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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Pickersgill; Picou; Piestre; Piglheim; Pignerolle; Pilgram

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Pickersgill - Pilgram.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Pichon'

legendenartigen Inhalts, von gründlichem Studium, aber von akademischer Härte und oft empfindsamem Ausdruck. Zu seinen größern Darstellungen gehören: der heil. Martin seinen Mantel zerteilend, Christus an der Martersäule, die unbefleckte Empfängnis, Adam und Eva (1836), Stigmatisierung des heil. Franziskus (1838), das Abendmahl (1846), Kathedrale in Amiens (1855), die Verkündigung (1859 und 1869), der Hauptmann zu Kapernaum (1864), Empfang im Schloß Windsor bei Richard II. (1866), Ruhe auf der Flucht nach Ägypten (1875), rosa mystica (1877) und außerdem viele Porträte und Fresken in den Kirchen St. Eustache, St. Joseph, in der Jesuitenkirche zu Sèvres und in der Kirche zu Vaugirard (1876). Seit 1843 erhielt er zahlreiche Medaillen und 1861 das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

Pickersgill (spr. -ghill), Frederick Richard, engl. Maler des historischen Genres, geb. 1820 zu London, Schüler des Landschaftsmalers Witherington und der Akademie daselbst. Seine geschmackvoll gewählten Motive behandelt er in ansprechender, zartsinniger Weise, z. B.: Kampf zwischen Herakles und Acheloos (Debüt aus dem Jahr 1840), Tod des Königs Lear (Karton), Simson und Delila (1850), Bestattung Harolds (Hauptbild im Parlamentshaus), Columbus in Lissabon (1868) und Tod des Francesco Foscari. 1847 wurde er Genosse, 1857 Mitglied der Akademie in London.

Picou (spr. pikúh), Pierre Henri, franz. Genremaler, geb. 27. Febr. 1822 zu Nantes, Schüler von Delaroche, widmete sich anfangs dem historischen Sittenbild, besonders des Altertums, z. B. Kleopatra, die mit Antonius in einer Barke einen Fluß hinabfährt (1848), und Kleopatra mit Octavianus, wobei er einen großen archäologischen Aufwand an Kostüm u. dgl. entwickelte. Dann brachte er kleinere und bescheidenere Bilder von eleganter Zeichnung, zierlicher Anmut der Gestalten und duftig-rosiger Malerei, z. B.: Amor auf der Versteigerung, Ernte von Liebesgöttern, der Abendstern, Amors Flug durchs Fenster, Molière ↔ in Versailles, die Aussetzung des Moses (1870) u. a.

Piestre (spr. pjähtr), Fernand, s. Cormon.

Piglheim, Elimar Ulrich Bruno, Historien- und Genremaler, geb. 19. Febr. 1848 zu Hamburg, trat dort in das Atelier des Bildhauers Lippelt, nach dessen frühzeitigem Tod (1864) er auf die Akademie in Dresden ging, die er bereits nach zwei Jahren wegen angeblichen Mangels an Talent hätte verlassen müssen, wenn ihn nicht Schilling besser erkannt und in sein Atelier aufgenommen hätte, wo er außer verschiedenen plastischen Entwürfen eine Brunnenfigur ausführte. Nach einem kurzen Aufenthalt in Italien ging er zur Malerei über, besuchte ein halbes Jahr die Kunstschule in Weimar unter Pauwels und ging 1870 nach München, wo er Schüler von Wilhelm Diez wurde. An größern Arbeiten schuf er hier zunächst für Privatbesitz in Hamburg das Bild: Familienglück und ein Plafondgemälde: Tag und Nacht; größeres Aufsehen machte erst 1879 auf der internationalen Ausstellung in München und 1880 in Berlin ein großes Kreuzigungsbild: Moritur in Deo, das jedoch von der Kritik auch manchen herben Tadel erfuhr.

Pignerolle (spr. pinj'róll), Charles Marcel de, franz. Genremaler, geb. um 1815 zu Angers, widmete sich als Schüler von Cogniet namentlich dem aus der Geschichte entlehnten Genre. Unter seinen eben nicht zahlreichen Bildern nennt man als die bedeutendsten: Wallfahrt nach Loretto (1848), venetianische Gondel (1850), Überschwemmung in der römischen Campagna (1855), Raffael malt das Porträt der Prinzessin Johanna von Aragonien, der Ghetto in Rom (1859), Weinlese in Neapel (1861), Erinnerung an Neapel sowie mehrere während seines Aufenthalts in Italien gemalte Studienköpfe.

Pilgram, Wilhelm, Maler im Genre und allegorischen Fach, geboren 1814 zu Stuttgart, bildete sich dort unter dem Porträtmaler Morff (gest. 1857), später auf der Akademie in Wien unter Amerling und besuchte dann Paris. Er malte einige humoristische Genrebilder, ist aber

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 418.