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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Zeit der "Renaissance"

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Die Zeit der "Renaissance".

Nach Michelangelo waren Vignola und Giacomo della Porta die Bauleiter, die wohl ohne bedeutendere Abweichungen nach Michelangelos Plan weiter arbeiteten, bis 1605 Papst Paul IV. dem Drängen der Geistlichkeit nachgab und durch Carlo Maderna dem Langhaus die Verlängerung nach vorn geben ließ, wodurch die Umwandlung des Grundrisses aus dem griechischen Kreuz in das lateinische vollzogen wurde. Gleichzeitig wurde die noch heute bestehende prunkvolle Vorhalle aufgeführt und durch diese im Verein mit dem vorgelagerten Langhause, die Kuppel um die von Michelangelo und Bramante ihr zugedachte, das Ganze beherrschende Stellung gebracht, damit aber auch die großartige, einheitliche Wirkung vernichtet. 1614 war der Bau endlich soweit vorgeschritten, daß er durch Urban VIII. geweiht werden konnte. Maderna starb 1629 und Lorenzo Bernini erhielt den Auftrag, den Bau zu beenden. Es handelte sich vor allem darum, der breiten, über das ganze Langhaus sich erstreckenden Schauseite, in welcher die wagerechten Linien überwogen, nun auch eine Höhenwirkung zu geben. Dies sollte durch Aufführung von Seitentürmen geschehen, aber die Senkung der Grundmauern zwang, den einen bereits errichteten abzutragen. Da fand Bernini eine glückliche Lösung, indem er beiderseits lange Säulengänge schief an die Ecken der Schauseite anschloß, wodurch diese einerseits höher, andererseits (infolge der Schrägstellung der Säulenhallen) verkürzt erschien. Dazu gab er noch dem Platze vor der Kirche eine ziemlich starke aufsteigende Neigung, so daß der Bau höher und ferner aussieht. Durch diese sinnreiche Verwertung der perspektivischen Gesetze wurden die begangenen Fehler so weit als möglich gut gemacht.

Sucht man nun den Anteil der beiden Hauptmeister heraus, so findet man Bedeutenderes von Bramante nur bei Einzelheiten im Innern an den Pfeilern der Kuppel.

^[Abb.: Fig. 443. Donatello: Kinder-Fries.

Florenz. Museum St. Maria del Fiore.]

^[Abb.: Fig. 444. Lucca della Robbia: Sänger-Fries.

Florenz. Museum St. Maria del Fiore.]