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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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äußerst geschickt umzugehen verstehen. Beim Essen von Reis, Gemüse und sonstigen halbflüssigen Dingen dienen die Stäbe nur zum Schieben; man setzt nämlich den Rand der Schale an den Mund und schiebt den Inhalt langsam auf die Zunge. Zwischen den einzelnen Gängen werden Schalen mit Wasser und Handtücher herumgereicht, damit die Gäste Hände und Gesicht reinigen. Das Gesicht beim Essen arg zu beschmieren, gilt durchaus nicht für lächerlich oder gar für eine Schande; die Hauptsache bleibt es für den Gast, so viel als möglich in sich hineinzupacken, um den Gastgeber zu ehren. Das Tafelgeschirr besteht lediglich aus einer Anzahl von Schalen verschiedener Größe, irdenen kleinen Löffeln und den Eßstäben, die in vornehmen Häusern aus Silber oder Elfenbein, sonst aber aus Holz angefertigt sind. Man hält sie mit der rechten Hand, etwa wie einen Bleistift. Eine Tasse oder vielmehr ein Täßchen Tee beschließt die Mahlzeit. Dem verdorbenen europäischen Geschmacke würde weder die Größe der Gefäße noch die Qualität der Getränke zusagen. Die letzteren sind von wunderbarer Feinheit und entzückendem Aroma. Man trinkt den Tee, der durch bloßes Aufgießen von kochendem Wasser bereitet wird, aus sehr kleinen Schalen, die kaum viel größer als Fingerhüte sind. Auch das Teetrinken hat seine bestimmten Formalitäten. (Aus "Küche".)

Wirtschaftliche Ratschläge.

Möbel werden am besten mit einem nassen Lederlappen abgewischt und mit einem weichen, trockenen Tuche tüchtig nachgerieben, bis die Gegenstände ganz blank sind. Alten Möbeln verleiht man neuen Glanz und entfernt leicht Schmutzstellen, wenn man ein Wischtuch oder sonst ein Tuch oder Lappen zu einem faustgroßen, festen Ball zusammenlegt, darüber glatt ein sauberes Tuch spannt, nun die Ballfläche mit ein paar Tropfen Spiritus und einigen Tropfen Olivenöl tränkt und damit den betreff. Gegenstand ordentlich ab- und sofort mit einem weichen Tuche nachreibt. Ist die Ballfläche schmutzig, so spanne man eine saubere Stelle des Tuches darüber und befeuchte wieder mit Spiritus und Oel, doch nie zu reichlich.

Bronzeleuchter, Ketten derselben, sowie ähnliche Gegenstände reinigt man durch Abbürsten mit dem Wasser, worin Erbsen, Bohnen oder Linsen gekocht sind. Dieses Wasser reinigt durch seine Laugeteile ganz vorzüglich, und genügt nach dem Abbürsten ein Abspülen mit reinem Wasser und Trockenreiben mit einem weichen Tuche.

Um neuen Metallkannen für Kaffee oder Tee den Metallgeschmack zu nehmen, koche man in der Kaffeetanne eine halbe Stunde lang Kaffeesatz, in der Teekanne einige Löffel voll gebrauchter Teeblätter.

Metallgegenstände, Silber und Alfenide 2c. vor dem Anlaufen zu schützen, überstreicht man dieselben mittels eines feinen Pinsels mit Kollodium, welches sehr stark mit Spiritus verdünnt ist. Die Lösung muß gleich in der richtigen Stärke aufgetragen werden, da sich bei wiederholtem Ueberstreichen leicht Flecke und Bläschen bilden. Der Ueberzug ist durchsichtig und ganz unsichtbar. Beim Gebrauch der Sachen wäscht man sie mit warmem Wasser ab und trocknet gut nach.

Vergoldete Rahmen, Gardinenstangen und dergleichen werden mit einer durchschnittenen Zwiebel abgerieben und mit einem weichen Tuche nachgewischt, wodurch sie von allem Fliegenschmutz gereinigt und schön glänzend werden. Auch einige Eiweiße mit Salz vermischt - und zu Schaum geschlagen, ist ein gutes Mittel, um vergoldete Gegenstände zu reinigen. Man bürstet mit einer in diese Mischung getauchten weichen Bürste die Sachen so lange, bis sie wie neu erscheinen, wischt schnell mit einem weichen, in reinem Wasser getauchten Schwamm die Eimasse von den Gegenständen und trocknet gut ab.

Unechte, einfache Bilderrahmen 2c. kann man nach vorsichtiger Reinigung mit Goldlack wieder auffrischen.

Spiegelgläser darf man nicht mit Wasser reinigen, ebenso das Glas der Kupferstiche, ein wenig Spiritus leistet viel bessere Dienste, doch muß man sich vorsehen, daß man die vergoldeten Rahmen nicht mit Spiritus befeuchtet, weil dadurch die Vergoldung leiden würde.

Schmutzige Kupferstiche reibt man leicht mit halbtrockener Semmel oder Brot ab; haben Kupferstiche ihren Glanz verloren, so legt man sie zwischen weißes Papier und plättet sie von beiden Seiten mit einem nicht zu heißen Eisen. Will man die Kupferstiche bleichen, so lege man sie angefeuchtet zwischen Glasplatten und setze sie der Sonne aus. Wirklich wertvolle Kupferstiche gebe man einem Sachverständigen zur Reinigung.

Oeldruckbilder reinigt man, indem man das Bild aus dem Rahmen nimmt und leicht mit einem in lauem Wasser, dem man ein paar Tropfen Salmiakgeist beigefügt hat, getauchten Schwamm überwischt. Dann mischt man Eiweiß mit etwas Wasser, Kandiszucker und Gummiarabikum zu gleichen Teilen, gibt einige Tropfen Wermuttinktur hinzu und trägt diese Mischung mit einem weichen Läppchen gleichmäßig auf das Bild auf.

Lampenglocken werden in warmem Wasser, dem man etwas Salmiakgeist zufügt, abgeseift und mit klarem Wasser nachgespült. Man darf die mattgeschliffenen Glocken nie mit den bloßen Händen beim Aufstellen anfassen, sondern muß sich dazu eines Tuches bedienen, weil von den