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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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gen Obstbäumen, welche mit einem dicken Strohband an einem Pfahl befestigt waren, fast nie Blattläuse einfanden. Die Sache ist mir dann völlig klar geworden. Wie man sich leicht überzeugen kann, halten sich die Ohrwürmer unter dem dicken feuchten Strohbande sehr gern und in beträchtlicher Zahl auf, besuchen wahrscheinlich die Krone des Baumes öfters und halten diesen von Insekten rein. Ich habe nun seinerzeit Ohrwürmer gefangen und unter sorgfältiger Schonung an die stark befallenen Bäume gebracht und aus war es mit der Blattlausherrlichkeit. - Wo der Ohrwurm lästig wird, kann man ihn leicht fangen in feuchten Strohbündeln, in umgekehrten Blumentöpfen, ausgehöhlten Kartoffeln, Rindenstücken und dergl. Man sollte ihn niemals töten, sondern an entfernte Stellen, sei es in den Wald, tragen. Ratg. f. O. u. G.

Schwere Früchte an Spalier- und Zwergbäumen, deren Abfallen zu befürchten ist, sichert man durch Unterlegen eines kleinen Brettchens aus Zigarrenschachtelholz. Das Brettchen befestigt man mittelst dünnen Bindfadens an einem höher stehenden Ast. Die Frucht ruht dann wie in einer Wagschale ^[richtig: Waagschale] und ist vor dem vorzeitigen Abfallen gesichert.

Das Hartwerden des Bodens unter Obstbäumen und die dadurch bedingte Bildung von Rissen kann durch Belegen der Baumscheiben mit Mist, Most, Torfmull, Spreu, Flachs- und Hanfabfällen, Sägemehl, Gerberlohe u. dergl. mehr verhindert werden. Besonders bei jungen Obstbäumen trägt das Bedecken der Baumscheiben mit Mist wesentlich zum guten Gedeihen derselben bei.

Hausmittel und Rezepte.

Goldstickereien werden gar bald anlaufen, wenn man sie mit Tannenholz in Berührung bringt, sie z. B. in Schränke oder Schubladen von Tannenholz legt. Aus "Daheim".

Gesundheitspflege.

Rohe Eier als Stärkungsmittel. Im Frühjahr und Sommer wenden viele blutarme, schwächliche Menschen mit Vorliebe das bekannte Stärkungsmittel, das Trinken roher Eier an, weil zu keiner anderen Jahreszeit die Eier so frisch und schmackhaft sind. Leider aber läßt sich diese Kur nicht lange fortsetzen, indem den Patienten der etwas weichliche Geschmack des rohen Eies bald zuwider wird. Um dies zu verhüten, empfiehlt es sich, die Eier mit etwas Zucker und Rot- oder Weißwein, Kognak, oder, wo Alkohol vermieden werden soll, mit etwas Apfelmost oder Zitronensaft zu verquirlen. Namentlich letzteres wird sehr gern genommen und gut vertragen. Auf diese Weise kann man den Patienten die Eierkur erträglicher machen und oft monatelang gebrauchen lassen, ehe Widerwillen eintritt. M. Kn.

Einmachkunst.

Cassis-Liqueur. 1 Pfd. gedrückte schwarze Johannisbeeren, 1¼ Liter Branntwein, 1 Pfd. Heidelbeeren, für 5 Cts. ganzen Zimmt, etwas Nelken und Anis in einer Strohflasche, 3 Mon. an der Sonne stehen lassen.

Dann wird in 1¼ Liter Wasser, 1¼ Pfd. schwarzer Zucker gekocht, bis er schäumt und mit dem Branntwein gemischt, von dem man vorher die Beeren vermittelst Pressen durch ein Tuch entfernt hat.

Der Liqueur wird dann in Flaschen gefüllt und am Neujahr serviert. Prosit Neujahr! B. Th.

Gelee von schwarzen Johannisbeeren. Die Beeren reinigt man so gut wie möglich, zerdrückt sie mit einem silbernen Löffel und stellt sie an die Wärme, so daß sie warm, aber nicht heiß werden. Nun nimmt man ein kleines, starkes, leinenes Tuch und preßt die Beeren eßlöffelweise durch; es ist nicht ratsam, mehr als eine solche kleine Menge zu nehmen, da sich der Saft schwer von den Hülsen löst. Auf ½ l Saft rechnet man 375 gr geschlagenen Zucker; beides nimmt man zugleich in die Kasserole, schäumt beständig ab und kocht die Gelee eine starke halbe Stunde lang. Nach dem Erkalten wird sie von selbst dick.

Pfirsiche in Dunst. Man schält die Pfirsiche, schneidet sie durch und entfernt die Kerne. Dann legt man sie in Gläser, die runde Seite nach oben und übergießt sie mit geläutertem Zucker, bindet die Gläser fest mit Schweinsblase zu, umwickelt sie mit Heu und kocht sie im Wasserbade eine Stunde lang. A. P.

Briefwechsel der Abonnenten unter sich.

(Unter Verantwortung der Einsender.)

Fragen

Von B. H. in R. Ischias. Leide schon längere Zeit an hartnäckiger Ischias. Könnte mir vielleicht eine geehrte Abonnentin unseres Blattes ein erfolgreiches Heilmittel gegen dieses Leiden anempfehlen? Zum Voraus meinen herzlichsten Dank.

Von Fr. T in E. Hautausschlag. Wüßte vielleicht jemand ein probates Hausmittel gegen