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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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Zosmetik.
Die Hände im Winter. Nächst den Füßen
haben die Hände am meisten von der Winter-kälte zu leiden. Nur zu oft färbt diese sie rot. Nun sind von der natürlichen Schminke des Winters gefärbte Backen wohl ein gesundes Zeichen der Frische, aber von Kälte gerötete Hände bedürfen der Beachtung. Gegen die Hände wird im Winter viel gesündigt, und nur zu oft werden sie allzu rücksichtslos behandelt. Kommt man mit eiskalten Händen nach Haufe, so ist es das Gewöhnliche, daß man sie direkt an den heißen Ofen hält. Oder der im ungeheizten Laden Beschäftigte hat nicht lange Zeit, er benutzt diese Minute, um feine Hände möglichst schnell, aber um so gewalttätiger zu wärmen. Am fchlimmften wird den Händen mitgespielt, wenn man sie noch feucht, plötzlich der großen Wärme aussetzt. Schneller Wechsel ist den Händen, wie überhaupt der Haut sehr schädlich. Kranke, äußerst empfindliche Gliedmaßen für die spätere Lebenszeit sind die Folge. Erstens schütze man die Hände möglichst durch warme, bequeme, nicht zu enge Handschuhe. Die aber, welche nicht in Handschuhen arbeiten können und die Hände im Kalten gebrauchen müssen und die, bei denen das Hantieren im kalten Wasser unvermeidlich ist, sollen wissen, daß kalte und feuchte Hände nur allmählich erwärmt werden dürfen und nicht durch direkte Ofenwärme, sondern durch warme Umhüllung. Bleibend gesunde Hände sind mehr wert, als momentaner Zeitgewinn.
Mr die Aüche.
Saftiger Braten. (Zugleich als Antwort an M. I. in S.) Schnelles Anbraten des Fleisches bei beträchtlicher Ofenhitze hält durch schnelles Schließen der Poren den Saft am besten zusammen Ein junger Hase brate nur 35 Minuten, eine Rehkeule nur eine gute Stunde, ein Lendenstück nur 40 Min., Roastbeef je nach Größe 4060 Min, die schwerste Hammelkeule nur 2V2 Stunden, kleiner Kalbs- und kleiner Hammelrücken nur 45 Minuten. Gut abgelegenes Fleisch erster Güte und starkes Klopfen sind dabei Vorbedingung. Natürlich ist bei einer Methode, die allen Saft dem Fleisch erhalten will, die Sauce minderwertig. Hier ist Liebigs Fleisch-Extrakt unersetzlich; nichts kommt ihm gleich, wenn es sich darum handelt, der Sauce sofort und mit geringen Kosten die ihr fehlende Kraft und Wohlgeschmack zu verleihen.
Hausmittel und Uezepte.
Angelaufenen Nickelbeschlag an amerikanischen Oefen zu reinigen. Bei zu stark geheizten amerikanischen Oefen läuft der Nickelbefchlag sehr häßlich blau an. Man versuche zunächst, ihn mit Stearin-Oel sehr stark und fest abzureiben und dann mit Wiener Putzkalk nachzuputzen. Doch muß man sehr stark und lange reiben.
Vermischtes.
Ueber den Wert des Schlittschuhlaufens für
die Gesundheit ist man schon längst einig. Während im Sommer eine regelmäßige, ausgiebige und kräftige Bewegung in freier Luft viel leichter .möglich ist und durch die Ausübung aller Arten Sport gefördert wird, verurteilt die kalte Jahreszeit den Menschen gewissermaßen zur Untätigkeit. Da ist es nun gerade der Eissport, welcher "Bewegung und Leben" uns aufzwingt, eine Bewegung, die alles übertrifft, was Bewegung heißt. Alt und Jung, Arm und Reich, jedem ist sie gleich zugänglich und jedermann kann sich die Vorteile eines großen Genusses sichern, der mit Anspannung aller Kräfte zu löfen ist. Der Schlittschuhlauf ist eine sehr nützliche Leibesübung, die nicht allein die Muskelpartien der unteren Gliedmaßen, sondern auch die Brustorgane in gleicher Weise beschäftigt. Die gesteigerte Atmungstätigkeit bedingt eine vermehrte Aufnahme von Sauerstoff und damit einen regeren Stoffwechsel. Der kräftigere Blutumlauf verursacht eine vollständige Durchblutung aller Körperteile und der Haut, deren ausscheidende Tätigkeit er wesentlich unterstützt und die jenes Vollgefühl der Kraft und der Gesundheit herbeiführt, welche dem tätigen und gesunden Menschen eigen ist. Damit entsteht gleichzeitig eine Entlastung des Gehirns und der Nerven, die sich bei Stubenhockern und Geistesarbeitern so notwendig macht. Gerade die holde Weiblichkeit und die Jugend bedarf dieser Kräftigungsmittel im reichsten Maße und ihr sei es hiermit ans Herz gelegt, diesen Wintersport recht fleißig zu betreiben. Die Bewegung in frischer, freier Luft bedingt auch eine Abhärtung des Körpers, der gerade im Winter unter den wechfelreichen Einflüssen unserer Lebensweise und des Klimas mehr wie sonst zu Erkältungskrankheiten geneigt ist, Das ist eine Summe von Vorteilen, die kein vernünftig denkender Mensch von der Hand weifen kann. <Pr. W.)