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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Kuytenbrouwer; Kyhn; La Farge; Laar; Labouère

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Kuytenbrouwer - La Farge.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Kurtz'

träte ist (1853) das des Königs Wilhelm I. von Württemberg, das ihm die goldne Medaille einbrachte.

Kuytenbrouwer (spr. keut'n-brauer), Martinus Antonius, holländ. Landschafts- und Jagdmaler, geb. 1816 zu Amersfoort, wurde anfangs von seinem Vater in der Kunst unterrichtet, bildete sich dann für sein Fach auf Reisen in Frankreich und Belgien aus und nahm in Brüssel seinen Wohnsitz, wo er sehr ansprechende Landschaften von kraftvollem Kolorit, zuweilen mit historischer Staffage, oder auch Jagdscenen malt, z. B.: Hirsche nach dem Kampf, große Waldpartie (1855), mütterliche Liebe, die mit großer Virtuosität gemalten kleinen Krebsfänger (1862), Kampf zweier Hirsche, patiens quia fortis (Bernhardshund und kleiner Teckel) und die Dragonaden unter Ludwig XIV. Für das Prachtwerk von Joly: »Die Ardennen« lieferte er 30 Blätter Radierungen. Er ist Mitglied ↔ der Akademie von Amsterdam und Hofmaler des Königs von Holland.

Kyhn, Peter Vilhelm Karl, dän. Landschaftsmaler, geb. 30. März 1819 zu Kopenhagen, widmete sich anfangs dem Handelsstand, lernte dann eine Zeitlang die Kupferstecherkunst, trat 1836 in die dortige Akademie und ergriff die Landschaftsmalerei, worin er seit 1843 Bilder von wohldurchdachter, feiner Stimmung ausstellte, die ihm auch ein bedeutendes Reisestipendium verschafften (1850-53). Zu seinen besten Bildern gehören: Strandpartie von der Insel Bornholm, Winterabend im Wald (1854), Küstenpartie bei Taarbeck (1855), kühler Sommerabend (1863), später Sommerabend beim Himmelbjerg auf Jütland (1874, die beiden letztern befinden sich in der Gallerie zu Kopenhagen). Er hat auch mehrere treffliche Blätter radiert. 1870 wurde er Mitglied der Akademie seiner Vaterstadt.

L.

Laar, Ulrike Charlotte Auguste, Genre- und Porträtmalerin, geb. 10. Aug. 1824 zu Breslau, kam nach ihres Vaters Tod in früher Jugend mit der Mutter nach Berlin, wo ihr erster Zeichenlehrer ein Maler, Namens Frank, war. Mit 16 Jahren trat sie in das Atelier von Remy, fing aber 1866 ihr Studium unter Gustav Gräf von neuem wieder an und schlug eine ganz andre Richtung ein. Auf verschiedenen Reisen besuchte sie die meisten Gallerien Deutschlands und Italiens. Unter ihren lebensvollen, gut charakterisierten Bildern sind die bedeutendsten: Eingeregnet (städtische Sammlung in Braunschweig), Enrico (lebensgroßer Knabenkopf), Sei mir wieder gut!

Labouère (spr. -buähr), Antoine Xavier Gabriel de Gazeau, Graf von, franz. Architekturmaler, geb. 1. Okt. 1801 zu Labouère (Maine-et-Loire), ging zur Armee und machte 1823 den Feldzug nach Spanien und 1830 den Krieg in Algerien mit. Nach der Julirevolution ↔ nahm er seinen Abschied, widmete sich der Malerei unter Brunet und Picot, bildete sich in Rom weiter aus und bereiste den Orient sowie Spanien. Unter seinen Bildern sind die bedeutendsten: der Palast von Karnak und eine Ernte in der Campagna, Ansicht von Algier, Ruinen von Theben, das Gräberthal in Nubien, aus der Wüste von Suez, die Alhambra in Granada und das Theater von Taormina auf Sicilien (1869 und 1870).

La Farge (spr. lăfárdsch), John, ein in den letzten Jahren zu bedeutendem Ruf gelangter amerikanischer Figuren-, Blumen- und Landschaftsmaler. Schon 1869 wurde er Mitglied der Nationalakademie in New York, später Mitglied der amerikanischen Gesellschaft der Aquarellisten. Unter seinen Ölbildern, die sich durch lebhafte Phantasie, tiefes Gefühl und glänzendes Kolorit auszeichnen, sind hervorzuheben: Blick auf Newport, eine schlafende Schönheit, ein grauer Tag, ein schneeiger Tag, aus der Geschichte von

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 316.