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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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wegen, mit einer dünnen, geblümten Mullgardine. Durch den, wenn auch nicht starken, so doch unausgesetzt eindringenden Luftzug findet ein ständiger Luftwechsel statt, der sich in schwülen Sommertagen sehr angenehm bemerkbar macht. (Aus Bayr. Hausfr.)

Obstbäume gießen!

Das fleißige Gießen der Obstbäume kann nicht dringend genug empfohlen werden, und zwar, weil es in 100 Fällen wohl 90mal versäumt wird und ferner, weil es von bestem Einfluß auf den Obstertrag ist. Wo die Obstbäume begossen werden, da hängt das Obst fest, wo das Begießen dagegen versäumt wird, da fällt es massenhaft herunter - in dem einen Jahre vielleicht etwas weniger, in dem andern dagegen umsomehr. Durch das Begießen fangen die Früchte erst an, in die Dicke zu wachsen. Das Abfallen wird seinen Grund wohl meistens darin haben, daß die Früchte infolge großer Trockenheit notreif werden; diesem muß man durch das Begießen vorbeugen. Ganz besonders dankbar gegen die Begießung erweisen sich erfahrungsgemäß die Mirabellenbäume. Die Früchte von zeitig begossenen Mirabellenbäumen werden doppelt so groß, als diejenigen von nicht begossenen Bäumen. Selbstverständlich ist häufiges Gießen nötig; allein die Häufigkeit ist weniger wichtig, als die Gründlichkeit des Gießens. Man muß jedesmal so gründlich gießen, daß das Wasser bis zum Untergrund gelangt. Dann belegt man am besten den Boden unter dem Baume mit Mist oder anderen lockeren Stoffen, wie Gerberlohe, Obsttreber, Laub-, Moor- oder Walderde etc., welche alle nicht nur den Boden vor dem Austrocknen schützen, sondern auch zugleich düngen. Den Bäumen dagegen, welche nur allzustark treiben und keine Früchte ansetzen wollen, schneidet man am besten die Wurzelspitzen ab, indem man im Umkreis der Krone einen tiefen Graben um den Baum gräbt. Dies hat zur Folge, daß der Baum weniger ins Holz treibt, dafür aber umsomehr Fruchtknospen ansetzt und dann auch später, wenn er einmal gehörig zu tragen angefangen hat, immer mehr auf Frucht als auf Holz treibt. Dem Baume schadet diese einfache Operation nicht im geringsten, im Gegenteil, es wird ihm durch den Graben frische Luft zum Gedeihen zugeführt. Aus "Ill. Flora".

Vermischtes.

Billige Einmachgläser. Aus leeren Weinflaschen lassen sich sehr gut haltbare Einmachgläser machen: ich habe eine größere Anzahl derartiger Flaschen, die mir als Einmachgläser vorzügliche Dienste leisten. Ich habe dieselben auf folgende Weise meinem Zwecke nutzbar gemacht:

Die Flasche wird am Halsansatz zweimal mit einem Wollfaden umwickelt, den man in Brennspiritus taucht. Diesen Faden zündet man an und hält, nachdem der Faden abgebrannt ist, die Flasche schnell in kaltes Wasser, worauf diese an der Stelle abspringt, die mit dem Faden umwickelt war. Den scharfen Rand des Glases taucht man in flüssig gemachtes Faßpech. Man verhindert dadurch, daß man sich an den scharfen Kanten der Gläser schneidet und erhält zugleich einen Rand, der den Bindfaden oder das Gummiband hält. Die Gläser sind, weil nicht zu groß, ungemein praktisch, da wie bekannt, angebrochene eingemachte Früchte leicht verderben. Aus "Bayer. Hausfr."

Eingesandt.

Handschuhbehälter. Eine wunderschöne Handschuhschachtel verfertigte ich aus einem Traubenkistchen.

Erst belegte ich den Deckel innen wie außen mit weißer Watte, ebenfalls die äußeren vier Wände; dann bezog ich das ganze Kistchen außen mit hellblauer Malseide, innen mit gleichfarbigem schönen Baumwollsatin. Die Seide bemalte vorher mit einem schönen Hecken-Rosenzweig hübsch hingeworfen, den schönsten Zweig für den Deckel berechnet, für die Seitenwände kleinere Zweige. Je schöner die Malerei ausgeführt wird, um so reicher wird dann die fertige Arbeit aussehen. Wer des Malens unkundig ist, kann irgend eine leichte Stickerei anbringen.

Bis zur halben Höhe des Kistchens nagelte ich in alle 4 Ecken kleine Holzpföstchen, welche auch mit Satin überzogen wurden. Nun schnitt ich aus starkem Karton eine Einsatzschachtel, teilte diese in 4 Fächer, bezog auch diese mit Satin; die fertige Einsatzschachtel kommt auf die Holzpföstchen zu ruhn. Unter dem Einsatz ist der Raum für wollene und baumwollene Handschuhe, in den 4 Abteilungen der Einsatzschachtel finden eine hübsche Anzahl Lederhandschuhe Platz und man kann gute Ordnung halten.

Innen am Deckel rechts nähte ich ein blauseidenes starkes Band an, um ein flaches Pulverflacon (mit Siebdeckel) einzuschieben, links zwei Bandösen, um den beinernen "Ausweiter" einzustecken. Die Mitte des Deckels zierte ich mit einem schönen Monogramm in zwei Tönen blauer Seide.