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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

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Müller.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Müller'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 5)

Geefs sein plastisches Talent erkannte und ihn 1850 veranlaßte, seiner Neigung zur Kunst zu folgen und die dortige Akademie zu besuchen. Daneben verschaffte er sich durch Bildnisse den nötigen Unterhalt. 1852 zog er nach Brüssel, bildete dort 1854 in Marmor einen erwachenden Knaben und modellierte 1856 eine Psyche, die er in Rom, wo er 1857 sich niederließ, für den Prinzen Albert von England in Marmor ausführte. Diese wie seine spätern fast immer idealen Bildwerke sind von meisterhafter Komposition, voller Lebenswahrheit und namentlich in den Gewandstoffen und deren Schmuck von technischer Vollendung. Es sind z. B. die Marmorgruppe: die Nymphe den Amor küssend (1862, im Besitz der Königin von England), Glaube, Liebe, Hoffnung für ein Mausoleum in Hamburg (1865), Satyr mit der tragischen Maske (1870), die Marmorgruppe: das Geheimnis des Fauns, Bacchantin, die dem Amor die Flügel zu beschneiden droht (1874), der neapolitanische Fischer und sein Knabe (1875), die Kandelaberfigur: Ecco il moccolo (letzter Karnevalsabend in Rom), die im Ausdruck ausgezeichnete Eva mit ihren Kindern (1877), die erschreckte Nymphe (Pendant zu jenem Satyr mit der Maske) und sein bis jetzt größtes Meisterwerk: die kolossale Gruppe des Prometheus und der Okeaniden (Nationalgallerie in Berlin), die, aus einem einzigen Marmorblock gehauen, den Titanen und zwei ihm gegen den Adler zu Hülfe gekommene Okeaniden in unverhüllter Schönheit, reizvollem Rhythmus der Formen und vollendeter Behandlung des Marmors zeigt (1874-79). 1880 vollendete er die Skizze zum Pendant dieser Gruppe: Befreiung des Prometheus durch Herkules und die Marmorausführung seiner Evagruppe. Er ist Professor und Mitglied der Akademie von San Luca in Rom sowie der Akademien von Berlin und Madrid, Ehrenmitglied der Akademie von Carrara, Inhaber mehrerer Medaillen und Orden.

6) Ferdinand, Bildhauer, geb. 1815 zu Meiningen, wurde anfangs von seinem Vater, der dort Hofbildhauer war, unterrichtet und ging dann nach München, wo ↔ er sich in Schwanthalers Atelier weiter ausbildete. Von seinen meistens wohlgelungenen Bildwerken nennen wir: einige Marmorbüsten in der Ruhmeshalle zu München, Engel in der Grabkapelle zu Meiningen, Christus bei Maria und Martha (Relief), die Bronzestatue Luthers in Möhra (1861), die Brunnenstatue Kaiser Heinrichs II. in Meiningen und den Barbarossazug in der Villa Carlotta am Comer See.

7) Franz, Historienmaler, geb. 1843 zu Düsseldorf, Sohn des Andreas M. (s. 2), war Schüler der dortigen Akademie unter der Leitung Bendemanns und Degers und besuchte 1871 und 1872 die Akademie in Antwerpen. Er malt, wie sein Vater, meist religiöse und Kirchenbilder in strengem Stil und tiefgefühltem Ausdruck, z. B.: Johannes der Täufer, Christus, eine Madonna im Wallfahrtsort Kevelaer, eine heil. Familie, auch (mit seinem Vater) Wandgemälde im Kunstsaal des Schlosses zu Sigmaringen und Kartons für Kirchenfenster.

8) Gustav Adolf, Porträt- und Genremaler, geb. 9. Aug. 1828 zu Hildburghausen, Zwillingsbruder des Bildhauers Eduard M. (s. 5), ging 1845, mit einem Stipendium versehen, auf die Akademie in München, die er 1848 mit der von Antwerpen vertauschte, wo er Schüler von Wappers wurde. 1850 war er einige Monate im Atelier Gleyres in Paris, malte dann in Koburg und Gotha Porträte, mit denen er auch in Wien (von 1852 an) ein solches Glück machte, daß er 1857 an den Hof von Portugal berufen wurde, wo er infolge seiner Porträte Hofmaler wurde und das Ritterkreuz des Christusordens erhielt. Dieselbe Thätigkeit entfaltete er 1857-59 in London, bis er sich mit seinem genannten Bruder in Rom niederließ, wo er außer Porträten teils Bilder aus der Mythologie, teils aus dem römischen Volksleben, teils Jagdstücke malt, meistens von träumerischer Poesie und technischer Meisterschaft, z. B.: Jupiter als Faun überrascht die Antiope, die glückliche Amme, Mädchen aus Procida, Erinnerungen aus der Villa Borghese, Jagdleben in der Campagna u. a. Er ist Pro-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 384.