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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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drunter und drüber gehen soll. Schon ehe es losgeht, tritt dann gewöhnlich die Waschfrau mit oder ohne Gehilfin an, und diese schleppt nun, unterstützt durch das Dienstmädchen der Familie, alles Glas und Porzellangeschirr fort: "Ich bin nämlich schon bei vielen Umzügen gewesen, Madame," sagt sie und beginnt ihre Tätigkeit mit Kaffeetrinken. Die Madame verläßt sich auf ihre Umsicht und entbehrt das Dienstmädchen zwei volle Tage. Wer kennt sie nicht, diese Art von Umzügler? Eine Stutzuhr mit Glasglocke im Arme oder auch eine Vase mit wedelndem Makartbouquet, so walzen sie, einen riesigen Korb zwischen sich, durch die Straßen, jeden Bekannten ansprechend, das Trottoir versperrend und von ihrer Wichtigkeit durchdrungen. In der neuen Wohnung stellen sie dann ganz gewiß die zerbrechlichen Dinge, welche sie gebracht, nicht in einen abschließbaren Nebenraum, sondern sicher in ein Hauptzimmer, dahin, wo sie gräßlich stören und sofort, wenn der Haupttransport kommt, wieder weggeräumt werden müssen. Den Korb mit dem Küchengeschirr stellen sie versehentlich in den Keller und die leeren Weinflaschen alle in die Küche u.s.w., reden und frühstücken tun sie durchaus genügend, aber ihre sonstigen Leistungen sind zum mindesten zweifelhaft.

(Fortsetzung folgt.)

Nutzen der Apfelzucht.

Von J. Engell-Günther.

Der Genuß des Apfels reinigt und verdünnt das Blut, indem er auf die Verdauungsorgane eine sehr wohltuende Wirkung ausübt. Wer an Verdauungsstörungen leidet, wird durch den reichlichen Genuß dieser Frucht in kurzer Zeit eine bedeutende Besserung erfahren, und wer müde und ermattet ist, wird sich erfrischt fühlen und neue Kräfte gewinnen. Vor dem Schlafen genossen, übt der Apfel eine gute Wirkung aus, beruhigt das Blut und besänftigt den aufgeregten Geist. Für alle, die angestrengt geistig arbeiten müssen, ist der Apfel sehr zu empfehlen. Warmes Apfelmus wirkt erleichternd bei Halsschmerzen und Heiserkeit, wie es überhaupt nach jeder größeren Mahlzeit höchst empfehlenswert ist, da es nicht allein auf die Verdaung ^[richtig: Verdauung] wirkt, sondern auch den Mund säubert. Der Apfel ist ebenso ein guter Durststiller, da uns in ihm das reinste Getränk geboten wird, was man überhaupt kennt. Wer von Ausschlag und dergl. geplagt wird, kann nichts besseres tun, als sich mit dem ausgepreßten Saft des Apfels zu waschen, den man mittelst einer Fruchtpresse leicht gewinnen kann. Daß man daraus auch den ebenso angenehmen als nützlichen Apfelmost (Apfelwein) gewinnen kann, bedarf kaum der Erwähnung. Es soll hier nur darauf hingewiesen werden, daß die Vermehrung der Apfelbäume für eine wahre Wohltat der Menschenfreundlichkeit gelten muß.

Hausmittel und Rezepte.

Das Reinigen von fleckigem Porzellan. In jedem älteren Haushalte befindet sich wohl altes, vielgebrauchtes Porzellangeschirr, welches grauschwärzliche, schwer zu entfernende Flecken zeigt. Diese wollen selbst durch wiederholtes Waschen mit heißem Wasser sich nicht entfernen lassen. Es sind dies Staubflecken, welche an Stellen des Porzellans haften und eingedrungen sind. an denen die Glasur fehlt, sei es, daß diese im Gebrauch abgestoßen oder abgekratzt wurde. Der Staub und Schmutz ist dadurch tief in die rauhe Porzellanmasse eingedrungen und das Entfernen derselben erfordert ein besonderes Verfahren. Man bereitet eine Lauge aus Chlorkalk, Kleesalz und Soda - jedes für 5 Cts. im Drogengeschäft käuflich - in 1½ l kochendem Wasser aufgelöst und einen Augenblick aufkochend, bestehend. Mit dieser Lauge benäßt man das zu reinigende Geschirr, läßt die Flüssigkeit recht lange auf den Flecken einwirken, damit Staub und Schmutz sich lösen, erneuert dieselbe vielleicht nochmals nach einer Stunde und bürstet dann mit einem ganz weichen Bürstchen über die Flecken hin. Dieselben sind nun verschwunden, und nachdem das Geschirr noch mehreremale im warmen Wasser nachgewaschen worden, zeigt es sich blendend weiß und schön wie neues Porzellan.

Handarbeit.

Praktische Umrandung von Point lace-Arbeiten. Die bei der Damenwelt so sehr beliebten Point lace-Arbeiten haben bekanntlich die Schattenseite, daß die äußere Umrandung der Bändchenspitze, wird sie nur durch einfaches Umstechen bewirkt, sehr wenig haltbar ist, während das Besetzen mit Pikotbändchen als Abschluß sehr mühsam, zeitraubend und auch kostspielig ist. Ein sehr einfacher Ausweg ist folgender: Man nehme Häkelgarn Nr. 70 in derselben Farbe wie das bei der Arbeit verwendete Bändchen und häkle mit recht feiner Nadel sehr gleichmäßige Ketten oder feste Maschen in den durchlochten äußeren Rand der Bändchenspitze. Diese Art der Umrandung sieht, wenn sie recht akkurat ausgeführt wird, allerliebst aus, gibt der Spitze einen hübschen Halt, fördert schnell und ist namentlich bei der Wäsche sehr haltbar. Sollte bei selteneren Farben kein passendes Häkelgarn aufzutreiben sein, so muß man dasselbe Stickgarn, mit dem man die Spinnen, Ringe etc. gearbeitet hat, verwenden, aber in feinerer Nummer wählen. Bei dem jetzt sehr in Aufnahme gekommenen merceresierten Spitzenbändchen ist das Umranden mit feiner Kordonnetseide sehr zu empfehlen. Das Umhäkeln des Spitzenrandes mit Kettenmaschen ergibt ein ganz