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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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Eingegangene Kochrezepte und Anderes auf unser Preisausschreiben vom 4. Juli.

(Nachdruck verboten.)

Decke aus Stoffresten.

Beliebige Tuchresten werden vorn halbkreisförmig zugeschnitten. Die Restchen dürfen von beliebiger Größe sein, jedoch zur nämlichen Decke selbstverständlich alle gleich groß. Das runde Ende wird mit farbigen Wollresten festoniert und mit beliebigen Zierstichen verziert. (Sind die Fleckchen aus Seide, so wird auch mit Seidenresten verziert). Hat man eine ziemliche Anzahl solcher Fleckchen, so werden sie nach Farbe und Verzierung geordnet. Sodann wählt man als Unterlage ein Stück Tuch, so groß, als man die Decke machen will. Dies braucht ebenfalls nicht neu zu sein, z. B. von einem alten, noch nicht schadhaften Sophaüberzug. Nun heftet man die Fleckchen mittelst Seide oder reinem Garn darauf, und zwar fängt man in den vier Ecken an und reiht sie wie Schuppen übereinander. Wer Sinn für Farben hat, kann sie harmonisch und geschmackvoll ordnen. In der Mitte schließt man mit einem kreisrunden oder viereckigen Fleckchen, ist die Decke länglich, dann mit einem ovalen Stück, das ebenso wie die übrigen verziert wird. - Wer viel Phantasie und guten Geschmack besitzt, kann so aus Abfällen, die man sonst nirgends verwenden kann, recht hübsche Sachen anfertigen, so z. B. auch Bettvorlagen, Wiegendeckchen u. dergl. mehr.

A. M. Z. in S. B., Arbeitslehrerin.

Für die Küche.

Petersilie, das kostbare, unentbehrliche Grün für Suppen 2c. kann sehr gut aufbewahrt werden für den Winter. Dasselbe wird ganz fein zerschnitten, dann in einen Steinguttopf (oder auch in Confitüren-Einmachgläser) getan. Je eine Lage Petersilie wird mit Salz überstreut und zuletzt der Topf gut geschlossen. Die Petersilie muß frisch und nicht naß sein. Auf diese Weise erhält man den ganzen Winter frisches Suppengrün.

Fr. Pfr. H. in B.

Vermischtes.

Reizende Puppenbettchen werden aus Kartonschachteln in jeder beliebigen Größe leicht hergestellt. Dieselben werden mit rosa oder blauer Satinette, auch weißer oder gemusterter Mousseline überzogen. Der Inhalt: Matratze, Kissen wird aus Watte und Mousseline hergestellt, mit Spitzchen garniert. So entsteht mit wenig Mühe ein allerliebstes Puppenbettchen mit Vorhang und Himmelbettchen. Diese duftigen Bettchen eignen sich nicht nur zu Weihnachtsgeschenken, sondern sind auch - ich kann's aus Erfahrung bestätigen - willkommene Gaben für einen Wohltätigkeitsbazar.

L. H.

Kochrezepte.

Hasenbraten. Man nimmt zum Braten nur den Rücken und die hinteren Schenkel. Der Braten wird fein gespickt und im Ofen in steigender Butter unter öfterem Begießen ca. 50 Minuten gebraten. Unterdessen stößt man zur Sauce die Leber fein, schwitzt die Masse, nebst einigen gewiegten Chalotten in Butter einige Minuten, kocht dies mit Weißwein, kräftiger Bouillon zu dicker Sauce, gibt ein Glas saure dicke Sahne dazu, salzt und pfeffert und serviert die Sauce zum Braten.

A. Sch. G. in W.

Weintraubenmark. Man presse recht reife Trauben aus und koche davon, auf 1l 90gr Zucker, zur Hälfte ein. Quirle 8 Eidotter mit 1/8l Weißwein, gebe es dazu und lasse unter fortwährendem Rühren so lange kochen, bis das Mark dick ist, gieße es in eine Schale und stelle es kalt.

Pfirsich-Kompot. Man schneidet 2 Pfd. reife Pfirsiche zu kleinen Stückchen; die Kerne werden gestoßen und beigefügt. Dann wird alles in 1 1/2l Wasser solange gekocht, bis der Saft auf 1/8 eingekocht ist. Dieser wird filtriert und mit 2 Pfd. Zucker vermischt und auf's Feuer gesetzt. Diesem Syrup fügt man wiederum 2 Pfd. feinste geschälte und in dünne Scheiben geschnittene Pfirsiche bei und läßt so lange köcheln, bis der Saft Faden zieht.

A. Sch. G. in W.

Birnen mit Milch zu kochen. Wenn die Birnen geschält und gewaschen sind (die Kleinen lasse man ganz, die großen werden halbiert) lasse man sie mit etwas Wasser halb welch kochen, nachher gieße man Milch daran und genügend Zucker und lasse sie vollends weich kochen und achte darauf, daß die Milch und der Zucker schön einkochen, daß nur eine kleine Sauce bleibt. Schmeckt ausgezeichnet und wird von Klein und Groß gern gegessen.

Fr. V. in G.

Trauben- und Apfelbutter. 5 Pfd. Weintrauben (blaue), 5 Pfd. Aepfel, 5 Pfd. Zucker. Pflücke die Trauben von den Stielen, zerdrücke sie und koche sie lange zugedeckt, bis die Samenkerne vom Fleisch fallen, dann passiere sie durch einen Durchschlag. Schäle Kochäpfel, schneide sie in acht Teile, nehme die Kerne heraus und koche die Aepfel mit ein wenig Wasser zugedeckt auf langsamem Feuer, sobald als weich, passiere sie durch- einen Durchschlag. Nun füge Trauben, Aepfel und Zucker zusammen in einen Topf und koche alles zusammen langsam unter häufigem