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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Salentin; Salles; Salmon; Salmson; Saloman

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Salentin - Saloman.

Salentin, Hubert, Maler des landschaftlichen Genres, geb. 15. Jan. 1822 zu Zülpich (Rheinprovinz), war anfangs Hufschmied und konnte erst mit 28 Jahren seiner Lieblingsneigung zur Kunst nachgeben und Maler werden. Er ging auf die Akademie in Düsseldorf, wo W. v. Schadow, Karl Sohn und namentlich Tidemand seine Lehrer wurden. Als Genremaler bringt er gemütvolle Scenen aus dem bäuerlichen Leben des westlichen Deutschland, fast immer in schöner Harmonie mit landschaftlicher Umgebung, wenn auch ohne großen Glanz des Kolorits. Die bedeutendsten derselben sind seit dem Ende der 50er Jahre: das Findelkind, die Predigt des Eremiten, der sehr charakteristische Schmiedelehrling, der Großmutter Geburtstag, die Katechisation, Brautzug spielender Kinder, das Innere einer Dorfkirche, der kleine Prediger, das Maifest, die Taufpatin, Wallfahrer an einer Heilquelle (Hauptbild, 1866, im Museum zu Köln), Sonntagsnachmittagsbesuch beim Schäfer, die Frühlingsboten (1869), Klosterschule, Wallfahrer an der Kapelle (Hauptbild, 1870, Nationalgallerie in Berlin), Hol' über! (1872), die kleinen Gratulanten (1879), der Findling, Hirtenkinder (1880).

Salles, Adelheid, geborne Wagner, Porträt- und Historienmalerin, geb. 1825 zu Dresden, Schwester der Elise Puyroche (s. d.), bildete sich in ihrer Vaterstadt und in Paris unter Jacquand, heiratete den Maler Jules S. in Nîmes, malt in Öl und Pastell treffliche Bildnisse sowie mythologische und biblische Gegenstände, z. B.: Psyche im Olymp, die Tochter Evas, Elias in der Wüste, die von der Lüge berückte Wahrheit, das Echo, Königin Bertha u. a.

Salmon (spr. ssallmóng), Louis Adolphe, franz. Kupferstecher, geb. 1806 zu Paris, Schüler von Ingres und von Henriquel-Dupont, erhielt 1834 den großen Preis für Rom, wo er sich bis 1838 noch weiter ausbildete. Durch Aquarelle und treffliche Stiche meistens nach italienischen Meistern machte er sich vorteilhaft bekannt; unter den letztern z. B.: die Madonna di Foligno, die Poesie, die Theologie und die Justitia, nach Raffael; Caritas, ↔ nach Andrea del Sarto; das ländliche Konzert, nach Giorgione; Sebastiano del Piombo, nach dessen Selbstporträt, und Apotheose Napoleons I., nach Ingres. Ebenso geschätzt sind seine nach ältern Meistern gemalten Aquarelle. Er erhielt zahlreiche Medaillen und 1867 das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

Salmson, Hugo Fredrik, schwed. Historien- und Porträtmaler, geb. 1843 zu Stockholm, besuchte die dortige Akademie unter Boklund und brachte anfangs Genrebilder aus der schwedischen Geschichte, bis er 1869 sich in Paris niederließ und unter Charles Comte weiter ausbildete, dessen elegante Darstellungsweise er sich in Genrebildern sowohl aus den höhern wie aus den niedern Ständen aneignete. Dahin gehören: der Besuch beim Amtmann, Rübenpflanzer in der Picardie, die Kartenschlägerin und Verhaftung in einem Dorf der Picardie (1879, im Museum des Luxembourg). 1871 wurde er Genosse der Akademie zu Stockholm.

Saloman, Geskel, dän. Porträt- und Genremaler, geb. 1. April 1821 zu Tondern (Schleswig), kam 1834 auf die Akademie in Kopenhagen, besuchte die Malerschule Lunds, das Atelier Eckerbergs und stellte von 1843 an sowohl Genrebilder als Porträte aus, z. B. eine Partie L'hombre, der erste Unterricht auf der Violine u. a. 1850 begab er sich nach Gotenburg, wo er zahlreiche Porträte malte, bis er 1854 nach Paris ging, um sich unter Couture noch zu vervollkommnen. Von dort aus besuchte er 1860 und 1861 auch Algerien. Unter seinen dann folgenden Bildern, deren strenge, korrekte Zeichnung gerühmt wird, nennen wir: Nachrichten aus der Krim (im Museum zu Gotenburg), schwedische Weberin mit ihrem Kind (1858), Auswanderer nach Gotenburg (1869) und junges Mädchen mit einem Brief (im Nationalmuseum zu Stockholm). Er gab einen Kursus im Freihandzeichnen und Anwendung der Perspektive auf das Freihandzeichnen heraus, wurde 1871 Mitglied der Kunstakademie in Stockholm und 1876 königlich schwedischer Porträtmaler. 1869 erhielt er den Wasaorden.