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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Hopfgarten; Hornemann; Horowitz; Horsley

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Hopfgarten - Horsley.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Hook'

Italien ging. Unter seinen ältern Werken aus der Historie und dem historischen Genre werden besonders gerühmt ein: Cyklus von Darstellungen aus der Geschichte Venedigs (1849-54), Verfolgung der Reformierten in Paris und die Dankbarkeit der Mutter des Moses für die Rettung ihres Knäbleins. Nach seiner Rückkehr aus Italien wandte er sich mehr der Marine- und Strandmalerei sowie der Landschaft zu, worin seine Leistungen technisch sehr gelungen, aber ohne höhere Poesie sind; z. B.: Luv', mein Junge (1859), der Marktmorgen, das im Ausdruck rührende und liebliche Signal am Horizont, der Morgen nach dem Sturm, Fischerfrauen in der Bretagne, Salmenfang in Schottland, die Seegrassammlerin und mehrere andre dieser Art aus Holland und aus Norwegen. 1854 wurde er Genosse und 1859 Mitglied der Akademie in London.

Hopfgarten, August Ferdinand, einer der ältern Historienmaler Berlins, geb. 17. März 1807 daselbst, zuerst Schüler von Ruscheweyh, dem Bruder des Kupferstechers, besuchte von 1820 an die Akademie, wo er unter Dähling, Niedlich und Wach sich ausbildete. Schon 1825 erhielt er einen akademischen Preis, verweilte 1827-32 in Italien und malte dann in Wiesbaden die Begräbniskapelle der Herzogin von Nassau aus. 1835 nach Berlin zurückgekehrt, entfaltete er eine reiche Thätigkeit nicht nur in der Historie, sondern auch im romantischen Genre und im Porträt. Dahin gehören: Raffael das Motiv zur Madonna della Sedia findend, die durch Lithographie populär gewordene Schmückung einer Braut, die noch populärern Schwäne fütternden Mädchen im Kostüm der florentinischen Renaissance, die Findung des Moses, Boas und Ruth, Tasso vor Leonore von Este (1839, Nationalgallerie in Berlin), die Rosen der heil. Elisabeth u. a. Auch an dem Freskenschmuck der Schloßkapelle in Berlin nahm er teil und malte hier über dem Altar die Ausgießung des Heil. Geistes und einige Engelsgestalten, ebenso an der dekorativen Ausschmückung des Neuen Museums. Noch bis in die letzten Jahre setzte er seine künstlerische Thätigkeit fort. Er ist seit ↔ 1854 Professor und Mitglied der Akademie in Berlin.

Hornemann, Adolf, Genremaler, geb. 19. Mai 1813 zu Hannover, widmete sich 1835-37 auf der Akademie in München der Historienmalerei, wo er Schüler von Cornelius wurde, dem er bei den Fresken in der Ludwigskirche behülflich war. Später lebte er mehrere Jahre in Paris, ging 1855 nach dem südlichen Rußland, füllte dort seine Mappen mit schätzbaren Studien, wurde Ehrenmitglied der Akademie in Petersburg, nahm einen längern Aufenthalt in Hamburg und ließ sich 1867 in Düsseldorf nieder, wo er fast ausschließlich Genrebilder malte mit recht wahren und originellen Figuren von korrekter Zeichnung und ansprechendem Kolorit, z. B.: Hochzeitsschmaus, wandernde Musikanten, Morgengruß, eine Impfung auf dem Land (1868), Rückkehr des Landwehrmanns, Verzeihet mir die Sünd' (1875), Du mein Lieb, und die 1880 in Düsseldorf ausgestellten: ein Mönch und ländlicher Tanz.

Horowitz, Leopold, ungar. Porträt- und Genremaler, geb. 1839 zu Rozgony bei Kaschau, war 1853-60 Schüler der Akademie in Wien, ging dann über Berlin, Dresden und München nach Paris, wo er sich während eines achtjährigen Aufenthalts in den genannten Fächern zu einem sehr tüchtigen Maler ausbildete, der namentlich in den Porträten das Helldunkel Rembrandts erreicht. 1868 zog er nach Warschau und brachte seitdem mehrere Bilder aus dem polnischen und jüdischen Volksleben, besonders das tief empfundene Bild: Trauer der Juden um Jerusalem.

Horsley (spr. horssli), John Callcott, engl. Genremaler, geb. 29. Jan. 1817 zu London-, trat 1831 als Schüler in die Akademie und debütierte als solcher 1835 mit einem sehr beifällig aufgenommenen Bild: Zinszahlung im Schloß Haddon im 16. Jahrhundert, dem in den nächsten Jahren die Schachspieler, die Musikrivalen und die erwartete Antwort folgten. 1839 trat er zuerst in der akademischen Ausstellung mit dem Bilde: der Stolz des Dorfs (Nationalgallerie in London) auf. Unter seinen später folgenden Genrebildern, die

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 267.