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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Grotjohann; Grüber; Grund

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Grotjohann - Grund.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Grosse'

70er Jahre schuf er dann noch allegorische Gruppen im Gartensaal des Buchhändlers Härtel in Leipzig und im Gartenhaus des Kirchenrats Hase in Jena sowie ein großes Ölbild aus dem zweiten Gesang von Dantes »Purgatorio« und einen Entwurf für den Vorhang des neuen Theaters in Dresden, wo er Professor an der Akademie ist.

Grotjohann, Philipp, Zeichner und Illustrator, geb. 27. Juni 1841 zu Stettin, wo er sich anfangs dem Maschinenbau widmete und als Schlosserlehrling und Geselle in der Fabrik »Vulkan« arbeitete. 1861 bezog er das Polytechnikum in Hannover, wo er der Kunst näher geführt wurde und durch Vermittelung von Cornelius es durchsetzte, nach Düsseldorf zu gehen. Hier verbrachte er, mit Ausnahme eines kurzen Aufenthalts in Antwerpen (1867), die nächsten Jahre und wählte nach Sohns Tod (1867) Lasch zu seinem Lehrer. Das Illustrieren, welches er schon früher angefangen, setzte er hier fort und stattete Schiller, Goethe, Lessing und andre Dichter für die Klassikerausgabe der Groteschen Buchhandlung in Berlin mit vielen Bildern aus, die von gründlichem Verständnis der Dichter und von der Gabe glücklicher Charakteristik zeugen. Dazu kommen mancherlei Arbeiten kunstgewerblicher und dekorativer Art sowie Wandmalereien figürlichen Inhalts in Düsseldorf, Bochum u. a. O. Eine hübche (Anmerkung des Editors: richtig: hübsche) Originalradierung brachte er in einem Blatte des Düsseldorfer Radierklubs: verbotene Passage.

Grüber, Bernhard, Architekt und Architekturschriftsteller, geb. 1806 zu Donauwörth, widmete sich anfangs auf der Münchener Akademie der Historienmalerei, trat aber, als ihn auf einer Rheinreise 1824 die dortige mittelalterliche Architektur fesselte, zur Baukunst über. Erst 1830 begann er unter Ohlmüller sie praktisch auszuüben und beteiligte sich zunächst beim Bau der dortigen Aukirche. Dann leitete er die Vorarbeiten zur Restauration des Regensburger Doms und wurde nach deren Beendigung (1833) Lehrer an der dortigen polytechnischen Schule. Für die Herausgabe seines Werks »Vergleichende ↔ Sammlungen für christliche Baukunst« (1839-47, 2 Teile mit 72 Tafeln) besuchteer 1834 und 1837 Italien, gab dann noch in Regensburg eine Monographie des Böhmerwalds (in Gemeinschaft mit Ad. Müller, 1846), eine Donaukarte und verschiedene Abhandlungen über die Baudenkmäler in Regensburg (z. B. »Dom«, 1843, und »Regensburg und seine Umgebungen«, mit Abbildungen, 1843) heraus. Infolge der Erbauung eines Prachtsaals im Palast des Fürsten Hugo Salm in Prag erhielt er dorthin einen Ruf als Professor der Architektur und begann nun eine ausgedehnte künstlerische Wirksamkeit, aus der wir nur die gotische Marienkirche in Turnau (1850), das Schloß Blatna (1853-55), die südliche Front des Altstädter Rathauses in Prag (1856) und den gewaltigen Quaderbau des Schlosses Groß-Skal hervorheben. Später beschäftigte ihn die Restauration des Doms zu Kuttenberg. Von seinen übrigen litterarisch-artistischen Arbeiten erwähnen wir noch: die meisterhafte »Charakteristik der Baudenkmale Böhmens« (zuerst in den »Mitteilungen der österreichischen Centralkommission« 1856); die »Baudenkmale der Stadt Kuttenberg« (das. 1861); »Allgemeine Baukunde« (Berl. 1863); die besonders schätzenswerte »Kunst des Mittelalters in Böhmen« (1871, aus den genannten »Mitteilungen«); »Die Kathedrale des heil. Veit und die Kunstthätigkeit Karls IV.« sowie die »Elemente der Kunstthätigkeit« (Leipz. 1875). Vielfach von den Tschechen angefeindet, zog er sich 1874 nach Bayern zurück.

Grund, Johann, Historien- und Genremaler, geb. 1808 zu Wien, erhielt auf der dortigen Akademie seine erste Ausbildung, reiste dann nach München, Düsseldorf und Paris, hielt sich längere Zeit in Rom auf, nahm seinen Wohnsitz in Karlsruhe und später in Baden-Baden. Sowohl seine Historien- wie seine Genrebilder sind von korrekter Zeichnung und konventionell eleganter Ausführung, dabei oft sentimental und meistens ohne innere Wärme und Lebenswahrheit. An Historienbildern schuf er aus der biblischen Geschichte, großenteils in wenigen Figuren: Debo-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 221.