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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Mercier; Merkel; Merle; Merley

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Mercier - Merley.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Mercié'

Okt. 1845 zu Toulouse, war in Paris Schüler von Jouffroy und Falguière, erhielt 1868 den großen römischen Preis und bildete sich auf der französischen Akademie in Rom weiter aus. Seine Arbeiten, die von gründlichem Studium der Antike und der Meister des 15. und 16. Jahrh. zeugen, sind poetisch aufgefaßt und trefflich modelliert. Bis vor kurzem brachte er meistens ideale Gebilde, unter denen zu nennen sind: Delila, David (1872, Bronzestatue im Luxembourg), sein viel bewundertes Hauptwerk: Gloria victis, der Genius der Künste auf dem Pegasus (1877); in den letzten Jahren aber schuf er auch eine Statue des Naturforschers Arago und das Grabmal des Geschichtschreibers Michelet, die erstere reich an nebensächlichem Detail, sprechend im Ausdruck, das letztere in seiner ganzen Auffassung viel weniger gelungen und dem auch hier angebrachten Motto Michelets: »L'histoire est une résurrection« keineswegs entsprechend (beide 1879 ausgestellt). Als ein bedeutendes Werk wird seine 1880 in St. Germain enthüllte sitzende Statue von Thiers gerühmt. M. erhielt 1872 das Ritter- und 1879 das Offizierkreuz der Ehrenlegion.

Mercier (spr. merssjéh), Charles, engl. Porträtmaler, geboren 9. Juni 1834 zu Clapham (Surrey), seit 1862 Kapitän in einem englischen Infanterieregiment. Er malte zahlreiche ungemein hochgeschätzte Porträte bekannter englischen Notabilitäten, z. B.: den Linguisten Thomas Wright, den Lord Napier von Magdala, die Lords Derby und Mayo, den General Sir James Lindsay, den Herzog von Edinburg, den König der Belgier und neuerdings das ganze Ministerium Beaconsfield bei einer Sitzung versammelt in Downing Street. Zahlreiche Auszeichnungen und Gunstbezeigungen wurden ihm von Seiten des englischen Hofs und Ehrengeschenke von Seiten der Stadt London zu teil. Um die Hebung der Kunstindustrie in England erwarb er sich große Verdienste.

Merkel, Karl Gottlieb, Zeichner und Maler, geb. 1818 zu Leipzig, war ↔ Schüler der Akademie in Dresden und bildete sich von 1838 an in München aus. Später nahm er seinen Wohnsitz in Kassel, wo er als Lehrer der Zeichenkunst und der architektonischen Ornamentik eine erfolgreiche Thätigkeit entfaltete. Bekannter als durch seine Bilder aus dem litterarischen Genre, z. B.: König Lear, des Sängers Fluch und Spaziergang am Osterfest aus dem »Faust« (letzteres von trefflicher harmonischer Gesamtwirkung), ist er durch seine Zeichnungen: Totentanz für alle Stände (1850), deutsche Märchen (1851), biblische Geschichten (1853) und durch seine Wandbilder (in Wachsfarben): Italia und Germania in der Loggia des Galleriegebäudes zu Kassel.

Merle (spr. mĕrl), Hugues, franz. Genremaler, geb. 1823 zu St. Marcellin (Isère), Schüler von Cogniet, behandelt, abgesehen von einigen wenigen Historienbildern (Ermordung Heinrichs III., Hagar und Ismael und Charlotte Corday), die Not und Sorge der niedern Stände, namentlich der Frauen und Kinder, in lebensgroßen Gestalten mit edler Durchbildung der Form, aber melodramatisch und sentimental und mit einer dieser Empfindsamkeit nicht entsprechenden allzu glatten, kühlen Malerei, z. B.: die Bettlerin (1861, Museum des Luxembourg), eine Wahnsinnige, Gruppe einer Mutter mit ihren Kindern (sein bestes Bild), der Bettler während der Belagerung von Paris, Tag und Nacht, der Schmetterlingsfang u. a. 1866 wurde er Ritter der Ehrenlegion. - Sein Sohn und Schüler George M. hat sich in den letzten Jahren durch einige Historienbilder bekannt gemacht, z. B.: Tod Philipps von Artevelde in der Schlacht bei Roosbeke 1382 (1878), Timon von Athen und das Genrebild: die Tochter des Fischers (1880).

Merley (spr. mĕrléh), Louis, franz. Medailleur und Bildhauer, geb. 7. Juni 1815 zu St. Etienne, war in Paris Schüler von David d'Angers, Galle, Pradier und der École des beaux-arts, trug als Medailleur mit einem vom Delphin geretteten Arion 1843 den großen Preis davon, verfertigte dann mehrere Büsten und beschränkte sich nach seiner Rückkehr aus

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 367.