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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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karre zurück, trockne sich rasch ab, zuerst und ^ besonders sorgfältig den Kopf, dann den ^ übrigen im Leintuch eingehüllten Körper am ! besten mit rauhen Frottierhandtüchern. Eine dadurch veranlaßte Kongestion des Blutes nach der haut kann nur durch Unterstützung des Bades dienen. Bei einem meiner Patienten war in kurzer Zeit ein intensiver, ausgebreiteter Badefriesel entstanden, weil der Betreffende sich nach dem Bade nackend in der Sonne längere Zeit aufgehalten und sich von ihr hatte trocknen lassen, bevor er in seine Badekarre gegangen war. Sind bei Damen die haare feucht geworden, so ist es zweckmäßig, dieselben mit Süßwasserstoff aus-zuwaschen und dann eZrst zu trocknen, da die Salzkrystalle, speziell das Chlormagnesium des Meerwassers, Feuchtigkeit anziehen und Erkältung bewirten können.
Auch soll das Gesicht sobald als möglich nach dem Bade zur Entfernung der reizenden Salzkrhstalle mit Süßwasser ab-gewaschen werden. Damit das Ankleiden nicht viel Zeit und Kraft erfordert, ist den Damen möglichst einfache Badetoilette anzuraten. Nach dem Bade gehe man ungefähr eine halbe Stunde am Strande spazieren; ein Frühstück soll man erst eine halbe bis dreiviertel Stunde nach dem Seebad nehmen. Man würde durch frühzeitiges Essen, womit stets ein Blutandrang zum Magen verbunden ist, die Wirkung des Bades aus die Zirkulation, welche erst allmälig nach dem Bade abklingt, ungünstig beeinflussen. Zu solchen die Badewirkung störenden Einflüssen gehört auch das Rauchen wegen der damit verbundenen Herzerregung; man sollte dasselbe also kurz nach dem Bad unterlassen und überhaupt während des Aufenthaltes an dei See einschränken. Diese Mahnung gilt auch für den allzu reichlichen Genuß des Alkohols, und erinnere ich mich mehrfach, daß Exzesse dieser Art die Badewirkung trübten oder Gichtanfälle bei älteren Personen veranlaßten, welche dadurch zur schleunigen Abreise gezwungen wurden.
Wenn sich nach dem Bade Müdigkeit einstellt, so ist es zweckmäßig, derselben nachzugeben, am besten zu hause in bequemer Lage. Sehr beliebt ist es unter den Kurgästen, nach dem Bade im Sande in der Nähe des Badestrandes  in den Dünenhügeln  der Ruhe und auch dem Schlafe sich hinzugeben. Wenn für Gesunde dies augenehme Liegen im Sande auch nicht weiter schädlich ist, so sollte man es doch im Krankheitsfalle (Neigung zu Rheumatismus) und bei feuchter Witterung unterlassen und sich stets hierbei eines Plaids bedienen. Besonders zu widerraten ist es, im Sande eingescharrt sich dem Schlafe hinzugeben. Im allgemeinen können Kranke mit den
kalten Seebädern crst im Juli beginnen, wo die Mitteltemperatur des Seewassers 15 bis 16 Grad C. betragt (12 Grad R.). Gesunde schon im Juni Temperatur 12 bis 14 Gr. Celsius ^ 10 Grad R., während die Temperatur der Seeluft im Juni  circa 14 Grad C., im Juli ^ 16 G. E. beträgt.
Die Frage, zu welcher Zeit das Bad am besten zu nehmen ist, mutz dahin beantwortet werden, daß zur Flutzeit das Bad am kräftigsten, aber nicht immer am zweckmäßigsten ist. Schwächliche, nervöse Individuen werden z. B., wenn die Flut frühmorgens eintritt, trotzdem vorziehen, später, gegen 11 bis 12 Nhr, zu baden, weil dann das Wasser durch die Sonne schon mehr durchwärmt, das Bad also milder ist. Auch liegt ein großer, sanitärer Wert in der regelmäßigen Lebensweise des Kurgastes, und wäre es von diesem Gesichtspunkte aus am besten, stets zu derselben Tageszeit das Bad zu nehmen.
(Aus "Hausarzt", B. P. Tagbl.)
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Praktische Vorrichtung an Sommerstrümpfen.
Nm das leichte Zerreißen der feinen, gewebten Sommerstrümpfe, das namentlich beim Tragen der beliebten Halbschuhe so leicht iu der Fersengegend passiert, zu vermeiden, empfiehlt sich das folgende, einfache Verfahren: Ein Stück guter Futterstoff (Kloth oder Satin), 5 cm. breit, 8 cm. lang, wird ringsherum schmal umgebogen und mit feineu Stichen dem Strumpfe auf der gefährdeten Stelle, beim Dächel der Ferse beginnend, angesäumt. Natürlich muß die Farbe des Stoffes mit der des Strumpfes harmonieren und der Stofffleck darf nicht über den Rand des Kalbschuhes hervorragen. Ist das Futter durchgescheuert, wird es abgetrennt und ein neues Stück aufgesetzt. Der Strumpf bleibt vollständig verschont und das leidige Stopfen, das bei feinen Strümpfen oft gar nicht mehr möglich ist, kommt in Wegfall. Das Verfahren lohnt sich auch bei Kindern, die Halbschuhe oder Stulpenstiefel tragen und die Strümpfe an den erwähnten Stellen sehr zerreißen Der aufgesetzte Flecken stört nicht im geringsten und spart viel Arbeit und Strümpfe. Wer Sommerstrümpfe gelbst strickt oder auch nur anstrickt, nehme anstatt Fersengarn mittelstarke Kordonnetseide zum Einstricken bei Ferse und Spitze. Dieselbe hält bedeutend länger als Emstrickgaru und ist dadurch sehr angenehm, daß sie Ferse und Spitze nicht verdickt, also nicht aufträgt und