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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

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Die Urgeschichte der Kunst.

Leuten von heute noch möglich. Aus Schutt und Seeschlamm, aus Gräbern und Höhlen gräbt man die toten Zeugen, und die lebendigen wandeln auf meerverlorenen Inseln und in verborgenen Wildnissen der Festländer umher.

Die Menschheitsgeschichte hat viel Uebereinstimmung mit der Erdgeschichte. Wie hier die erste feste Kruste des feurigflüssigen Balles einerseits selbst verändert und zersetzt, andererseits von neu aufgetriebenen Massen überlagert wurde, wie dann dieser Vorgang von Schichte zu Schichte sich wiederholte, so geschah es auch in der Menschheit.

Es erscheint als ein unzweifelhaftes Gesetz, daß kein Menschenstamm vom Urzustande bis zur höchsten Entwicklung gelangen kann. Eine gewisse Stufe erreicht er, dann geht er entweder völlig zu Grunde oder vermengt sich mit einem anderen Stamme und bildet mit diesem eine neue Menschenschichte, welche auf der Grundlage der alten auch auf eine höhere Kulturstufe sich erhebt. Kein Kulturvolk der Neuzeit ist ein solches "rein aus sich heraus" - ohne Mischung mit anderen und ohne Uebernahme vorhandener Errungenschaften - geworden.

^[Abb.: Fig. 3. Geräte und Gefäße der Steinzeit. (Nach Ranke und Hoernes.)

1. Lanzenspitze aus Feuerstein (Frankreich). 2. Ungeschliffene Feuerstein-Axt (Dänemark). 3. Pfeilspitze (Irland). 4. Geglättete Steinaxt der nordischen jüngeren Steinzeit. 5. Mit der Fingerspitze eingedrückte Verzierung eines Thongefäßes aus Thüringen. 6. Thongefäß der nordischen älteren Zeit. 7. 8. 9. Thongefäße aus Thüringen mit eingedrückten und eingeritzten Verzierungen. 10. Bruchstück eines Thongefäßes mit eingeritzten Verzierungen, aus einem Pfahlbau im Laibacher Moor. 11. Schmuck aus Knochen mit eingeritztem Linienmuster.