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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Angeli; Angelíni; Anker

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Angeli - Anker.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Andreä'

tons für Glasmalereien, von denen die meisten in Lauingen an der Donau ausgeführt wurden, und der monumentalen Malerei für Schlösser und Kirchen in Sachsen, Westfalen, Mecklenburg und Hannover. Dahingehören z. B.: die Chornische der Kirche zu Rödlitz im Waldenburgischen, vier Bilder für die Kirche in Nibra, das Altarbild Noli me tangere in Oberwiesenthal und 1870 die Malereien in der Kirche zu Kapern (Provinz Hannover), die alle, in streng kirchlichem Stil gemalt, große Gewandtheit in der Komposition zeigen. In Dresden gründete er 1859 einen Verein für kirchliche Kunst in Sachsen und war viele Jahre Vorsitzender desselben. Er ist Ritter des österreichischen Franz-Josephs-, des preußischen Kronen-, des sächsischen Albrechts- und des mecklenburgischen Ordens der wendischen Krone.

Angeli, Heinrich von, der Porträtmaler der jetzigen Fürstenhäuser, geb. 8. Juli 1840 zu Ödenburg (Ungarn), entwickelte schon in der Kindheit ein großes künstlerisches Talent, welches er zuerst auf der Wiener Akademie, dann in Düsseldorf unter Leutze und später in München und Paris ausbildete. Schon 1857 entstand sein erstes größeres Bild: Maria Stuart auf ihrem Todesgang, infolge dessen er für den König von Bayern das Bild: Ludwig XI., der Franz von Paula um Verlängerung seines Lebens bittet, malte. Diese sowie Kleopatra mit Antonius und: Jane Gray vor ihrer Hinrichtung zeigten schon einen großen malerischen Effekt in der Behandlung. 1862 ließ er sich in Wien nieder und wurde dort in kurzer Zeit der gefeiertste Porträtmaler der hohen Aristokratie, der, mit Aufträgen überschüttet, sein Talent trefflich auszubeuten verstand. Er malt mit sicherm Effektgefühl, mit großem Geschick in der Wahl der Körperstellung und mit raffinierter Technik. Seine Menschen erscheinen nicht, wie sie sind, sondern, wie sie sein möchten, so daß er sich nicht scheut, auch etwas Willkürliches hineinzubringen, ohne eine Konvenienzlüge zu begehen. Großen Erfolg hatten besonders die Porträte: Grillparzer, Alexandre Dumas, die sogen. Dame in Schwarz (1872), die in Berlin ↔ Bewunderung erregte, der Bildhauer Costenoble (1873), der Präsident Simson und seit 1873 die Bilder gekrönter oder zu krönender Häupter, z. B.: der Kaiser von Österreich, der Erzherzog Ludwig Victor, das deutsche Thronfolgerpaar, der deutsche Kaiser, die russischen Majestäten, die Königin Victoria und fast alle Glieder des englischen Königshauses, der Prinz Friedrich Karl, die Fürstin von Montenegro und noch neuerdings (1879) der Statthalter von Elsaß-Lothringen, Freiherr v. Manteuffel (Nationalgallerie in Berlin). Vielleicht das meisterhafteste ist das Porträt der deutschen Kronprinzessin. Zwischen diese Porträte fallen als bedeutende Genrebilder: 1869 der Rächer seiner Ehre, das durch die dramatisch abgeschlossene Wirkung des Gegenstands und die überaus geschickte malerische Behandlung zu den hervorragendsten Schöpfungen der Gegenwart gehört, dann: Jugendliebe (1871), das italienische Liebespaar (1872) und, wiederum als ein Hauptbild, die verweigerte Absolution (1873).

Angelíni (spr. ann-dschĕ-), Cavaliere Annibale, ital. Landschaftsmaler, geb. 1812 zu Perugia, besuchte die dortige Akademie und die in Florenz, malte anfangs Theaterdekorationen und ging dann zur Ölmalerei der historischen Landschaft über, die er nach einem neuen gemischten System von Freskomalerei und Mosaik ausübt. In dieser Technik malte er für den Vatikan sechs große Landschaften mit Architektur, ebenso für den Quirinal und für einige Paläste in Genua. Er ist Professor an der Akademie von San Luca in Rom, Mitglied der meisten italienischen Akademien und Ritter mehrerer Orden.

Anker, Albert, Genremaler, geb. 1. April 1831 zu Jus bei Neuenburg in der Schweiz, widmete sich anfangs dem Studium der protestantischen Theologie, gab aber dies Studium auf und wurde in Paris Schüler von Gleyre. Seine Bilder aus dem historischen und häuslichen Genre sind sehr wahr und lebensvoll, von trefflicher Zeichnung, aber etwas mattem Kolorit. Die namhaftesten sind: Dorfschule im Schwarzwald (1859), Luther in Erfurt (1861), Begräbnis eines Kindes

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 15.