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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Barker; Barlow; Baron

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Barker - Baron.

Barker, Thomas Jones, engl. Schlachtenmaler, den man, wenn auch mit Unrecht, sogar den »englischen Horace Vernet« genannt hat, geb. 1815 zu Bath als Sohn des Landschafts- und Genremalers Thomas B., von dem er den ersten Unterricht in der Kunst empfing. Zu seiner weitern Ausbildung ging er 1835 nach Paris in das Atelier Horace Vernets und suchte sich dessen künstlerische Weise und Technik anzueignen. Nachdem er schon in demselben Jahr auf der Ausstellung debütiert und 1836 eine Preismedaille erlangt hatte, malte er im Auftrag Ludwig Philipps den Tod Ludwigs XIV. (zerstört 1848 bei der Plünderung des Palais Royal) und für die Prinzessin Maria die Braut des Todes, die ihm das Kreuz der Ehrenlegion einbrachte. 1845 nach London zurückgekehrt, widmete er sich zunächst dem Porträt und brachte z. B. das sehr gelungene Bild der Schönheiten am Hof Karls II. 1849-60 erschien er in den Ausstellungen seltener, weil seine Thätigkeit sich meistens auf Privatbestellungen von Pferdebildern oder Kriegsscenen erstreckte. Dahin gehören: 1851 eine Begebenheit aus dem Leben des William Rufus, die Zusammenkunft Wellingtons und Blüchers am Abend der Schlacht bei Waterloo, Napoleon nach der Schlacht bei Bassano 8. Sept. 1796, Wellingtons Übergang über die Pyrenäen, Wellington in seinem Privatkabinett, zwei Scenen aus dem Leben Nelsons, das Geheimnis der Größe Englands und das besonders wegen der Pferde gerühmte Pferderennen auf dem Korso in Rom. Dann wandte er sich eine Reihe von Jahren auch zu friedlichen, zuweilen historischen Genrebildern, z. B.: Salvator Rosa unter den Räubern in den Abruzzen, Margarete in der Kirche und Mephistopheles, der Dechant Swift und Stella, bis ihn 1870 der deutsch-französische Krieg, an dem er teilnahm, wieder zu Kriegs- und Schlachtenbildern führte, unter denen wir nur hervorheben: den Angriff preußischer Kürassiere auf Chasseurs d'Afrique bei Mars la Tour, Napoleons Übergabe nach der Schlacht bei Sedan, Herrenlose Pferde nach derselben Schlacht, die Barmherzige Schwester ↔ auf dem Schlachtfeld, Balaklawa und 1876 als eins seiner gelungensten Bilder die Rückkehr durch das Thal des Todes.

Barlow (spr. bárloh), Thomas Oldham, engl. Kupferstecher, geb. 4. Aug. 1824 zu Oldham bei Manchester, trat bei zwei dortigen Stechern in die Lehre und besuchte fleißig die Zeichenschule, worin er für eine unter dem bescheidenen Titel: »Studien nach der Natur« aufgestellte Zeichnung den Preis erhielt. Als er in der Kunstausstellung zu Manchester ein kleines Bild, die Galanterie, des Genremalers John Phillip erblickte, fühlte er sich so davon angezogen, daß er es gern stechen wollte, was ihm aber erst gelang, als er in London den Maler selbst kennen lernte, mit dem er seitdem aufs innigste befreundet war. Er sticht vorzugsweise Genre-, aber auch Historienbilder und Porträte, z. B. nach demselben Phillip: die Zigeunermutter, Betende in Spanien, Porträt des Genremalers Egg, des Prinzen Albert etc., ebenso Genrebilder nach den Malern Sant, Frith, Henriette Browne, Jerry Barrett und Millais, nach letzterm auch die Hugenotten am Abend des Bartholomäustags 1572.

Baron (spr. baróng), Henri Charles Antoine, franz. Genremaler, geboren im Juni 1816 zu Besançon, Schüler von Gigoux, debütierte 1840 und machte dann eine Studienreise nach Italien. Seine Bilder behandeln in leichter, gewandter Zeichnung, glänzendem Kolorit und flottem Vortrag den heitern Lebensgenuß der höhern Stände meistens aus Italien, z. B.: Andrea del Sarto malt seine Gattin als Madonna, ein Sommerabend, der Frühling in Toscana, die Schlittschuhläufer, das Maleratelier, Weinlese in der Romagna (1855, im Luxembourg), Harlekinade (1857), Bogenschießen in Toscana (1864), das Drachensteigen, Fest des heil. Lukas in Venedig (1867), die Kugelspieler (1874), eine Straßenecke in Catania auf Sicilien (1876). Außerdem lieferte er viele Zeichnungen für den Holzschnitt: zu den »Märchen« von Perrault, zu den »Abenteuern Telemachs«, zu Boccaccio, Rousseau und andern Schriftstellern. Nach mehreren Medaillen erhielt er 1859 das Kreuz der Ehrenlegion.