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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Oudinot; Ouleß; Ouri; Page

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Oudinot - Page.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Oudiné'

Napoleons I. (nach Ingres' Plafond im Hôtel de Ville), die Erinnerungsmedaille auf die Restauration der Kirche Notre Dame, den Frieden von Villafranca, die Schlacht von Inkjerman, die Annexion von Savoyen und Nizza, die Thronbesteigung Napoleons III., die Erfindung der Photographie, die Einweihung von Napoleons I. Grab im Dom der Invaliden u. a. Er erhielt selbst zahlreiche Medaillen und 1857 das Kreuz der Ehrenlegion.

Oudinot (spr. udĭnóh), 1) Achille François, franz. Architekt und Landschaftsmaler, geb. 1820 zu Damigny (Orne), war in der Architektur Schüler von Huyot und in der Malerei von Corot. Er besuchte Italien und brachte von dort zahlreiche landschaftliche Aquarelle. In Paris lieferte er viele Zeichnungen für das »Magasin pittoresque«, baute Privathäuser und Villen. 1877 ging er nach Boston und stellte dort viele seiner Bilder aus, namentlich Landschaften und Marinebilder, unter denen besonders ein Strand von Dünkirchen gerühmt wurde.

2) Eugène Stanislas, franz. Glasmaler, geb. 6. April 1827 zu Alençon (Orne), erlernte seine Kunst anfangs praktisch in einer Glasmalereianstalt, wurde dann in der Malerei Schüler von Delacroix und gründete 1854 eine eigne Glasmalereianstalt, die sich bald eines bedeutenden Rufs erfreute und auf den Ausstellungen zahlreiche Medaillen erhielt. Seine für die Stadt Paris ausgeführten Hauptwerke sind: die Glasmalereien in ↔ Ste. Clotilde, St. Jacques du Haut Pas, St. Leu, St. Germain l'Auxerrois (Auferweckung des Lazarus und Parabel vom reichen Mann), St. Augustin und im Chor der Dreifaltigkeitskirche. Ebenso andre in der Kathedrale von Limoges (zwölf Apostel, restauriert), in St. Pierre daselbst, in Argenteuil, in St. Benigne, in der Kathedrale von Beauvais und der Kirche Ste. Croix zu Lüttich in Belgien etc. 1878 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Ouleß (spr. auléss), Walter William, engl. Porträtmaler, geb. 21. Sept. 1848 zu St. Helier auf Jersey, widmete sich seinem Fach auf der Akademie in London und stellte mit großem Erfolg seit 1873 seine Porträte aus, unter denen besonders gerühmt werden die von Lord Selborne, Charles Darwin, Admiral Sir Alexander Milner, Lord Amphlett, E. P. Bouverie, John Bright und Thomas Gladstone. 1877 wurde er Genosse der Akademie.

Ouri (spr. urí), Alphonse, franz. Dekorationsmaler, geb. 1828 zu Versailles, Schüler des ältern Bin und Gosses. Seine ersten Arbeiten führte er unter Leitung Delacroix' aus, der ihm die Ausschmückung des Saals im Hôtel de Ville übertrug. Die hauptsächlichsten seiner übrigen dekorativen Malereien befinden sich im grünen Saal der Tuilerien, im Hôtel Fould, im Schloß Sandrigham des Prinzen von Wales, im Hôtel Narischkin in Petersburg und in mehreren Sälen des Palastes des Chedive in Kairo. 1868 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion.

P.

Page (spr. pehdsch), William, amerikan. Porträt- und Historienmaler, geb. 1811 zu Albany, zog 1820 mit seinen Eltern nach New York und wurde dort Schüler von Joseph Hoxie. Schon als Knabe für eine Tuschzeichnung prämiiert, widmete er sich nach Überwindung mancher Schwierigkeiten ganz der Kunst, wurde Schüler von Samuel Morse und besuchte die Nationalakademie. Er begann mit dem Porträt, brachte aber auch bald ↔ Historienbilder verschiedenen Inhalts, z. B.: eine heil. Familie, Kindheit Heinrichs IV., Ruth und Naemi, Moses, Venus (1854), einen großes Aufsehen machenden Christuskopf, eine Kopie der Tizianschen Venus und Farraguts triumphierenden Einzug in die Bai von Mobile (1872). Wie in diesen Historienbildern, so ist er auch in den Porträten großartig in der Auffassung, aber derb realistisch und ohne Scheu vor dem Häßlichen.