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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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reichst ausgestattete Eßzimmer auf einen gemütvollen und schönheitsdurstigen Menschen keine besondere Wirkung ausübt. Also frische Blumen in die Zimmer!

Haus- u. Zimmergarten.

Das Wasser zum Gießen. Die Art und Beschaffenheit des Wassers ist sehr verschieden, und es ist keineswegs gleichgültig, ob wir diese oder jene Art zum Begießen unserer Pflanzen, im Freien sowohl wie im Zimmer, gebrauchen. Im allgemeinen unterscheiden wir hartes und weiches Wasser. Zu ersterer Art gehört das Brunnenwasser, unser Leitungswasser und das Quellwasser, wenigstens so, wie es direkt aus der Quelle kommt. Dieses harte Wasser ist mit verschiedenen mineralischen Substanzen vermischt, wodurch es zum Gießen für unsere Pflanzen unbrauchbar wird; es ist meistens kalkhaltig. Es kann aber durch Abkochen oder durch längeres Stehen an der Luft, namentlich in der Sonne, verbessert und brauchbar gemacht werden. Weiches Wasser ist z. B. Regenwasser, Teichwasser, Bach- und Flußwasser. Das geeignetste Wasser zum Gießen ist das Regenwasser; es führt stets die den Pflanzen so zuträglichen Ammoniakalien mit sich, namentlich bei einem Gewitterregen, weshalb wir solches Wasser möglichst viel auffangen sollten. Es löst die im Boden befindlichen stickstoffhaltigen Substanzen schneller als anderes Wasser auf und regt die Vegetation merklich an. Nächst dem Regenwasser ist dann das Wasser der Teiche, namentlich der stehenden Teiche, sehr gut verwendbar, da es durch die lange Einwirkung der Sonne und Luft und durch die Menge der sich meistens darin befindenden Vegetabilien etc. Nährstoffe für die Pflanzen enthält. Das Flußwasser ist, je weiter von seiner Quelle entfernt, umso besser; es kommt dann immer mehr mit Sonne und Luft in Berührung, nimmt Sauerstoff und vegetabilische Stoffe in sich auf und lagert die schädlichen, mineralischen Bestandteile nach und nach ab. Aehnlich ist das Bachwasser.

Hauptsächlich gieße man stets mit abgestandenem Wasser, welches womöglich von der Sonne erwärmt wurde. Ein kalter Guß abends den von der Sonne tagsüber erhitzten Pflanzen gegeben, oder ein Ueberbrausen mit solchem, ist den Pflanzen sehr schädlich, erkältet und schwächt sie, während ein Ueberbrausen mit temperiertem Wasser eine wahre Wohltat für sie ist. Aus "Bote der Frauenhilfe."

Teekasten.

Ein tadelloses Traubenkistchen wird außen mit grün-blauer Emailfarbe gestrichen und innen mit starkem weißem Baumwolltuch ausgefüttert.

Den Deckel leimt man mit starker Leinwand an das Kistchen, damit gar keine Scharniere zur Verwendung kommen. Genau in der Mitte des Deckels wird der ganzen Länge nach eine schmale Holzleiste aufgenagelt und derselben werden sechs kleine Haken eingeschraubt, an denen die verschiedenen Teesäcke aufgehängt werden.

Die Säcke werden aus weißem Baumwolltuch, nach der Größe des gewählten Kistchens gemacht, mit Canavasborte in Kreuzstich die Aufschriften mit blauem D.C.M.-Garn eingenäht. Kamille, Münze, Salbei, Bärentrauben etc. und die so bestickten Streifen auf die Vorderseite der Säcklein genäht, ebenso weiße Bündel zum Zubinden, und ein Beinring zum Anhängen. Beim Oeffnen des Deckels heben sich sämtliche Säcke in die Höhe und man überblickt sofort die Aufschriften.

Kochrezepte.

Erdbeerliqueur. Ein Teller voll schöner, reifer Erdbeeren werden in eine weithalsige Flasche getan, mit 1½ l echtem Kirschwasser überschüttet, und 14 Tage in den Keller gestellt; dann kocht man ½ kg braunen Zucker zu einem Syrup, preßt das Kirschwasser mit den Erdbeeren durch ein Tuch und schüttet es zu dem Syrup, sobald derselbe erkaltet ist. Nun schüttelt man die Flasche gut, damit alles gut vermischt werde und hebt sie gut verschlossen auf. H. St. in B.

Stachelbeeren für den Winter aufzubewahren. Man tut dieselben unreif in Flaschen, welche man fest verkorkt und versiegelt, und bewahrt die Flaschen im kühlen Keller stehend auf. Ohne die Beeren zu dünsten, erhalten sich dieselben wie frisch.

Ananas-Erdbeeren-Kompot ^[richtig: Kompott]. Man mache einen Zucker-Syrup von 250 gr Zucker und 2 Glas Wasser und ein wenig Vanille, 1 kg schöne Erdbeeren werden in eine Fruchtschale pyramidenartig aufgelegt und dann der Zuckersirup kalt darüber gegossen. (Gutes Dessert.) E. St. in T.

Erdbeerschaum. Ein Teller voll frische Walderdbeeren werden fein zerdrückt, mit gestoßenem Zucker und 4 Eiweiß vermischt, mit einem Beseli zu steifem Schnee geschlagen und sofort serviert. E. P. in P.

Einfache Kirsch-Creme. Beliebiges Quantum Kirschen entsteint man und stößt die Kerne in einem Mörser, tut sie dann in ein Mousselinläppchen und fügt sie zu den Kirschen. Nun läßt man alles zusammen in etwas Wasser kochen, fügt soviel aufgelöstes Kartoffelmehl hinzu, bis es steif wird, und gießt es gleich in eine Schale, wobei man das Läppchen mit den Kernen entfernt. Hierauf schlägt man Sahne,