulus) ist verächtlich (ohue prunk und impa-
nirende G»u>alt), 2 Cor. 10, 10.
Verachtung
8. 1. S. Verachten, Hiob 31, 34.
Tr schüttet Verachtung auf die Fürsten, Hiob 12, 21. Pf. 107, 40.
Ich (der Messias) bin ? ein Spott der Leute und Verachtung des Volks, Ps. 22, 7.
Wende von mir Schmach und Verachtung, Ps. 119, 22.
Sei uns gnädig, HErr, sei uns gnädig, denn wir sind sehr voll Verachtung, Ps. 123, 3. 4.
Wo der Gottlose hinkommt, da kommt Verachtung und Schmach mit Hohn, Sprw. 18, 3.
Man kann Alles versöhnen, ausgenommen die Schmach, Verachtung «., Sir. 22, 27.
z. 2. Wer die kindliche Scheu vor GOtt und seinem Wort aus den Angen setzt, und die Sprache der Gottlosen redet: Wer ist der Allmächtige, daß