Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Junker; Jutz; Kaiser

289

Junker - Kaiser.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Jungheim'

und behandelte teils derartige Gebirgsgegenden, teils auch die deutschen Wälder und Mittelgebirge. Seine zahlreichen Landschaften sind fast alle von ansprechender, zuweilen auch nur von ziemlich prosaischer Komposition, kraftvoller Färbung und glänzender Beleuchtung. Zu den bedeutendern gehören: deutsche Landschaft mit Hirschjagd, Uri-Rotstock am Vierwaldstätter See, das Lauterbrunner Thal, aus dem Bodethal, der Wallensee, Abend am Brienzer See, das Wetterhorn, der obere Reichenbachfall bei Meiringen, aus dem Schächenthal, Motiv von Salzburg, der Gosausee, Sorrent, Capri, der Königssee mit dem Watzmann u. a.

Junker, Hermann, Genremaler, geb. 1838 zu Frankfurt a. M., widmete sich anfangs der Lithographie, wurde dann Schüler des Städelschen Instituts unter Jakob Becker und Steinle, bildete sich von 1860 an unter Hausmann und 1862-1864 in Paris und Amsterdam weiter aus. Nach Frankfurt zurückgekehrt, malte er manche wohldurchdachte Genrebilder von trefflicher Zeichnung, z. B.: Auerbachs Keller, des Künstlers Erdenwallen, die Prüfungskommission (1865), Poesie und ↔ Prosa (1867). Später illustrierte er in Zeichnungen wie in Ölbildern den Krieg von 1870/71 in geistreicher, gewandter Weise, z. B.: die Verkündigung des Versailler Friedens in Frankfurt und Heldenthaten einzelner Krieger und kleinere Gruppen. Eine seiner neuesten Kompositionen ist ein Cyklus von zwölf Bildern aus dem Leben Goethes von dessen Kinderjahren an bis zu dem Jubelfest in Weimar 7. Nov. 1825. Er gab auch ein anatomisches Werk über die weiblichen Formen (1864) heraus.

Jutz, Karl, Tiermaler, geb. zu Windschlag in Baden. Sein freilich nur beschränktes Fach, in welchem er sich in München und in Düsseldorf zu einem sehr geschickten Meister ausbildete, sind die kleinen Haustiere, das Geflügel und die Insekten, die er in den verschiedensten Situationen gewöhnlich in kleinen Dimensionen mit großer Naturwahrheit, oft mit viel Humor und mikroskopischer Genauigkeit darstellt, z. B.: Hühner und Enten, Hühner und Pfau, der Hühnerhof, das stille Plätzchen, Maikäferjagd, am Richtplatz, viel Lärm um nichts, der böse Nachbar, Hühner bei Regenwetter u. a. Er lebt in Düsseldorf.

K.

Kaiser, 1) Friedrich, Historien- und Schlachtenmaler, geb. 21. Jan. 1815 zu Lörrach in Baden, war anfangs Lithograph, ging aber, in Paris durch die Schlachtenbilder Horace Vernets veranlaßt, zur Malerei über. Nachdem er sich einige Jahre in München ausgebildet hatte, wandte er sich nach Karlsruhe und schilderte mehrere Scenen des badischen Aufstands, infolge deren er von dem damaligen Prinzen von Preußen bewogen wurde, 1850 nach Berlin zu ziehen. Dort begann er mit andern kleinern Bildern aus dem badischen Feldzug und brachte auch größere Historienbilder, z. B.: Schlacht bei Tagliacozzo. Reichen Stoff für seine militärischen Scenen boten ihm die Kriege von 1864 und 1866, weniger der von 1870/71. Es sind keine größern Schlachtenbilder, ↔ sondern meistens Kampfepisoden, worin er dramatische Momente mit großer Anschaulichkeit und Wahrheit, oft mit viel Humor schildert. Seine Zeichnung ist flott und gewandt, sein Kolorit hell und zuweilen etwas bunt. Zu den besten Bildern aus seiner frühern Zeit gehören: die Erstürmung von Korfu, Verwundung des Prinzen Friedrich Karl bei Wiesenthal, Bivouak vor Düppel, und aus der jüngsten Zeit das figurenreiche Bild: vor Paris, wo Kaiser Wilhelm eine Geschützposition inspiziert. Früher malte er auch bisweilen biblische Bilder.

2) Johann Wilhelm, holländ. Kupferstecher, geb. 5. Jan. 1813 zu Amsterdam, war auf der dortigen Akademie Schüler von Taurel, diente dann einige Jahre in der Artillerie, kehrte zu seinem Kunst-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 290.