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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Altchristliche Kunst

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Altchristliche Kunst.

bole", Merk- und Wahrzeichen, welche eine große Rolle in der altchristlichen Kunst spielen. Die "Gleichnisse", in welchen die Lehren des Evangeliums ausgesprochen sind, wurden in der Formensprache wiedergegeben. Christus nannte sich den "guten Hirten", das "Opferlamm", welches die Sünden der Welt trägt, den "Säemann"; die Apostel bezeichnet er als "Menschenfischer" u. s. w.

Das alte und neue Testament - ersteres namentlich in den Psalmen, letzteres in den Parabeln - enthalten eine Fülle solcher Gleichnisse und Schlagworte, die sich gegenständlich darstellen ließen, und der christliche Geist erfand immer noch neue dazu. Tiere, Pflanzen, Geräte u. s. w. wurden zu solchen "Symbolen", die einen religiösen Gedanken ausdrückten.

Es würde zu weit führen, eine erschöpfende Aufzählung dieser "Symbole" zu geben, nur einige der wichtigsten seien erwähnt. Dazu gehören das Lamm und der Hirt, die Taube, der Fisch (- dessen griechische Bezeichnung Ichthys auch noch zu einer besonderen Deutung Anlaß gab: Jesus Christus, Theou Yios, Soter, d. h. Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser -), der Hahn, der Pfau, (wohl richtiger Phönix, der unsterbliche Vogel), der Weinstock, die Palme, die Lilie, der Kelch, das Schiff u. a. Dazu kamen noch das "A und O" (Alpha und Omega, der erste und letzte Buchstabe des griechischen Alphabets, Anfang und Ende) und das Handzeichen Christi (Monogramm), gebildet aus den griechischen Buchstaben Ch und R in der Form der Fig. 216.

Erzählende Darstellungen. Diesen Wahr- und Merkzeichen begegnen wir schon in den Katakomben, und auch in der späteren Zeit werden sie in ausgedehntem Maße verwendet, obwohl da - seit dem 5. Jahrhundert - die erzählenden Darstellungen in den Vordergrund treten. Anfänglich hatten auch diese die Aufgabe, nicht so sehr die wirklichen Ereignisse bildlich wiederzugeben, sondern die "Gleichnisse" in ausführlicherer Weise, durch eine Reihe von Bildern, zu verdeutlichen, waren also auch von "symbolischer" Art, und drückten nur "Gedanken" aus. - Erst später gab man die biblischen Erzählungen als wirkliche Geschehnisse inhaltsgetreu wieder, und zwar sowohl jene des alten wie des neuen Testamentes. Hierbei wählte man vor allem solche Vorgänge, welchen ein höherer Sinn, eine tiefere religiöse Bedeutung unterlegt werden konnte, insbesondere Beziehungen auf das ewige Leben und die Auferstehung der Menschen.

Darstellung des Heilands. Die Persönlichkeit des Heilands selbst darzustellen wurde in der ersten Zeit vermieden, um jeden Anklang an den "Götzendienst" zu ver-^[folgende Seite]

^[Abb.: Fig. 211. Altchristlicher Sarkophag.

Rom, Museum des Lateran.]