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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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25-28% Eiweiß und ist dadurch zwar nahrhaft, aber nicht geradezu wohlschmeckend. Das Wasser ist für den Organismus zur Blutbildung, wie zur Verdauung äußerst wichtig. Keines unserer Organe ist ganz frei von Wasser, ja der ganze Körper des Menschen besteht zu beinahe zwei Dritteln daraus. Erst, wenn es sich irgendwo staut, gibt es zu den ernstlichsten Störungen und Erkrankungen Veranlassung.

Gesundheitspflege.

Heilkraut Baldrian. Vom Baldrian gebraucht man nur die Wurzel. Dieselbe wird entweder in kleine Stücke zerschnitten, und diese in der bekannten Weise als Tee zubereitet, oder fein zu Pulver zerrieben. Als solches kann es am bequemsten der Kost (Suppe, Gemüse und dergl.) beigemengt werden. Auch eine Tinktur wird von der Wurzel bereitet, von der man 12-15 Tropfen dreimal täglich auf Zucker gibt. Baldrian wirkt häufig günstig gegen Kopfschmerzen; hauptsächlich aber wird er angewendet gegen nervöse und hysterische Beschwerden mancher Art. Namentlich wirkt er bei Erregungszuständen und gereizter Stimmung niederschlagend und beruhigend, ohne dabei verdummend auf den Geist zu wirken, wie es die in solchen Fällen gegebenen Brompräparate sind.

Das "Schlucksen". Gegen dieses überaus quälende und durchaus nicht ungefährliche Uebel gibt es ein äußerst einfaches und wohlfeiles Radikalmittel, welches zu Nutz und Frommen der Allgemeinheit hier bekannt gegeben sein möge. Man braucht nur eine halbe Tasse ziemlich heißes Wasser zu trinken, welches man aber - und dies ist die Hauptsache - nicht selbst zum Munde führen darf, sondern das man sich bei schlaff herabhängenden Armen von einer andern Person reichen lassen muß. Das Schlucksen bleibt sofort aus, nicht etwa erst nach so und so viel Minuten oder Viertelstunden. Da das Mittel vollkommen unschuldig und gefahrlos ist, möge ein Versuch damit empfohlen sein.

Wohnung.

Gesparte Vorhänge. Ein sehr einfaches Mittel, um Korridorfenster, Glastüren u. dergl. undurchsichtig zu machen, ohne ihre Lichtdurchlässigkeit zu beeinträchtigen, sei den verehrten Hausfrauen bestens empfohlen.

Ein achtel Liter Bier wird mit Bittersalz (etwa für 20 Cts.) leicht aufgekocht und dann noch warm, mittelst eines weichen Lappens, auf die Fenster aufgetragen, in der Weise, als ob man das Fenster damit auswaschen wolle. Die einzige Vorsicht, die man beobachten muß, ist die, den Anstrich an der Außenseite der Glastüre anzubringen, bezw. überall von der Seite, von der möglichst wenig heißer Dampf und Feuchtigkeit daran gelangt, da die Kristalle sonst im Aussehen leiden.

Ist die Scheibe schmutzig geworden oder möchte man sie wieder durchsichtig haben, genügt ein einfaches Abwaschen mit lauwarmem Wasser. (Aus "Die Küche im Monat Juli").

Hausmittel und Rezepte.

Behandlung der Vorhänge. Man kann Vorhänge sehr lange unbeschädigt erhalten und hat nach der Wäsche wenig daran auszubessern, wenn man sie, ehe man dieselben ins Wasser bringt, ungefähr vierfach zusammenlegt und mit großen Stichen durchnäht. Sind sie dann gewaschen (sie werden deshalb ebenso sauber), zieht man die Fäden wieder heraus, und man wird finden, daß die Vorhänge gar nicht gelitten haben. Sind dieselben gebügelt und aufgesteckt, so ist es sehr empfehlenswert, wenn sie hängen, sie kräftig mit Wasser zu bespritzen und dann in Falten zu legen. Durch die Feuchtigkeit ziehen sie sich gleichmäßig, und der Faltenwurf ist wie bei ganz neuen Vorhängen. Aus "Mode und Haus."

Schuhe und Stiefel, welche an feuchten Plätzen aufbewahrt und dadurch schimmelig wurden, bürstet man trocken ab und reibt sie nun mit Terpentinöl ein; auf diese Weise behandelt, bleibt das Leder geschmeidig und nimmt keinen weiteren Schaden.

Walnüsse zu trocknen. Die aus der grünen Schale genommenen Nüsse werden tüchtig gewaschen, so daß alle an ihnen hängen gebliebenen Fasern entfernt werden. Diese Nüsse werden dann in ein Netz getan, das durch eine am Bügel durchlaufende Strippe vollständig geschlossen wird. Das gefüllte Netz kommt bei Tag an die Luft oder an die Sonne, des Abends wird es auf den Herd wie ein Topf getan (es kann ein wenig Glut noch vorhanden sein), nachdem man die Türen zum Herde sämtlich geschlossen hält. Man wird finden, daß ein großer Zug durch die aufgehäuften Walnüsse fährt (die aufgelegte Hand fühlt ihn!) In etwa 8 bis 10 Tagen sind die Nüsse trocken. Das Verfahren ist durchaus bequem und von Erfolg gekrönt.

Einmachkunst.

Eingemachte Aprikosen. Diese werden nur halbreif zum Einmachen genommen, abgeschält und entzwei geschnitten, die Steine entfernt und gewogen. Hat man ½ kg, so läutert man