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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

XIII. Band. Nr. 29

Erscheint wöchentlich. Abonnement jährlich Fr. 2.50; als Beilage Zum "Schweiz. Familien-Wochenblatt" gratis. Inserate die kleine Zeile 25 Cts. Verlag von Th. Schröter, Obere Zäune 12, Zürich.Erscheint wöchentlich. Abonnement jährlich Fr. 2.50; als Beilage zum "Schweiz. Familien-Wochenblatt" gratis. Inserate die kleine Zeile 25 Cts.

Verlag Th. Schröter, Obere Zäune 12. Zürich.

1904. 16. Januar. Inhalt: Verschiedene Toilettenzimmer. (Schluß.) - Zierliches Anrichten der Speisen. - Ueber weiße und braune Saucen. - Unvorhergesehene Ausgaben. - Gesundheitspflege. - Hausmittel und Rezepte. - Für die Küche. - Kochrezepte. - Briefwechsel der Abonnenten unter sich. - Inserate.

Verschiedene Toiletten-Zimmer.

Von Dr. J. Hertz.

III.

(Schluß.)

Die wesentlichste Bedingung dieses Zimmers bleibt Beleuchtung. Nur deren vollständige Neutralität sichert uns ein Urteil bei der Toilette, ermöglicht es, gewissen Natur- und Toiletteschäden oder koloristischen Mängeln wirkungsvoll abzuhelfen. Der feinste Puder, die zarteste Schminke und die anerkanntesten unter all den tausend kosmetischen Wassern und Schönheitselixieren erweisen sich als wirkungslos, wenn bei ihrer Anwendung die vollständig klare, neutrale Beleuchtung fehlt. Es erfordert die Beleuchtung doppelte Schärfe, bedenken wir, welchen verschiedenartigen und wechselnden Lichtern uns der Tag aussetzt und wie jede ihre eigene Wirkung ausübt. Es ist etwas Bekanntes, daß abends unter Einwirkung von künstlichem Licht auch der häßliche Teint erträglich erscheint. Die Sonne der Mittagsstunde beleuchtet anders als diejenige, die einige Zeit später auf unsere Erscheinung wirkt, und als die gefährlichste von allen hat sich die Morgensonne erwiesen. Wo es immer zu bewerkstelligen ist, gibt man dem Toilettenzimmer also am besten eine Lage, die ihm eine möglichst klare, neutrale Beleuchtung sichert. Alle Rouleaux, Jalousien, Gardinen sind während der Toilette unschädlich zu machen, das oft mit so vieler Vorliebe hergestellte "Dämmerlicht" war schon oft die trübe Ursache manchen Mißerfolges.

Zu der Ausstattung des eleganten Toilettenzimmers übergehend, so kann unmöglich jedes einzelnen all jener zahllosen Toiletten-Necessaires, wie sie den großen, komplizierten Toilettenapparat eines solchen Toilettenzimmers zusammensetzen, gedacht werden.

Ja, dieser Toilettenapparat! Von dem primitiven Anfang auf der schlichten Waschtoilette eines bescheidenen Schlafzimmers bis zum verschwenderisch-luxuriösen Chaos all der Schachteln und Schächtelchen, Schalen und Flacons, Vasen und Fläschchen, all jener geheimnisvollen Pomaden, Seifen, Oele und Pulver, in welche es sich auflösen läßt, dient alles - Einem, jenem Bestreben zu gefallen, das der unsichtbare Geist jedes Toilettenzimmers bleibt.

Das Vornehmste, Wichtigste und Notwendigste ist freilich der Spiegel. Umwoben von einer Poesie ohne Gleichen, ist er der Mittelpunkt jeden Toilettenzimmers; nicht nur sein wichtigstes, nein, auch sein interessantestes Utensil.

Und in der Tat! - was hat sich nicht alles so genannt seit jenem Wunderspiegel der bösen Königin aus dem Märchen, der ihr so grausam ihre Schönheit verleidete? Und doch ist bis auf den heutigen Tag sein Zusammenhang mit einem launenhaften Zauberer derselbe geblieben, und noch immer hängt die Magie jener Schneewittchentage ihm an. Denn wer kann bestreiten, daß er die Frau zu verzaubern und bezaubern versteht wie nichts anderes? Er löscht die verräterischen Linien, er verwischt die Schatten, er haucht einen schmeichelnden Rosaschimmer auf die Wangen, wenn auch, und wie oft, nur in ihren Augen. -

Er ist ein Splitter jenes andern Glases, welches die bösen Engel vom Himmel herabfallen ließen auf die Erde, und in den Augen der Menschen, daß sie hoffärtig und eitel werden  ein böser Engel selbst, der für das mephistophische Geschenk seines trügerischen Scheins einen menschlichen Sinn in Tausch nimmt und verblendet.

Mit dem Spiegel steht in engem Zusammenhang der Toilettentisch.

Es wird sich dieser nach Stil und Holzart der übrigen Zimmereinrichtung anpassen, oder er wird ein davon trennbares Phantasiearrangement sein. Ein allen Anforderungen der Bequemlichkeit entsprechendes Gestell, das ein möglichst graziöses Arrangement von Draperien und Gardinen ermöglicht, die, wo sie nicht weiß sind, in ihrem durchschimmernden Futter oder