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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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tuchhalter nahm ich ein altes Vorhangstängli in der Seitenbreite des Waschtisches, und steckte in dieses möglichst gleichgroße Fadenspüli (wer's hat, nimmt lauter rote Spulen von Katzfaden), und befestigte das Stängli mittelst Schräubli und Häckchen am Waschtisch, ganz wie für Vorhänge. Sieht hübsch aus und erfüllt den Zweck. C. M.

Hausmittel und Rezepte.

Gefälschter gemahlener Kaffee läßt sich auf einfache Weise erkennen, wenn man ihn etwas zwischen nassen Fingern reibt. Der reine Kaffee bleibt dabei pulverig und grieslich, während sich der verfälschte zu Kügelchen zusammenballt, die sich kneten lassen, ohne zu zerbröckeln.

Kartoffeln als Reinigungsmittel. Kartoffeln sind ein Reinigungsmittel, das sich in der Hauswirtschaft recht mannigfach anwenden läßt. Zum Beispiel gibt der Abgang und die Schalen der rohen Kartoffeln, in Stückchen geschnitten, mit etwas Wasser ein vorzügliches Putzmittel für gelbe, fleckige Karaffen und andere Glasgegenstände; ebenso zur Reinigung von Blech- und Zimmergeräten ist die in Wasser gelaugte Schale vorzüglich; zum Putzen von Messern und Gabeln wendet man eine durchschnittene Kartoffel mit bestem Erfolg an. Dann lassen sich auch damit farbige Wollsachen, Stickereien und anderes waschen. Man reibt gereinigte, jedoch ungeschälte Kartoffeln, wäscht den Gegenstand dann zweimal in lauem Wasser durch und spült ihn in Wasser aus, dem etwas Essig zugesetzt ist. (Kul. Bl.)

Haus- u. Zimmergarten.

Pflücksalat. Der Pflücksalat bildet keine Köpfe, liefert jedoch Blätter in großer Menge, die den ganzen Sommer hindurch gepflückt werden können. Pflücksalat kann während der Frühling- und Sommermonate zu jeder Zeit ausgesäet werden, am besten in Reihen. Im übrigen wird der Pflücksalat wie andere Salatsorten behandelt. Die empfehlenswerteste Sorte ist der amerikanische mit krausen, braun geränderten Blättern, diese Sorte liefert einen sehr zarten Salat.

Gesundheitspflege.

Quetschungen. Bei Quetschungen legt man auf die gequetschte Stelle Bleiwasserumschläge auf, und wechselt damit alle Viertelstunden.

Kochrezepte.

Fastnachtküchlein (Milchöhrli), (nach altem Brauch). In 2 Pfund Mehl nimm Salz, mache eine Vertiefung in die Mitte, füge ½ Liter Milch hinzu, in der man ⅛ Pfund süße Butter zergehen läßt, arbeite den Teig tüchtig und lasse ihn dann 1 Stunde ruhen. Alsdann mache mit dem Kuchenrädli, nachdem du stückweise den Teig ausgewallt, - 10 cm. ins Quadrat - große Stückchen und backe sie in sehr heißer Butter. Sollen sie nicht kissenartig aufgehen in der Pfanne, so verziehe sie mit der Hand ein wenig, bevor sie gebacken werden. R. K.

Rindfleischplätzli. Vom Stotzen werden ganz große, möglichst dünne Schnitten geschnitten. Das Fleisch wird mit Salz und Pfeffer bestreut, in Mehl, dann in Ei und zuletzt in Paniermehl gedreht, in heißem Fett gebraten und auf eine Schüssel angerichtet. Wie Braten zerschneidet man das Fleisch und garniert es mit Zitronenscheiben. Dieses Gericht schmeckt sehr gut zu grünen Gemüsen. Fr. Dr. P.

Gries-Nudeln. Die Nudeln werden in Salzwasser weich gekocht, unterdessen röstet man in viel Fett eine Portion Gries schön hellbraun. Die Nudeln werden, wenn weich, mit dem Schaumlöffel auf eine heiße Platte angerichtet. Der Gries mit etwas von dem Nudelwasser abgelöscht, unter die Nudeln gut gemengt und diese sofort serviert. Sch.

Eierröhrli. 10 Eier werden gut verklopft und mit 2 Pfund Mehl vermengt, mit Milch, die man gesalzen, zu einem Teig gemacht, gut verarbeitet und eine Stunde heben lassen. Dann ausgewallt, tellergroße Stücke, Messerrückendick geschnitten, mit der Hand Spinnwebendünn verzogen und in sehr heißer Butter schwimmend gebacken. R. K.

Strübli (von gebrühtem Teig). Von vier Kochlöffel voll Mehl rührt man mit kochender Milch einen etwas dicken Teig an, rührt nach und nach 8 Eigelb daran, schlägt das Eiweiß zu Schnee und mengt ihn leicht unter den Teig. Man kann Salz oder Zucker als Würze nehmen. Der Teig wird in einen Trichter mit etwas weitem Rohr gefüllt, durch den man ihn dann, im Kreise herum fahrend, in heißes Schmalz einlaufen und auf beiden Seiten gelb backen läßt.

Fleisch-Salat. Zutaten: ½ Kilo gekochtes Suppenfleisch, 1 Eßlöffel Provenceröl, 1 Eßlöffel Essig, 1 Eidotter, 1 Teelöffel Senf, 15 Gramm Liebig's Fleisch-Extrakt, 3 Eßlöffel saure Sahne, Pfeffer und Salz.

Das Fleisch wird in feine, dünne Stückchen geschnitten; von den anderen Bestand- ^[folgende Seite]