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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Hautmann; Hawranek; Hayes; Hayllar; Hayn

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Hautmann - Hayn.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Hausmann'

teils Porträte, teils Scenen aus dem italienischen Volksleben, sind zwar charakteristisch aufgefaßt, aber im Kolorit allzu naturalistisch, oft unsauber und derb und mit verwischten Konturen, z. B. Aschenbrödels Leiden. Er ist seit 1864 Direktor der Zeichenakademie in Hanau.

Hautmann, Johann, Bildhauer in München, Bruder des 1862 zu Rom gestorbenen Bildhauers Anton H., verfolgt in seinen dem Genre, den biblischen oder den mythologischen Stoffen entlehnten Skulpturen und feinen Bildnissen die idealistische Richtung und hat hierin reizende Werke geschaffen, z. B.: Venus und Amor, spielende Knaben, Bacchantin mit dem Panther, der Friedensengel, Maria mit dem Jesuskind und viele Bildnisse als Büsten und als Medaillons.

Hawranek, Friedrich, tschech. Landschaftsmaler, geb. 4. Jan. 1821 zu Prag, wurde Schüler der dortigen Akademie unter Anton Manes (gest. 1843) und Chr. Ruben (gest. 1875), machte Studienreisen in Polen, Tirol, Steiermark, Bayern, Frankreich und Sachsen und war eine Zeitlang Lehrer des Erzherzogs Ludwig von Toscana. Das Eigentümliche seiner im übrigen ziemlich prosaisch-gemütlichen Landschaften besteht in der feinsten Ausmalung auch der geringsten Details, so daß er nicht mit Unrecht »der landschaftliche Denner« genannt wird. Das Gewimmel der Feldblümchen und Grashalme, jede Unebenheit der Baumrinden, jedes Zweiglein und Blättchen führt er mit staunenswertem Fleiß aus. Dahin gehören unter seinen meist kleinen Bildern: Bauernhof in Mähren, Waldweg, Waldquelle, Dorfgasse in Böhmen, Ufer der Moldau, Blockensteinsee im Böhmerwald, zerstörte Mühle, am Weiher etc. Er lieferte auch Illustrationen zu dem Prachtwerk »Die Balearen« vom Erzherzog Ludwig Salvator von Toscana und radierte Blätter von der Burg Karlstein und vom Judenkirchhof in Prag.

Hayes (spr. hehs), Edwin, engl. Marinemaler, geb. 1830 zu Bristol, malt in Aquarell treffliche Seestücke, in denen besonders das Wasser und das Spiel der Wellen meisterhaft behandelt sind. Er ist ↔ Mitglied der Akademie in Dublin und lebt in London, wo er als Mitglied der Aquarellisten deren Ausstellungen zu beschicken Pflegt. Namhafte Bilder von ihm sind: Boote auf der Schelde, frischer Wind von St. Ives (Cornwall), den Wellen Preisgegeben, französische Fischer bei Ostende, Brise im Hafen von Portsmouth, Rückkehr holländischer Lastschiffe nach Katwyk, das Rettungsboot und Fischer, welche Great Yarmouth verlassen (Pariser Ausstellung 1878).

Hayllar (spr. hehll'r), James, engl. Genremaler, geb. 1829 zu Chichester, wurde 1849 Schüler der Akademie in London und lebte dann von 1851 an mehrere Jahre in Rom. Nach seiner Rückkehr malte er anfangs Porträte, ging aber allmählich zum Genre über und brachte gemütliche Scenen aus dem Volksleben, bei denen er mit Ausnahme einiger Jahre, in denen er sich eben nicht zu seinem Vorteil im Stil der Präraffaeliten versuchte, geblieben ist. Zu diesen Genrebildern von liebenswürdigem Humor, naturwahrer Auffassung und kräftigem, breitem Pinsel gehören: Zahnweh der Königin Elisabeth (1865), Miß Lillys Wagen versperrt den Weg, Miß Lillys Rückkehr vom Ball (1867), des Rektors kleine Tochter (1870), der Abend vor der Hochzeit (1871), Glieder in der Kette des Lebens, Gott segne die Königin (1873), sorgsam wie eine Mutter (1875) u. a.

Hayn, Ernst, Freiherr von, Maler und Bildhauer, geb. 1822 zu Stuttgart, widmete sich dem Studium der Jurisprudenz, entwickelte sein künstlerisches Talent durch Reisen in Frankreich, Italien und Spanien, war dann mehrere Jahre Hofmarschall des Prinzen Friedrich von Württemberg und bildete sich daneben im Atelier des Bildhauers Th. v. Wagner in Stuttgart aus, während er sich mit der Malerei als Autodidakt beschäftigte. In letzterer Kunst brachte er bis jetzt sehr geistreich komponierte Landschaften und Tierbilder, sowohl in Öl wie in Aquarell, in ersterer sehr geschickt ausgeführte kleine Tierfiguren, einzeln oder in Gruppen, von feiner Beobachtung und großer Naturwahrheit.