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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

XIII. Band. Nr. 25

Erscheint wöchentlich. Abonnement jährlich Fr. 2.50; als Beilage Zum "Schweiz. Familien-Wochenblatt" gratis. Inserate die kleine Zeile 25 Cts. Verlag von Th. Schröter, Obere Zäune 12, Zürich.

1903. 19. Dezember. Inhalt: Pelzwert und Pelzmode. (Forts.) - Wie entsteht das Weihnachtsspielzeug? - Tierschutz im Winter. - Gesundheitspflege. - Christbaumschmuck. - Kochrezepte. - Briefwechsel der Abonnenten unter sich. - Inserate.

Zur gefl. Kenntnisnahme.

Wir wollen nicht unterlassen, darauf aufmerksam zu machen, daß von nun an, auf vielseitige Wünsche hin, unsere Blätter geheftet zur Ausgabe gelangen. Die Kochschule sowohl als die andern Beilagen lassen sich mit Leichtigkeit (event. durch Umbiegen der Haften) ablösen.

Die Redaktion

Pelzwerk und Pelzmode.

Von Dr. Friedrich Knauer.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung statt Schluß.)

In zweiter Linie stehen Schuppen, Skunks Nörz, Edel- und Steinmarder, Luchs, Hermelin, Rotfuchs, Iltis, Affenfelle, feine Lammfelle, Sumpfbiber. Schuppen sind das dickwollige, dunkler oder heller graubraune, hübsch schattierte Pelzwerk des Waschbären, für dessen Felle man 1½-6 Mark bezahlt. Nörz vom osteuropäischen und amerikanischen Nörz oder Menk, ist feinhaarig, glänzend braun mit sehr dichtem gräulichem Wollhaar. Für die viel wertvolleren amerikanischen Felle bezahlt man 3 bis 25 Mark, für die kürzer und gröberhaarigen russischen Felle 1½ bis 5 Mk. Edelmarder, das angenehme, leichte warme Pelzwerk des Baummarders, dunkelbraun, an den Seiten und dem Bauche gelblich, kommt am schönsten aus Norwegen und Schottland. Für nordische Felle bezahlt man 10 bis 20 Mark. Fast neun Zehntel der 180000 jährlich in den Handel kommenden Marderfelle gehen nach Rußland, wo Edelmarder als Pelzfutter sehr beliebt ist. Steinmarder gelangen jährlich in größerer Zahl, an 400000 Felle, auf den Pelzmarkt. Skunks sind die Felle des Stinktieres, lange wegen ihres impertinenten Geruches unverwendet, seit 40 Jahren aber, nachdem man den Geruch zu beseitigen gelernt hat, der reichen Grundwolle wegen besonders in Rußland ein beliebtes Pelzwert. Man bezahlt für das Fell 6-12 Mk. Hermelin, das weiße Winterpelzwerk des großen Wiesels, in etwa 400000 Fellen jährlich aus Rußland, Sibirien und Nordamerika in den Handel kommend, wird je nach der Festigkeit der Haut und der Feinheit, Länge und Weißheit der Haare mit 1¼ bis 3 Mark pro Fell bezahlt. Zu einem Mantel benötigt man etwa 130 Felle. Bekanntlich schmückt man die weißen Mäntel, einst Symbol und Vorrecht fürstlicher Würde, mit den schwarzen Schwanzspitzen. Luchsfelle sind ihres weichen langen Haares und der Leichtigkeit wegen sehr beliebt. Die besten kommen aus Schweden, dann aus Rußland, Sibirien, China; minder geschätzt sind die kürzer- und gröberhaarigen aus Nordamerika. Ein Luchsfell tostet 7-30 Mark. Fuchsfelle kommen in verschiedenster Art und Güte in den Handel. Rotfuchs heißt das Fell des gewöhnlichen Fuchses, Grau- oder Griesfuchs das grobhaarige, auf dem Rücken silberig gesprenkelte Fell einer nordamerikanischen Fuchsart; man bezahlt für Rot- und Graufuchsfelle 1½ bis 21 Mark. Kreuzfuchs heißt das Fell einer nordischen Spielart mit dunkler Kreuzzeichnung auf Rücken und Schulter; das Fell wird mit 28-100 Mark bezahlt. Brandfuchs nennt man das Fell des gemeinen Fuchses, dessen Schwanzspitze und Läufe nicht weiß, sondern schwarz sind. Norniki sind die Frühjahrsfelle sibirischer Eisfüchse, graugelb mit schwarz vermengt. Iltisfelle kommen besonders vom bayrischen Hochland, Holland und Norddeutschland in den Handel; sie sind als leichtes Pelzwerk sehr beliebt. Gefleckter Iltis (Tigeriltis) stammt vom südrussischen, kurzhaarigen Iltis, gestreifter Iltis vom südafrikanischen Zorilla. Affenfelle, entweder graue "Perlaffen" oder seiden-^[nächste Seite]