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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Lewis; Lichtenfels; Lichtenheld

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Lewis - Lichtenheld.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Lévy'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 1)

Familie des Mittelalters (1852), Noah verflucht den Ham (1855 in Rom gemalt), Ruth und Naemi (1864), Tod des Orpheus (1866, Museum des Luxembourg), der Regenbogen (1868, Idylle), der Fußpfad, der Nachen, die Meta sudans in Rom u. a. Außerdem malte er Porträte und dekorative Arbeiten in Pariser Theatern, im Staatsministerium, in der Dreifaltigkeitskirche und in Privatgebäuden. Er erhielt zahlreiche Medaillen und 1867 das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

2) Gustave, franz. Kupferstecher, geboren zu Toul, war in Paris Schüler von Geille und von Cogniet. Er stach mehrere Porträte nach Madrazo, Rigaud, Winterhalter u. a. und brachte ferner als seine größern Hauptblätter: die Familie Concina der Dresdener Gallerie, nach Paolo Veronese; die belle jardinière, die Vierge aux candélabres und die Sixtinische Madonna, nach Raffael (die letztere mit Blanchard); eine heil. Jungfrau, nach Carracci, und Damokles, nach Th. Couture.

3) Henri Léopold, franz. Historienmaler, geb. 23. Sept. 1840 zu Nancy, wurde in Paris Schüler von Picot, Fromentin und Cabanel. Er behandelt im Geschmack Delacroix' meistens Gegenstände aus der Geschichte des Altertums oder der Legende der Heiligen, denen er dramatische Bewegung und Leben und kräftiges Kolorit verleiht. Seine Hauptbilder befanden sich noch auf der internationalen Ausstellung von 1878: gefangener Hebräer auf den Trümmern von Jerusalem (1869), die trefflich individualisierte, wenn auch etwas moderne Herodias mit dem Haupt Johannis des Täufers, Sarpedon nach Homer (1874, Museum des Luxembourg) und vier Scenen aus dem Leben des heil. Dionysius. 1872 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Lewis (spr. ljú-ĭs), Edmonia, amerikan. Bildhauerin, geb. 1843, Tochter eines Indianers und einer Negerin, lebte in ihrer Jugend als Jägerin und Fischerin in den Wäldern, bis der Anblick einer Statue Franklins ihre Neigung zur Skulptur weckte, die sie von da an ohne eigentlichen Lehrer erlernte. Auf ihr erstes Werk, eine Büste des Obersten Shaw, die 1865 in Boston ↔ großes Aufsehen erregte, folgte die Statue einer befreiten Sklavin, nach deren Vollendung sie 1867 ihren Wohnsitz in Rom nahm. Unter den nicht zahlreichen Werken, die von dort aus bekannt und nach Amerika gesandt wurden, nennen wir: den Tod der Kleopatra, den alten Pfeilschnitzer und seine Tochter, zwei Gruppen nach Longfellows »Hiawatha« (wohl ihr bestes Werk), eine Madonna mit dem Kind und mehrere Porträtbüsten.

Lichtenfels, Eduard Peithner von, Landschaftsmaler, geb. 18. Nov. 1833 zu Wien, war Schüler der dortigen Akademie unter Steinfeld und Thomas Ender, ging 1857 nach Düsseldorf, wo er sich, ohne dessen Schüler zu werden, an Lessing anschloß, dessen Einfluß in fast allen seinen Bildern zu erkennen ist. 1859 machte er als Offizier den Feldzug in Italien mit, wurde 1871 Lehrer und 1872 Professor der Landschaftsmalerei an der Akademie zu Wien. Seine Bilder, meist Motive aus der Nähe von Wien oder Lundenburg mit feuchten Waldgründen behandelnd, zeigen einen glücklichen Farbensinn sowie ein wahrhaft künstlerisches Eingehen in die Natur und, wenigstens die frühern derselben, eine feine Anmut und vornehmen Reiz. Später wurde sein Vortrag breiter, seine Farbe tiefer und seine Technik immer freier. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten gehören: Motiv bei Lundenburg (im Belvedere und öfter wiederholt), Motiv bei Pitten in Niederösterreich, mit trefflicher Totalstimmung, Donaupartie bei Weißenfels, Gebirgslandschaften aus Agordo, aus dem Quarnero (Seeküstenbild), Jägerhütte im Gebirge u. 1880 eine großartige Skizze vom Gipfel des Ätna. 1868 wurde er Mitglied der Kunstakademie in Wien.

Lichtenheld, Wilhelm, Landschaftsmaler, geb. 1818 zu Hamburg, bildete sich in München für sein Fach aus und widmete sich gleich anfangs mit Vorliebe dem Mondscheinbild, worin er es allmählich, besonders in der Stimmung, zu großer Meisterschaft brachte. Seine Landschaften sind meistens flache oder hügelige Gegenden, selten Gebirgspartien. Zu den bedeutendem gehören seit den letzten 20 Jahren: Klosterhalle bei Mondbeleuchtung (1860), Mond-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 337.