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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Jacque; Jacquemart

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Jacque - Jacquemart.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Jacoby'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 1)

manier. Der erste derselben war der Evangelist Johannes (nach Alessandro Tiarini), worauf dann für die Dunckersche Ausgabe der Wandgemälde Kaulbachs im Neuen Museum zu Berlin die Hunnenschlacht sowie die Sage und die Geschichte und für Kaulbachs Shakespeare-Gallerie die Lady Macbeth schlafwandelnd folgten. Später nahm er einen vierjährigen Aufenthalt in Paris, bereiste Spanien und verweilte zwei bis drei Jahre in Rom. 1863 wurde er Professor der Kupferstecherkunst in Wien und brachte zunächst eine Reihe von Porträtstichen nach Winterhalter, Kaulbach und eignen Zeichnungen sowie die von ihm bereits in Rom gezeichnete Schule von Athen, nach Raffael; Alexander und Roxane, nach Soddoma, und die Kartons zu den beiden Vorhängen des Neuen Opernhauses in Wien, nach Rahl und Laufberger. 1871 erhielt er den Orden der Eisernen Krone und wurde 1872 Ehrenmitglied der Akademie in München.

2) Valerian, russ. Historienmaler, geb. 1834, war Schüler der Akademie zu Petersburg und ließ sich später in Rom nieder, wo er einige Historien- und Genrebilder schuf, die mehr in der Komposition als in der Bewegung der Gestalten und im Kolorit gerühmt werden, z. B.: der Tod Robespierres, die Verhaftung Birons, Herzogs von Kurland. Unter seinen Genrebildern werden genannt: der Ostertag des Bettlers und die Orangenverkäuferin.

Jacque (spr. schak), Charles Emile, franz. Tier- und Landschaftsmaler und Radierer, geb. 23. Mai 1813 zu Paris, lernte anfangs bei einem Kupferstecher von Landkarten, diente sieben Jahre als Soldat und arbeitete zwei Jahre für einen Formschneider in England. Dann ergriff er die Tiermalerei und zeichnete sich gar bald in der Darstellung der Schafe, Hühner und andrer Haustiere aus, die er mit ungemeiner Naturwahrheit in allen ihren Bewegungen zu zeichnen versteht; leider ist aber seine Färbung, namentlich in Grün, etwas trocken und roh. Für derartige Schilderungen verweilte er längere Zeit in Burgund und in Barbison bei Fontainebleau, dem Lieblingsaufenthalt der Tier- und Landschaftsmaler. ↔ Als seine besten Bilder von meisterhafter Charakterisierung der Tierwelt werden genannt: Landschaft mit Schafherde (1881 im Luxembourg), am Waldesrand und Inneres einer Schafhürde. Noch mehr als seine Malereien werden seine zahlreichen Radierungen geschätzt, in denen er mit scharfer Beobachtungsgabe fast das ganze Landleben schildert. Derartige Zeichnungen und Karikaturen lieferte er auch für illustrierte Zeitschriften, z. B. für den »Charivari«. Nach mehreren Medaillen sowohl für Malereien wie für Radierungen erhielt er 1867 das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

Jacquemart (spr. schak'máhr), 1) Henri Alfred Marie, franz. Bildhauer, geb. 22. Febr. 1824 zu Paris, war eine Zeitlang Schüler von Paul Delaroche, widmete sich aber dann der Plastik und debütierte mit Erfolg 1847. Nachdem er zunächst einige Tierfiguren gebracht hatte, schuf er eine eherne Reiterstatue des Generals Bonaparte (1864), einen den wilden Tieren vorgeworfenen Gefangenen (1865), eine Gipsstatue des Marschalls Ney am Morgen des 7. Dez. 1815 (1868), eine bronzene Reiterstatue Ludwigs XIII. für das Rathaus in Compiègne (1869), eine kolossale Reiterstatue von Mehemed Ali Pascha für Alexandrien (1872), vier kolossale Löwen für den Schmuck einer Brücke in Kairo und für dieselbe Stadt die Bronzestatuen des Suleiman Pascha und des Mohammed Bei Lazzoglon (1875). Daneben beteiligte er sich bei den Arbeiten für die Fontäne St. Michel und bei mehreren Restaurationsarbeiten öffentlicher Denkmäler in Paris. 1870 erhielt er das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

2) Nélie, franz. Porträtmalerin, geb. 1845 zu Paris, erlernte, mit großem Talent begabt, die Malerei unter Cogniet und malte schon 1867 für die Kirche St. Jacques du Haut Pas einen heil. Eugen. 1868 brachte sie ihr erstes Porträt, das durch die geistige Wiedergabe des Dargestellten so großes Aufsehen erregte, daß sie 1869 den Unterrichtsminister Duruy malte und infolgedessen die erkorne Porträtmalerin der politischen Welt wurde. Die meisterhaftesten Bilder dieser Persön-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 279.