Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Manthe; Mařak; Marc; Marcellin

352

Manthe - Marcellin.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Manger'

graph, Bildhauer und Porträtmaler gearbeitet hatte, kehrte er zurück und bildete sich auf der Akademie in Berlin unter Albert Wolff in der Skulptur noch weiter aus. Seine Hauptwerke sind: das Kriegerdenkmal in Stargard (1874), eine kolossale Büste Herbarts in Oldenburg und namentlich die treffliche Statue Bismarcks in Kissingen (1877 errichtet).

Manthe, Albert August Karl, Bildhauer, geb. 13. Aug. 1847 zu Angermünde, trat 1863 zu Berlin in das Atelier Streichenbergs, wurde 1865 auf der Akademie Schüler von Schievelbein und nach dessen Tod (1867) von Hugo Hagen, an dessen Arbeiten er drei Jahre lang thätig war. Als er auch diesen Lehrer 1871 durch den Tod verlor, ging er auf einige Monate nach London in das Atelier eines Bildhauers und begann dann in Berlin eine selbständige Thätigkeit, die sich bis jetzt auf dekorative Arbeiten, auf eine Obotritengruppe für den Großherzog von Mecklenburg, einige Statuetten (Fritz Reuter), Porträtbüsten und Grabdenkmäler beschränkt hat.

Mařak (spr. marsch-), Julius, Landschaftsmaler und Radierer, geb. 29. März 1835 zu Leitomischl (Böhmen), bildete sich für sein Fach in Prag und zu München aus und ließ sich 1858 in Wien nieder. Seine fein empfundenen Stimmungslandschaften und Zeichnungen sind von romantischem Geist beseelt und ungemein ansprechend, z. B.: Kongreß der Störche unter den Ulmen, Runenstein im Eichenwald, Mondaufgang im Föhrenwald, vor allen der 1878 in Berlin und 1879 in München ausgestellte Cyklus: Waldeinsamkeit in zwölf Kohlezeichnungen, die eine große Meisterschaft in der Darstellung der Waldromantik und der zauberhaften, phantastischen Abgeschiedenheit verraten; ebenso die vier Jahres- und Tageszeiten und die preisgekrönten 13 Kohlezeichnungen österreichischer Waldcharaktere. Mehrere eigne Kompositionen brachte er in reizenden Radierungen.

Marc, 1) Jean Auguste, franz. Historien-, Genremaler und Journalist, geb. 12. Juli 1818 zu Metz, besuchte anfangs die dortige Veterinärschule, bis er sich imstande ↔ sah, die künstlerische Laufbahn zu ergreifen. Er lernte zunächst in Luxemburg das Zeichnen, wurde Zeichenlehrer am Progymnasium in Diekirch, gab aber 1840 diese Stelle auf und ging nach Paris, wo er Schüler der École des beaux-arts und Delaroches wurde. Während seiner künstlerischen Thätigkeit 1847-57 stellte er mehrere Genre- und Historienbilder aus, z. B.: die Seifenblase, die Ermordung des Franz von Lothringen, Herzogs von Guise, die allegorische Gestalt Frankreichs und die der Republik, Christus vor Pilatus, der junge violinspielende Mozart u. a. Nachdem er mehrere Jahre artistischer und litterarischer Mitarbeiter der Zeitschrift »L'illustration« gewesen war, übernahm er 1859 die Redaktion derselben. 1858 erhielt er das Ritterkreuz der Ehrenlegion, 1874 den luxemburgischen Orden der Eichenkrone.

2) Wilhelm, Genremaler, geb. 9. Okt. 1839 zu Landshut, kam schon in früher Kindheit mit seinen Eltern nach Speier, ging nach München, um Rechtswissenschaft zu studieren, trat aber bald zur Malerei über, besuchte deshalb die Kunstakademie und schloß sich namentlich dem Porträtmaler Correns (gest. 1877) an. Nach wiederholten Reisen in Italien trat er 1874 mit seinem ersten größern Bild: Stadt und Land, auf, das sehr beifällig aufgenommen wurde; dann folgten unter seinen bedeutenden Leistungen: Kinder auf dem Dorfkirchhof an einem offenen Grab, die überaus anmutige Venus Anadyomene (1876), Abend im Klostergarten und neuerdings die Freistunde im Pensionat. Allen seinen Gestalten weiß er Adel der Form und Wahrheit der Empfindung zu verleihen.

Marcellin (spr. mărsselläng), Jean Esprit, franz. Bildhauer, geb. 1822 zu Gap (Hautes-Alpes), trat als Schüler von Rude in Paris seit 1847 mit mehreren sehr verdienstlichen idealen Gestalten in Statuen, Gruppen und Büsten auf, z. B.: die Dornenkrönung Christi (1848), der Schäfer Cyparissus (1851), Kypris und Amor (1853), Rückkehr des Frühlings (1855), Zenobia aus dem Araxes gezogen (1857), die Sanftmut, die Jugend

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 353.