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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Bonnat; Bonnegrace

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Bonnat - Bonnegrace.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Bonnassieux'

Luxembourg), der heil. Jungfrau, der Méditation (von Napoleon III. erworben, 1871 durch den Brand des Palais Royal zerstört; Wiederholung im Luxembourg), die Bronzestatue Heinrichs IV., die Bronzestatue der Taufe Christi (Platz St. Jean in Lyon), die Statue von Willy Campbell (in Sydney, Australien), die Kolossalstatue Notre Dame de France, gegossen von dem Metall der in Sebastopol erbeuteten Kanonen (1860 in Puy, Haute-Loire), die Marmorgruppe der Horen (Börse in Lyon), die Statue des Grafen Las Cases (in Lavaux, Departement Tarn), des Paters Lacordaire (in Flavigny, Côte d'Or) und zahlreiche andre Statuen sowie das Bronzerelief der Taufe Christi (in Rom). Nicht minder zahlreich sind seine für verschiedene Gebäude in Paris geschaffenen Bildwerke, z. B.: die heil. Katharina (Turm St. Jacques la Boucherie), Basrelief der Bekehrung des heil. Augustin (Kirche St. Augustin), Kriegsruhm und Friedensruhm (Salle des Etats), drei Kolossalstatuen am Giebel des Pavillon Turgot, Statue Fénélons, Statue Darboys (Notre Dame) u. a. Für die genannte Statue der Méditation erhielt er 1855 die große goldne Medaille und das Kreuz der Ehrenlegion. 1859 machte er eine für ihn sehr anregende Reise nach den Hauptkunststädten Deutschlands, auf der er namentlich die Werke Rauchs sehr hoch schätzen lernte. Seit 1866 ist er Mitglied des Instituts.

Bonnat (spr. bonnáh), Léon Joseph Florentin, franz. Historien-, Genre- und Porträtmaler, geb. 1833 zu Bayonne, studierte die Malerei anfangs in Madrid unter Madrazo und ging dann mit 21 Jahren nach Paris, wo er Schüler von Cogniet wurde. Die Hauptstärke seiner Historienbilder besteht in dem tiefen, kräftigen und harmonischen Kolorit; seine Gestalten sind von energischer Modellierung, scharfer Charakteristik und höchst malerischer Wirkung. 1858 begab er sich nach Rom, wo er vier Jahre verweilte. Sein erstes, aufsehenerregendes Bild war: Adam und Eva, den Leichnam Abels findend (1860, Museum in Lille), worauf dann das Martyrium des heil. Andreas, Antigone ↔ führt ihren blinden Vater Ödipus (1865) und einige Genrebilder folgten, z. B.: Pilger vor der Statue des Petrus in der Peterskirche (1864), einen halben Bajocco, Excellenz (1864), neapolitanische Landleute vor dem Palast Farnese in Rom (1866), und wiederum die Historienbilder: Vincenz von Paula nimmt einem Galeerensklaven die Ketten ab (1866, Kirche St. Nicolas des Champs) und eine sehr gepriesene Himmelfahrt Mariä. Nachdem er gegen das Ende der 60er Jahre eine Reise in den Orient gemacht hatte, brachte er in den ersten 70er Jahren: eine Straße in Jerusalem, einen türkischen Barbier, das sehr reizende Scherzo (1873) und für das Palais de Justice den technisch und koloristisch meisterhaften, aber kraß naturalistischen gekreuzigten Christus (1874) sowie einige allegorische Bilder. Seitdem widmete er sich fast ausschließlich dem Porträt und erlangte hierin einen alles beherrschenden Ruf. Die Krone der Ausstellung von 1875 war das Porträt der Schauspielerin Pasca, minder gelungen sein eignes Porträt derselben Ausstellung, meisterhaft dagegen das von Thiers, von Victor Hugo (1878, auch auf der Münchener Ausstellung 1879) und vom Grafen Montalivet. Infolge der Ausstellung von 1867 wurde er Ritter und 1874 Offizier der Ehrenlegion.

Bonnegrace (spr. bonngráhß), Adolphe Charles, franz. Porträt- und Historienmaler, geb. 3. April 1812 zu Toulon, war 1831-33 Schüler der École des beaux-arts in Paris und des Malers Gros. Nachdem er 1834 mit einem Porträt debütiert hatte, brachte er auch manche Bilder aus der religiösen Historie, z. B.: St. Petrus in Fesseln (1839), Christus im Grab, die Vision des Evangelisten Johannes, Ekstase des heil. Ludwig von Gonzaga, Christus unter den Schriftgelehrten, Franz von Paula als Stifter des Minimenordens, auch einige mythologische und allegorische Gegenstände. Seine Porträte werden wegen ihrer großen Naturwahrheit und künstlerischen Behandlung sehr gerühmt, so namentlich: Théophile Gautier, der Graf Flahaut, die Sängerin Grisi, George Feydeau u. v. a. 1862 ward

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 67.