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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Germanische Kunst

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Germanische Kunst.

durch schöne Verteilung der Massen. Ost- und Westseite halten sich das Gleichgewicht, jede besitzt zwei Türme und eine Kuppel. Der Schmuck der Außenseiten beschränkt sich auf Lisenen, Rundbogenfriese und Bogengänge am Chor, an den Kuppeln und an den hinteren Türmen. Abweichend von der einfachen Regel haben der Dom zu Worms wie auch der zu Mainz zwei einander gegenüberliegende Chöre.

Dom zu Mainz (Fig. 240). Auch bei diesem liegt die Schönheit hauptsächlich in der Anordnung der Massen. An den älteren Teilen, dem Ostchor - auf der Abbildung links sichtbar -, und an den Wänden des Längsschiffes ist noch große Zurückhaltung hinsichtlich Verwendung der Schmuckformen bewahrt, während der später ausgeführte Kuppelturm der Westseite schon das mit der Einführung des gotischen Stiles aufkommende Streben nach schmuckhafter Wirkung verrät. Diese Verschiedenartigkeit erklärt sich aus der langen Dauer der Bauzeit und aus den wechselvollen Schicksalen des Domes, der mehrmals durch Feuer und in den Kämpfen der Bürgerschaft mit den Bischöfen verwüstet wurde. Die ältesten Teile des Domes in seiner jetzigen Gestalt rühren aus der Zeit nach dem Brande von 1009 her; die übrigen entstanden nach 1191, die Vollendung der Hauptkuppel zog sich bis in das 13. Jahrhundert hinein.

Abteikirche zu Maria-Laach. Neben den vorgenannten gewaltigen Bauten verdient eine kleinere rheinische Kirche, die ihr ursprüngliches Aussehen völlig bewahrt hat, als Vertreterin des reinen romanischen Stils genannt zu werden. Es ist dies die Abteikirche zu Maria-Laach, die im Jahre 1093 begonnen und 1156 vollendet wurde. Die Anlage in Kreuzform ist die gleiche wie bei den großen Bauten, die aufstrebenden Teile werden in schönen Gruppen zusammengehalten, und die Ausschmückung des Aeußeren mit Lisenen, die durch Rundbogenfriese verbunden sind, hält die rechte Mitte zwischen Leerheit und Ueberfüllung. (Fig. 241.)

Dom zu Bamberg. In diesem herrlichen Bauwerke des Frankenlandes finden wir die Vorzüge der rheinischen und der sächsischen Bauweise vereinigt. Der Dom ist zugleich auch der bedeutendste Vertreter des sogenannten "Uebergangsstiles". An dem östlichen Teile mit seinen zwei vierseitigen Türmen und am Langhause hat sich das Romanische am reinsten erhalten; die kleineren Türme der Westseite mit durchbrochenen Treppentürmchen an ihren Kanten zeigen Einflüsse der französischen Frühgotik. Die Anlage ist, wie schon aus dem Anblick des Aeußeren zu erkennen ist, dreischiffig, mit Chören an der Ost- und Westseite, dem westlichen ist ein Querschiff vorgelagert; ein

^[Abb.: Fig. 263. a) Bernwardssäule im Dom zu Hildesheim, b) Marmorkandelaber in St. Paul außer den Mauern.

Rom.]