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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Epp; Erdmann; Erhardt; Esch

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Epp - Esch.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Epinay'

Bildhauer, geboren auf der Insel Mauritius, ging auf Veranlassung des Prinzen von Wales nach Paris, um die Bildhauerkunst unter Dantan zu erlernen, wo er sich durch seine geistvollen, teils großartigen, teils anmutigen Arbeiten auszeichnete. Später ließ er sich in Rom nieder. Zu jenen gehört ein jugendlicher Hannibal, der mit einem Adler ringt; zu diesen der goldne Gürtel (eine nackte Marmorfigur), der kleine Spartaner (Bronze), David (Marmor), die Braut von Abydos, das Kind im Netz u. a.; ebenso zahlreiche Büsten, z. B. des Prinzen von Wales, der Miß Florence Hamilton und seiner eignen Gattin.

Epp, Rudolf, Genremaler, geboren im Juli 1834 zu Eberbach in Baden als Sohn eines Zimmermalers, wurde Schüler der Kunstschule in Karlsruhe und insbesondere des Historienmalers Ludwig Descoudres (gest. 1879). Um die Mitte der 60er Jahre siedelte er nach München über, wo er zahlreiche sehr ansprechende Genrebilder, meistens einfache Situationen, häufig aus der Kinderwelt, malt, z. B.: das Versteckspiel (1864), eine sehr innig aufgefaßte Mutter mit einem schlafenden Kinde, der Christabend, Schwarzwälder Idylle, die Hopfenernte, Mutter und Kind, die Gaukler vor den Landleuten (Hauptbild), ein ungebetener Gast, Katzenfrühstück, Zutraulich, und mehrere liebliche Mädchenköpfe. Er malt auch sehr verdienstliche Porträte.

Erdmann, 1) Ludwig, Genremaler, geb. 1820 zu Bödecke (Regierungsbezirk Minden), war Schüler der Akademie in Düsseldorf, brachte eine Reihe von Jahren zahlreiche gewöhnlich heitere und humoristische Genrebilder von hübscher Erfindung und sehr ansprechendem Kolorit, z. B.: ein Schuster lehrt einen Vogel pfeifen, ein Blumenfreund erblickt die durch Ziegen angerichtete Verwüstung seines Gartens, der Morgen nach dem Maskenball u. a.

2) Heinrich Eduard Moritz, Landschaftsmaler, geb. 15. April 1845 zu Arneburg bei Stendal, wurde Schüler der Akademie in Berlin und des Malers Hermann Eschke, machte dann Studienreisen nach Thüringen, dem Harz, der schleswigschen Küste, Holland, Schweden, den ↔ bayrischen Gebirgen und verweilte über ein Jahr in Italien. Die bedeutendsten unter seinen sehr geschätzten, stimmungsvollen Bildern sind: Heide am Regenstein im Harz, das Morsumkliff auf der Insel Sylt, Mondnacht im Gallmarsfjord, die grüne Grotte auf Capri, die Villa Hadriana in Tivoli (im Besitz des deutschen Kaisers), die Aqua Claudia des Campo Santo in Neapel und römische Campagna.

3) Otto, Genremaler, geb. 1834 zu Leipzig, bildete sich auf der dortigen Akademie und später in Dresden und München weiter aus und ließ sich 1858 in Düsseldorf nieder. Von seinen in ihrem künstlerischen Wert ziemlich ungleichen Bildern, häufig aus der Rokokozeit, sind manche in Komposition und farbiger Behandlung sehr gelungen, z. B.: die glückliche Werbung, das Blindekuhspiel, die Erwartung, der Empfang des Bräutigams, die talentvollen Kinder, der Besuch vom Lande, die geheime Botschaft, Er liebt mich, er liebt mich nicht, Liebesorakel, die unterbrochene Klavierstunde; viel weniger glücklich dagegen in Ausdruck und Farbe: die Plaudereien, die schmeichelhafte Empfehlung, die Brautschau, der Verlobungsring (1880).

Erhardt, Georg Friedrich, Porträtmaler, geb. 1825 zu Winterbach (Württemberg), erhielt seinen ersten künstlerischen Unterricht in Berlin, wurde aber vornehmlich in Stuttgart durch Gegenbaur ausgebildet, dem er bei dem großen Freskencyklus im Residenzschloß zu Stuttgart behülflich war. Unter dessen Leitung malte er auch einige Ölbilder in der Wilhelma und in der Villa Rosenstein. Nachher widmete er sich vorzugsweise dem Porträt und malte z. B. zu wiederholten Malen den König Karl I. und die Königin Pauline von Württemberg, den König Friedrich I. (gest. 1816) als preußischen Kürassierobersten und zahlreiche Einzel- und Kollektivporträte von geistvoller Auffassung und meisterhafter Behandlung der Gewandstoffe. 1876 wurde er Hofmaler.

Esch, Mathilde, Genremalerin, geb. 1820 zu Klattau in Böhmen, lernte die Malerei unter Waldmüller in Wien, bildete sich eine Zeitlang in Düsseldorf und mehrere Jahre in Paris weiter aus. Dann

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 162.