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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Malerei im 14. und 15. Jahrhundert

349 ^[Seitenzahl nicht im Original]

Die Malerei im 14. und 15. Jahrhundert.

Malerei im Dienste der Baukunst. Es wurde bereits angedeutet, daß die Malerei seit dem 14. Jahrhundert aus ihrer bisherigen bescheidenen Stellung in den Vordergrund zu treten begann und sich anschickte, die führende Stellung in den Künsten einzunehmen. Der Zusammenhang ihrer Entwicklungsgeschichte erfordert es, daß ich dieselbe abgesondert behandle und nicht wie bisher im Anschluß an den durch den Baukunststil bestimmten Zeitraum. Von einem "gotischen Stil" in der Malerei kann man eigentlich nicht sprechen, höchstens nur in dem Sinne, daß die geistige Auffassung, welche in der Baukunst die Richtung bestimmte, zur selben Zeit auch in ihr hervortritt.

An dieser Stelle will ich in Kürze nur einiger Zweige der Malerei gedenken, welche entweder noch in enger Verbindung mit der Baukunst verblieben - Glasmalerei und Mosaikkunst -, oder mehr die Art der Kleinkunst tragen, wie die Miniaturen. Noch für die romanische Zeit sind diese Zweige, namentlich die Miniatur-Malerei, von wesentlicher Bedeutung, weil aus den Arbeiten auf diesen Gebieten wir das malerische Können vorwiegend beurteilen müssen, da die Werke der Wandmalerei fast durchwegs verloren sind und die Tafelmalerei noch selten war.

Miniaturmalerei. Die Miniaturmalerei zeigt unverkennbare Fortschritte, die hauptsächlich nur auf der erhöhten Arbeitsfertigkeit beruhen. Sie war eben in diesem Zeitraume auch Gegenstand des gewerblichen Betriebes geworden, und die weltliche Zunft der "Illuminatoren" trat an Stelle der klösterlichen Künstler. Dadurch ging den Arbeiten natürlich viel von persönlicher Eigenart verloren, dafür gewannen sie an besserer Ausführung, die in geschulten Händen lag. Auch trat Arbeitsteilung ein, das bloße

^[Abb.: Fig. 335. Cimabue: Madonna auf dem Throne.

Florenz. St. Maria Novella.]