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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Priou; Probst; Protais; Püttner

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Priou - Püttner.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Prinsep'

porträtierten Radschas heraus und brachte 1880 ein kolossales Bild des vom Vicekönig Lord Lytton 1. Jan. 1877 in Dehli abgehaltenen Kaisertags.

Priou (spr. priúh), Louis, franz. Genremaler, geboren zu Toulouse, war anfangs Schüler der Kunstschule in Bordeaux und bildete sich nachher unter Cabanel in Paris. Seit 1874 machte er sich durch mehrere geistreiche Genrebilder, oft dem antiken Mythus entlehnt, bekannt, z. B.: eine Satyrfamilie, Erziehung junger Satyrn, Nymphe im Wald, Liebesspiele, die ersten Leiden eines jungen Satyrs (1878).

Probst, Karl, Genre- und Porträtmaler, geb. 1854 zu Wien, Schüler von Angeli, strebt in der pikanten Behandlung der Details seiner Genrefiguren Meissonier nach und erinnert in dem Glanz der Stoffe und Geräte an Willems, während seine Gestalten offenbar auf dem Wiener Boden gewachsen sind und Wiener Blut in sich haben. Dahin gehören unter seinen Bildern (meistens Einzelfiguren): der Marinemaler (1876), eine Dame vom Balkon herab die Tauben von San Marco fütternd, Dame vor dem Bücherschrank, Mädchen in der Kirche. Im Porträt hat er eine schlichte, natürliche Darstellungsweise, die das psychologische Moment betont.

Protais (spr. protäh), Paul Alexandre, franz. Schlachtenmaler, geboren 1826 zu Paris, Schüler von Desmoulins, wurde durch das malerische Lagerleben der Soldaten angezogen, begleitete die französischen Truppen nach der Krim und nach Italien und brachte aus diesen Feldzügen eine Reihe von Scenen vor und nach dem Kampf, die ihm große Popularität verschafften. Zuerst schilderte er zwar auch eigentliche Schlachten, wie 1857 das chaotische Getümmel der Schlacht von Inkjerman und 1859 den Angriff auf den sogen. grünen Hügel bei Sebastopol; dann aber ging er mehr zu dem militärischen Sittenbild über, worin jetzt seine Hauptstärke besteht. Dieser Art ist z. B. der Abend auf dem Marsch im italienischen Feldzug (1861), ein Bild von überzeugender Wahrheit; noch bedeutender sind: (1863) der Morgen ↔ vor dem Angriff und der Abend nach dem Kampf, die allgemeine Bewunderung erregten; ebenso das Ende der Rast, Übergang über den Mincio, ein Begräbnis in der Krim, Rückkehr ins Lager (1865), die freilich hin und wieder eine den Kriegern nicht eigne Feinheit der Empfindung zeigen. Dazu kamen später: ein verwundeter Soldat, ein Bivouak (1866), die Nacht von Solferino (1870), und aus dem letzten Krieg: die Armee bei Metz 29. Okt. 1870, Gefangene bei Metz 1. Nov. 1870, französische Garden, Schweizer Garden (1875), der Etappenplatz (1876), Flußübergang (1877) u. a. 1865 wurde er Ritter und 1877 Offizier der Ehrenlegion.

Püttner, Joseph Karl Barthol., Marinemaler, geb. 1821 zu Plan in Böhmen, war anfangs in einer Porzellanfabrik beschäftigt, ging dann nach Wien, wo er durch sein Zeichentalent sich ernährte, bis er Zeichenlehrer beim Grafen Zichy in Ungarn wurde und Studien nach der Natur machen konnte. Als er 1846 zu seiner weitern Ausbildung nach Italien wanderte, wurde er vom Anblick des Meers so gefesselt, daß er beschloß, sich ganz der Marinemalerei zu widmen. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Rom kehrte er nach Wien zurück und erhielt als damals einziger Marinemaler Wiens zahlreiche Aufträge. Entscheidend für ihn war besonders eine Reise nach Hamburg (1850), wo der Senator Godeffroy ihn in den Stand setzte, 1851 auf einem seiner Schiffe eine große Reise zu machen um das Kap Horn nach Valparaiso, nach mehreren Inseln des Stillen Oceans und zurück über Valparaiso ins Innere von Südamerika und nach den Kordilleren, dann wieder an der Westküste Südamerikas über die Landenge von Panamá nach Westindien und Nordamerika und von da über England nach Hamburg und Wien zurück. Als Ergebnisse dieser Reise brachte er die freilich nicht immer in direkter Verbindung damit stehenden Bilder: Seesturm und Schiffbruch am Kap Horn (1854, Gallerie des Belvedere), aus den Lagunen Venedigs (1857), Seeschlacht bei Helgoland (1864), Seeschlacht bei Lissa (1866), Mondschein am Strand, Schiff in der Brandung, der

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 427.