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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Riedmüller; Riefstahl; Riegel; Riehl; Rieser

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Riedmüller - Rieser.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Riedmiller'

die zwölf Apostel, eine kolossale Maria für die Kirche in Tölz, sechs kolossale Statuen im Regensburger Dom etc., dazu noch zahlreiche Denkmäler auf den Friedhöfen zu München.

Riedmüller, Franz Xaver von, Landschaftsmaler, geb. 22. Jan. 1829 zu Konstanz, widmete sich erst ziemlich spät der Kunst (1856-61) bei J. W. (Anmerkung des Editors: Johann Wilhelm) Schirmer (gest. 1863) in Karlsruhe, lebte dann in Straßburg und Frankfurt a. M. und ließ sich 1864 dauernd in Stuttgart nieder. Die von ihm häufig bei Mondlicht dargestellten Gegenstände sind schilfreiche Ufer der Seen, einsame Waldesgründe mit üppiger Vegetation oder auch Hochgebirge mit schroffen Spitzen und wilden Bergwassern. Zu den besten derselben von feiner Stimmung und poetischem Gefühl gehören: die (fast zerstörten) Heidenlöcher am Überlinger See, Köhlerhütte, Partie vom Königssee, vom Bodensee, vom Wallensee, von Berchtesgaden, aus dem Schwarzwald, aus dem Maderaner Thal u. a. Sehr geschätzt sind auch seine Kohlezeichnungen und seine Aquarelle. Er erhielt in Karlsruhe und London Medaillen und ist seit 1873 Hofmaler des Großherzogs von Baden.

Riefstahl, Wilhelm Ludwig Friedrich, Landschafts- und Figurenmaler, geboren 15. Aug. 1827 zu Neustrelitz, bezog 1843 die Akademie in Berlin, wo er sich besonders an W. Schirmer (gest. 1866) anschloß. Durch die von ihm 1848 gezeichneten architektonischen Illustrationen zu Kuglers »Kunstgeschichte« wurde er in den Stand gesetzt, eine Studienreise nach Rügen zu machen, deren Eindrücke bei ihm lange vorherrschend blieben. Schon damals äußerte sich seine künstlerische Eigentümlichkeit der Verbindung landschaftlicher Scenerie mit Figurenkompositionen, die von der Stimmung der Landschaft abhängig sind und durch sie ihre Bedeutung empfangen. Bald nachher besuchte er auch einen großen Teil der deutschen Mittelgebirge und der Rheinufer und erhielt infolge seiner Reisen in der Schweiz und in Oberbayern zunächst eine Vorliebe für die Natur des Hochgebirges, wie es Tirol, Appenzell und der Bregenzer Wald zeigen. Das erste bedeutende Bild dieser Art war die Trauerversammlung ↔ in Appenzell, der bald nachher eins seiner Hauptwerke, die Feldandacht Passeyerer Hirten (1864, Nationalgallerie in Berlin), folgte, die ihrem Schöpfer die goldne Medaille und die Mitgliedschaft der Berliner Akademie einbrachte. 1869 ging er zum erstenmal nach Rom, malte dort mehrere Bilder aus dem Leben der römischen Geistlichkeit in Verbindung mit der architektonischen Landschaft, wurde nach seiner Rückkehr Professor an der Kunstschule in Karlsruhe und 1875 Direktor derselben. Doch gab er dies Amt schon nach zwei Jahren wieder auf und ging von neuem nach Rom, wo er noch gegenwärtig weilt. Außer den genannten gehören zu seinen Hauptbildern noch: der Allerseelentag in Bregenz (1869, ebenfalls Nationalgallerie), Klosterkirche am Inn, das Pantheon in Rom, das Forum Romanum mit einer großen Prozession und Trauerversammlung vor einer Kapelle im Bregenzer Wald.

Riegel, Johann Georg, Architekt und Architekturzeichner, geb. 18. Nov. 1833 zu Nürnberg, Schüler seines Bruders, des Malers und Kupferstechers Jobst R. (gest. 1878), arbeitete bis jetzt vorzugsweise für architektonische Publikationen (von Ebner u. Seubert in Stuttgart, Ernst u. Korn in Berlin), für die »Berliner Bauzeitung«, das »Architektonische Skizzenbuch« etc., z. B. das Schloß in Schwerin, das Rathaus in Berlin u. a.

Riehl, Helene Christine, Landschaftsmalerin, geb. 19. Dez. 1850 zu Wiesbaden, Tochter des bekannten Kulturhistorikers Wilh. Heinr. R., widmete sich in München der Malerei unter Bamberger, Julius Lange und dem Historienmaler Wilh. Lindenschmit; dann machte sie Studienreisen an die bayrischen Seen, den Bodensee und ins südliche Tirol. Unter ihren häufig mit Architektur verbundenen, recht ansprechenden Landschaften nennen wir als die bedeutendern: Ammersee mit der Zugspitze und Gardasee bei Riva.

Rieser, Michael, Historienmaler, geb. 1828 zu Schlitters im Zillerthal, war 1848-50 Schüler der Akademie in München, 1852-61 der Akademie in Wien unter Ruben, ging dann auf drei Jahre

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 441.